Author Archives: Lorenzo Ravagli

Die Engel Avicennas – IV

Verkündigung. Kathedrale der hl. Sophia in Kiew.

Die Pädagogik der Engel, der Heilige Geist und das menschliche Ich Da die Menschenseele ein Kind der aktiven Intelligenz ist, nimmt die letztere persönliche Züge an, die unsere Philosophen stets in ihr wahrnahmen. Durch diese persönlichen Züge wird sie zum Heiligen Geist. Dass der Heilige Geist mit dem Erzengel Gabriel identisch ist, weiß auch der Continue Reading →

Die Engel Avicennas – III

Der Prophet und die Engel

Kosmische Geistwesen: Himmlische Engel oder Seelen Ein Beispiel für die Modifikation des dreifältigen Rhythmus mit dem das Dasein der Himmelsseelen verbunden ist, begegnet in der Abhandlung, die den lateinischen Scholastikern unter dem Namen Philosophia Algazelis bekannt war. Hier gibt es nur zwei »Dimensionen« auf jeder Stufe der kosmischen Prozession. Die Erste Intelligenz ist – für Continue Reading →

Die Engel Avicennas – II

Cherubim und Seraphim

Kosmische Geistwesen: Die Erzengel-Cherubim oder Intelligenzen Diese Prozession entspricht der Prozedur, der sich das spekulative Denken unterzieht, wenn es von der Einheit des absolut Einen zur Vielheit des Seienden und der Mannigfaltigkeit der Wesen übergeht. Der Übergang steht unter einem ehernen Gesetz: ex uno non provenit nisi unum (aus dem Einen geht nur Eines hervor). Continue Reading →

Die Engel Avicennas – I

Avicenna

Der persische Arzt, Philosoph und Theosoph Avicenna (Ibn Sīnā, 980-1037), den die Philosophiegeschichte hauptsächlich als Schöpfer des Begriffs der Kontingenz kennt, war nicht nur einer der einflussreichsten Denker der islamischen Welt und der Verfasser eines Kanons der Medizin, der bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts das europäische Denken über Krankheit und Heilung geprägt hat. Continue Reading →

Der Leib der Auferstehung in der schiitischen Theosophie

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Der iranische Schaichismus oder die Schule der Schaichs geht auf den Visionär und Mystiker Ahmad al-Ahsa’i (1753-1826) zurück. In Bahrain geboren, verbrachte er über 15 Jahre seines Lebens im Iran, wo er die freundliche Förderung des Shahs und seines Sohnes genoss. Später siedelte er in den Irak über. 132 von ihm verfasste Bücher existieren noch Continue Reading →

Auferstehung im Licht der Anthroposophie

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Der Tod Gottes und seine Auferstehung, die Auferstehung der Toten am Tag des Jüngsten Gerichts – zentrale Glaubensinhalte des Christentums als Gegenstände empirischer Forschung? Was im Rahmen der religiösen Traditionen – ebenso wie im Rahmen der institutionalisierten Wissenschaften – unmöglich, ja absurd erscheint: für die Anthroposophie scheint es weder absurd noch unmöglich. Die Vorstellung, dass Continue Reading →

Philosophie der Reinkarnation

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Lässt sich die Tatsache der Wiederverkörperung und das Walten eines mit ihr verbundenen Schicksalsgesetzes philosophisch beweisen? Nein, denn Tatsachen müssen erfahren, in der Beobachtung aufgewiesen und als solche erkannt werden. Auch wenn man, wie der Autor, die Philosophie als Erfahrungswissenschaft auffasst, reichen die ihr zugänglichen Beobachtungen nicht aus, die Tatsache der Reinkarnation zu beweisen. Bedingung Continue Reading →

Stigmatisation und Erkenntnis

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Einen klärenden Diskussionsbeitrag zu strittigen Fragen möchte der Priester der Christengemeinschaft, Wolfgang Gädeke, in seinem Buch »Stigmatisation und Erkenntnis« vorlegen. Seit dem ersten Auftreten Judith von Halles als Stigmatisierte und Autorin (2004/05) in der anthroposophischen Szene werden teils heftige Kontroversen über die Deutung dieses Phänomens und die Inhalte ihrer Publikationen geführt. Die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland Continue Reading →

1971 | Der Staub von zwanzig Jahren

Bibliothek Görlitz, CC BY-SA 3.0, Quelle Wikipedia

Wie nicht anders zu erwarten, wurde die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft am Karsamstag, dem 10. April 1971, zum Schauplatz des nicht länger zu ignorierenden Konfliktes um die künftige Rolle Herbert Witzenmanns. Vorausgegangen war diesen Auseinandersetzungen ein hier nachzutragendes und die Atmosphäre mitbestimmendes Ereignis, das sich im Dezember 1970 abgespielt hatte, von dem die Mitgliedschaft im Continue Reading →

1970 | Getrübte Euphorie

Von der evangelischen Reformbewegung über den SDS zur RAF: Ulrike Meinhof (1934-1976).

Im Jahr der US-Invasion in Kambodscha, der Gründung der RAF und des Arbeiteraufstandes in Polen, begann der Vorstandskonflikt der anthroposophischen Gesellschaft aus seiner Latenzphase zu erwachen, in die er im vorangegangenen Jahr eingetreten war. Aus der Sicht des übrigen Vorstandes war es nur konsequent, einem Mitglied, das an seinen Sitzungen nicht mehr teilnahm und dessen Continue Reading →