Author Archives: Lorenzo Ravagli

Auferstehung im Licht der Anthroposophie

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Der Tod Gottes und seine Auferstehung, die Auferstehung der Toten am Tag des Jüngsten Gerichts – zentrale Glaubensinhalte des Christentums als Gegenstände empirischer Forschung? Was im Rahmen der religiösen Traditionen – ebenso wie im Rahmen der institutionalisierten Wissenschaften – unmöglich, ja absurd erscheint: für die Anthroposophie scheint es weder absurd noch unmöglich. Die Vorstellung, dass Continue Reading →

Philosophie der Reinkarnation

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Lässt sich die Tatsache der Wiederverkörperung und das Walten eines mit ihr verbundenen Schicksalsgesetzes philosophisch beweisen? Nein, denn Tatsachen müssen erfahren, in der Beobachtung aufgewiesen und als solche erkannt werden. Auch wenn man, wie der Autor, die Philosophie als Erfahrungswissenschaft auffasst, reichen die ihr zugänglichen Beobachtungen nicht aus, die Tatsache der Reinkarnation zu beweisen. Bedingung Continue Reading →

Stigmatisation und Erkenntnis

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Einen klärenden Diskussionsbeitrag zu strittigen Fragen möchte der Priester der Christengemeinschaft, Wolfgang Gädeke, in seinem Buch »Stigmatisation und Erkenntnis« vorlegen. Seit dem ersten Auftreten Judith von Halles als Stigmatisierte und Autorin (2004/05) in der anthroposophischen Szene werden teils heftige Kontroversen über die Deutung dieses Phänomens und die Inhalte ihrer Publikationen geführt. Die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland Continue Reading →

1971 | Der Staub von zwanzig Jahren

Bibliothek Görlitz, CC BY-SA 3.0, Quelle Wikipedia

Wie nicht anders zu erwarten, wurde die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft am Karsamstag, dem 10. April 1971, zum Schauplatz des nicht länger zu ignorierenden Konfliktes um die künftige Rolle Herbert Witzenmanns. Vorausgegangen war diesen Auseinandersetzungen ein hier nachzutragendes und die Atmosphäre mitbestimmendes Ereignis, das sich im Dezember 1970 abgespielt hatte, von dem die Mitgliedschaft im Continue Reading →

1970 | Getrübte Euphorie

Von der evangelischen Reformbewegung über den SDS zur RAF: Ulrike Meinhof (1934-1976).

Im Jahr der US-Invasion in Kambodscha, der Gründung der RAF und des Arbeiteraufstandes in Polen, begann der Vorstandskonflikt der anthroposophischen Gesellschaft aus seiner Latenzphase zu erwachen, in die er im vorangegangenen Jahr eingetreten war. Aus der Sicht des übrigen Vorstandes war es nur konsequent, einem Mitglied, das an seinen Sitzungen nicht mehr teilnahm und dessen Continue Reading →

1969 | One giant leap for man, one small step for mankind

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Dass die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft nicht nur mit der Selbstdestruktion beschäftigt, sondern auch zu bedeutenden sozialen Leistungen imstande waren, zeigt ein Ereignis, das zu den deprimierenden Szenen der Generalversammlungen einen erfreulichen Kontrast bildet: die Gründung des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke durch Gerhard Kienle (1923-1983), das im November 1969 eröffnet wurde. Der in Madrid geborene Sohn eines Continue Reading →

Leib, Seele und Geist

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Leib, Seele und Geist. Diese drei Begriffe enthalten das ganze Geheimnis der Anthroposophie – und der Waldorfpädagogik. Der Leib ist vergänglich, der Geist ewig, die Seele vermittelt zwischen ihnen und hat an beiden Anteil. Am wenigsten strittig dürfte heutzutage die Existenz des Leibes sein. Man kann ihn sehen, betasten, wiegen und ein großer Teil der Continue Reading →

Theosophie und Anthroposophie. Zur Geschichte einer spannungsreichen Beziehung

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Die erste Begegnung Rudolf Steiners mit jener besonderen Form der Theosophie, die im Anschluss an das Werk H.P. Blavatskys entstanden ist, fand Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts statt. Rudolf Steiner lebte damals in Wien und war mit der Herausgabe von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners Deutscher Nationalliteratur beschäftigt. Zwei Bände mit seinen Einleitungen Continue Reading →

Mythos, Metapher und Imagination. Über die Realität der geistigen Welt

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Das folgende Zwiegespräch bezieht sich auf die Rezensionen zu den beiden Bänden der kritischen Steinerausgabe, die bisher von Christian Clement herausgegeben worden sind. Die Rezensionen »Dynamit, das dogmatische Bastionen sprengt« und »Die Anthroposophie – ein ›Rückfall‹ in den Mythos« wurden im anthroblog veröffentlicht. Christian Clement wurde zu diesem Gespräch eingeladen, konnte aber aus Zeitgründen nicht Continue Reading →

Die Akasha-Chronik zwischen Geschichte und Mythos

Der Kosmos als Bild – Bilder des Kosmos

Die Akasha-Chronik tritt das erste Mal in Steiners Werk in einer Reihe von Aufsätzen in Erscheinung, die zwischen Juli 1904 [1] und April 1908 [2] in der Zeitschrift »Luzifer-Gnosis« erschienen ist. Die Einleitung des ersten Aufsatzes [3] weist auf die Begrenztheit des Zugriffs der Historiografie auf die geschichtlichen Fakten hin. Steiner spricht nicht nur vom Continue Reading →