»Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart« ist die dritte Antwort von anthroposophischer Seite auf Helmut Zanders zweibändigen Versuch, das Werk Rudolf Steiners zu dekonstruieren.
Die erste, eine – gerechtfertigte – Polemik von Karen Swassjan, die sich vor allem mit Zanders zweifelhaften methodologischen Prämissen auseinandersetzte, erschien unter dem Titel »Aufgearbeitete Anthroposophie« 2007. Die zweite, »Zanders Erzählungen: Eine kritische Analyse des Werkes ›Anthroposophie in Deutschland‹«
, wurde 2009 vom Verfasser dieser Rezension publiziert und analysierte die philosophischen Irrwege und philologischen Schwächen des ersten Bandes von »Anthroposophie in Deutschland«.
Die dritte Antwort, die sich auf den zweiten Band konzentriert, stellt eine wichtige Ergänzung zur kritischen Analyse des ersten Bandes dar. Am besten, man liest beide Bücher hintereinander weg, weil man auf diese Weise in den Genuß einer weitgehend vollständigen, mit den gegenwärtigen Wissenschaftsdiskursen kompatiblen Rekonstruktion dessen kommt, was man als die Erscheinung der Anthroposophie durch das Lebenswerk Rudolf Steiners nennen könnte.
Eine Reihe von Beiträgen des Sammelbandes »Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart« zieht darüber hinaus die gedanklichen und historisch-praktischen Fäden bis in die Gegenwart und zeigt beeindruckend, dass Vertreter des Projektes Anthroposophie sich nicht nur auf Verdiensten der Vergangenheit ausruhen, sondern bis heute zur geistigen Avantgarde der sanften spirituellen Revolution gehören, die unsere Welt so nachhaltig verändert.
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