Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Albert Steffen (3) – Streit um Waldorfpionier Eymann

Friedrich Eymann, 1887-1954

Friedrich Eymann, 1887-1954

Seit 1931 bestand eine von Curt Conrad Englert-Faye und Johannes Waeger gegründete Pädagogische Arbeitsgruppe am Goetheanum, die die Stelle einer nicht vorhandenen Pädagogischen Sektion vertrat. Bis zu seinem Tod hatte Steiner die Verantwortung für das pädagogische Arbeitsgebiet getragen – ebenso wie für die allgemein-anthroposophische Sektion. Marie Steiner hatte die Schirmherrschaft für diese Arbeitsgruppe übernommen und die Organisation der konkreten Aktivitäten ihrer Dornacher Vertrauten, Isabella de Jaager und dem Zürcher Lehrer Curt Englert-Faye anvertraut. Englert-Faye hatte zusammen mit Paul Jenny und Hans Werner Zbinden – ehemaligen Schulkameraden aus dem humanistischen Gymnasium in Basel – 1927 die Zürcher Rudolf Steiner Schule als zweite Schweizer Waldorfschule gegründet. (Die erste war 1926 in Basel eröffnet worden). Seitdem hatten die drei nicht nur an der Schule unterrichtet, sondern auch wichtige Funktionen wahrgenommen: Englert-Faye als deren pädagogischer Leiter, Jenny als Vorsitzender des Schulvereins und Zbinden als Schularzt. Auch die 1927 ins Leben gerufene Zeitschrift Die Menschenschule ging auf eine Initiative Englert-Fayes zurück, der seit ihrer Gründung die Schriftleitung innehatte. 1936 war Englert-Faye, der seit 1923 mit der Norwegerin Anna Elisabeth Faye verheiratet war, und bereits zwischen 1921 und 1926 in Norwegen gelebt hatte, aufgrund der Krise um Johannes Hohlenberg zum Generalsekretär der norwegischen Landesgesellschaft berufen worden.[1]

1938 nun wurde George B. O’Neil (1906-1988)[2], ein amerikanischer Philosoph und Musiker, der in seiner Studienzeit in Paris mit Ernest Hemingway, Ezra Pound und James Joyce verkehrt und in Dornach bei Guenther Schubert Anthroposophie studiert hatte, von letzterem eingeladen, bei einer Tagung für englische Pädagogen mitzuwirken. Er gab Kurse zur Geheimwissenschaft im Umriss und zur Philosophie der Freiheit und organisierte weitere Seminare zur Bildhauerei, zur Sozialwissenschaft und schließlich zur Pädagogik. An diesen wirkten auch Lehrer der Basler Schule, u.a. Rudolf Große und Willi Aeppli mit. Die Zürcher Lehrer, die das pädagogische Sachgebiet am Goetheanum als ihre Domäne betrachteten, empfanden O’Neil und die Basler Lehrer als unbefugte Eindringlinge und veranlassten Marie Steiner, die Schirmherrin der Arbeitsgruppe, zur Intervention. Im Nachrichtenblatt erschienen daraufhin ominöse Mitteilungen über »Verwicklungen« im Zusammenhang mit der pädagogischen Arbeitsgruppe und Distanzierungen des Basler Lehrer von diesen nicht näher spezifizierten Verwicklungen. Nelly Grosheintz setzte sich in einem Exposé, das sie Steffen zur Veröffentlichung anbot, für O’Neil ein, aber Steffen lehnte ab, da er fürchtete, die Publikation würde eine Lawine von Gegendarstellungen auslösen. Die Verfasserin nutzte daraufhin informelle Kanäle zur Verbreitung des Exposés, was wiederum Englert-Faye veranlasste, eine Gegendarstellung zu verfassen, die Steffen veröffentlichen sollte, die aber später vom Verfasser zurückgezogen wurde. Obwohl das Exposé von Nelly Grosheintz nicht veröffentlicht worden war, erschien im Nachrichtenblatt eine »vorläufige Mitteilung« der Pädagogischen Arbeitsgruppe, die dieses Exposé als »unverantwortliche Kränkung« einer »Institution am Goetheanum« bezeichnete. Darauf folgte eine Vertrauenserklärung des gesamten Vorstands für die Arbeitsgruppe.[3] Die Invasion war abgewehrt, die Claims abgesteckt, aber die Ressentiments schwelten fort. O’Neil kehrte kurz darauf in die USA zurück.

Ebenfalls 1938 begann der evangelische Pfarrer und Pädagoge Friedrich Eymann – vermittelt durch Edwin Froböse im Auftrag Marie Steiners – eine Lehrtätigkeit am Goetheanum aufzunehmen. Eymann war zu diesem Zeitpunkt kein Mitglied der anthroposophischen Gesellschaft. Sowohl diese Tatsache, als auch, dass Steffen nicht nach seiner Zustimmung gefragt worden war, sorgte für beträchtliche Irritation beim Vorsitzenden und seiner Entourage. Eymann war Hauptreferent bei den Faustfestspielen 1938 und 1939. Die Aktivitäten Eymanns zogen eine ganze Kaskade von Querelen nach sich, die in den folgenden Jahre andauerten. Dramatisches Kolorit gewann die Tätigkeit Eymanns am Goetheanum dadurch, dass er in heftige Fehden mit der Berner Schulbehörde und der evangelischen Kirche verwickelt war. Insbesondere seine kritische Haltung gegenüber letzterer wurde ihm von seiten mancher Anthroposophen – sonderbarerweise – zum Vorwurf gemacht, wo er doch diese gegen Angriffe eben dieser Kirche verteidigte.

Der Streit um Eymann

Der im Berner Oberland geborene Eymann, der in Bern und Tübingen evangelische Theologie studiert hatte und nach Abschluss des Studiums von 1913 bis 1928 als Pfarrer in Eggiwil, von 1924 bis 1939 am Lehrerseminar in Hofwil (Kanton Bern) und ab 1928 als außerordentlicher Professor für Ethik an der evangelisch-theologischen Fakultät in Bern wirkte, war am 14. April 1924 im Berner Rathaus Steiner begegnet, der dort einen Vortrag über Anthroposophische Pädagogik und ihre Voraussetzungen hielt. Der Vortragende scheint ihn mit seinen Ausführungen so sehr beeindruckt zu haben, dass Eymann sich entschloss, dessen Werke zu studieren. Das Studium eröffnete Eymann, der das »kirchliche Christentum« schon seit längerem als unbefriedigend[4] empfand und hoffte, von der Anthroposophie »endgültige Antwort« auf die »christologische Frage« zu erhalten[5], vollkommen neue Horizonte. Es führte ihn zur aus Evidenz geborenen Überzeugung, die neu erschlossenen geistigen Perspektiven bejahen zu dürfen, ohne dass er jedoch seinen kritischen Geist aufgab. Dieser kritische Geist dürfte auch ein Grund gewesen sein, warum er sich nicht der anthroposophischen Gesellschaft anschloss. Die sektiererischen Züge dieser Gesellschaft waren ihm aus dem evangelischen Kontext hinreichend vertraut, in dem er ob seiner aufklärerischen Haltung zunehmenden Anfeindungen ausgesetzt war. Wie so viele Grenzgänger sollte er aus zwei verfeindeten Lagern angegriffen werden, deren Parteigänger ungeteilte Loyalität forderten. Laut seinen Biografen stellte Eymann in seinem Religionsunterricht am Lehrerseminar Hofwil »den erkennenden Menschen in den Vordergrund, im Gegensatz zur damaligen Reformationstheologie (Barth, Brunner), die dem menschlichen Denken ein tiefgründiges Misstrauen« entgegenbrachte. Diese Haltung sprach zwar die jungen Lehramtsstudenten an, stieß jedoch »in kirchlichen Kreisen« auf Unverständnis und Ablehnung.[6]

Eymann, der ja selbst Pädagoge war, hatte aus Steiners Berner Vortrag vor allem die Botschaft mitgenommen, dass die Waldorfpädagogik eine Methode war, die zwar am besten in einer Modellschule praktiziert, aber als Methode an jeder anderen Schule ebensogut angewendet werden könne. Daraus erklärt sich auch sein späterer Einsatz für die Waldorfpädagogik an Schweizer Staatsschulen, der in der 1942 erfolgten Gründung der »Freien Pädagogischen Vereinigung« gipfelte, die aus lauter Staatsschullehrern bestand. 1936 hatte Eymann zusammen mit dem Volksschullehrer Max Leist (1906-1957), einem seiner ehemaligen Schüler, das Buch Anthroposophische Pädagogik und Staatsschule veröffentlicht, in dem er die herkömmlichen Schulformen und pädagogischen Methoden einer scharfen Kritik unterzog. Weder die alte »Lernschule« noch die moderne »Arbeitsschule« entsprachen seinen Vorstellungen von Pädagogik. Er sprach sich vielmehr für die Bildung des ganzen Menschen im Sinne Pestalozzis und Steiners aus, eine »Menschenschule«, die auf einer ganzheitlichen Anthropologie fußte, ebenjene Menschenschule, der sich auch die von Englert-Faye herausgegebene Zeitschrift verschrieben hatte. Seine Polemik gegen die herkömmliche Form des Unterrichts rief nicht nur bei seinen Kollegen Unmut hervor, sondern unterminierte auch seine Stellung als Seminarlehrer. Seine Befürwortung der Anthroposophie und Waldorfpädagogik führte schließlich dazu, dass sein Lehrauftrag am Berner Lehrerseminar 1938 nicht mehr erneuert wurde. Ihm wurden »mangelnde Kollegialität« und anthroposophische Indoktrination seiner Schüler vorgeworfen.

Hintergrund dieser Kündigung waren jedoch nicht etwa Zweifel an seinen pädagogischen Fähigkeiten, sondern vielmehr die Befürchtung der evangelischen Kirche, der populäre und beliebte Theologieprofessor könne der unerwünschten »Irrlehre« der Anthroposophie Eingang bei seinen Studenten verschaffen. Eymanns Polemik war willkommener Anlass, sich endlich von diesem Unruhestifter zu verabschieden. Die diesbezügliche Ablehnung, die Eymann seitens seiner Kirche entgegengebracht wurde, reichte bis Anfang der 1930er Jahre zurück. 1931 hatte er nämlich unter dem Titel Das Christentum und die vorchristlichen Religionen eine Reihe von Volkshochschul-Vorträgen zur Religionsgeschichte publiziert. Im Vorwort sprach er offen aus, dass er sein erweitertes Verständnis der vorchristlichen Religionen und des Christentums der von Steiner begründeten Geisteswissenschaft verdanke. Dieses Buch wurde im April 1931 von einem anonymen Rezensenten, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um den Zürcher Theologieprofessor und Sekretär des Evangelischen Weltkirchenrates Adolf Keller handelte, im Berner Bund besprochen. In dieser Besprechung warf Keller Eymann offen den Fehdehandschuh hin: »So interessant […] in mancherlei Hinsicht religionsgeschichtliche Betrachtungen eines Anthroposophen sein mögen, zumal, wenn dieser von Amts wegen evangelischer Theologe ist, so muss immerhin gesagt werden, dass damit für jeden, der nicht auch Anthroposoph ist, das Urteil über vorliegende Schrift ohne weiteres gegeben ist«.[7]

Welches Urteil? Keller hob nicht einmal auf die »Unvereinbarkeit« von Anthroposophie und Christentum ab, die er ohnehin voraussetzte, sondern vielmehr auf deren »Unwissenschaftlichkeit«: »Es sei […] hier nicht einmal die Rede davon, dass doch eine schwer erträgliche Spannung zwischen Anthroposophie und Theologie nicht zu leugnen ist, wie denn auch der Fall einzig dastehen dürfte, dass ein Anhänger der Anthroposophie als Professor der evangelischen Theologie (vielleicht: als Universitätsprofessor überhaupt) amtet. Es soll vielmehr darauf hingewiesen werden, dass mit der Anerkennung der Anthroposophie, wie sie hier vorliegt, die Grenze dessen überschritten ist, was Wissenschaft genannt werden kann«.[8] »[…] Die ausdrückliche Anerkennung der sicher vorhandenen Vorzüge der Schrift von Prof. Eymann«, so das Fazit des konkurrierenden Theologieprofessors, »kann nicht hindern, ebenso ausdrücklich zu betonen, dass die Gedanken, die ihm die eigentlich wichtigen sein dürften, als ein – manchem vielleicht interessanter, aber doch gefährlicher – Irrweg angesprochen werden müssen«.[9]

Damit war die Eignung Eymanns als Hochschullehrer und auch als Ausbilder von Lehrern an einem staatlichen Seminar in Frage gestellt – wegen seines Bekenntnisses zur Anthroposophie. Es ging also nicht nur um die »Unvereinbarkeit« des evangelischen Christentums mit einem »gefährlichen« religiösen »Irrweg«, sondern auch um ihre Unvereinbarkeit mit »Wissenschaft« und staatlich beaufsichtigter Lehrerbildung. Eymann sah sich mit zwei Vorwürfen konfrontiert, die so alt waren, wie die, die gegen Sokrates erhoben worden waren: Zerstörung der (Staats-)Religion und Verderbnis der Jugend. Er veröffentlichte in der selben Zeitung 1931 unter dem Titel Anthroposophie und wissenschaftliche Methode in der Religionsgeschichte eine Erwiderung, in der er jedoch nicht den persönlichen Angriff auf seine Integrität, sondern die Frage der Wissenschaftlichkeit der Anthroposophie thematisierte. Er wies er auf die Unzulänglichkeit der Theologie als Wissenschaft hin, deren Methode längst nominalistisch geworden sei, womit sie sich den Zugang zu den bewusstseinsgeschichtlichen Aspekten der Religion verbaut habe, und hob den Wert der Anthroposophie für die wissenschaftliche Erforschung gerade dieser Aspekte hervor, da sie einen Zugang zur realen Geisterfahrung erschließe, ohne die das Phänomen der Religion schlechterdings nicht zu verstehen sei.

Infolge der Rezension Kellers wurde Eymann von der Aufsichtskommission des Lehrerseminars Hofwil aufgefordert, zu der Frage Stellung zu nehmen, wie er es mit der Anthroposophie bei seiner Tätigkeit als Religionslehrer am Seminar halte. Gleichzeitig wurde der Vertreter der Kirche in dieser Kommission, Pfarrer Blattner, gebeten, ein Gutachten über Eymanns Schrift vorzulegen. Eymann erklärte gegenüber dem Präsidenten der Kommission, da Anthroposophie nur »unter der Voraussetzung völliger Lernfreiheit« gelehrt werden könne, diese aber an einem staatlichen Seminar nicht gegeben sei, werde diese von ihm auch nicht unterrichtet. Blattner legte ein äußerst tendenziöses »Gutachten« vor, das die Gedankengänge in Eymanns Schrift bis zur Unverständlichkeit verkürzte, wesentliche Ausführungen unterschlug, handwerklich schlecht gemacht war und letztlich nur darauf abzielte, ein bereits feststehendes Urteil zu rechtfertigen, das Urteil nämlich, ein Theologieprofessor verlasse den »festen Grund der Wissenschaft«, wenn er »anthroposophische Kombinationen und Spekulationen« vortrage, womit er sich auf einen »gefährlichen Irrweg« begebe. Damit aber nicht genug: Blattner schlug in dieselbe Kerbe wie Keller: während es vielleicht noch vertretbar sei, die »seltsamen Gedankengänge«, die »diametral allem entgegengesetzt« seien, was »wissenschaftliche Forschung« lehre, vor Hörern an einer Universität vorzutragen, die imstande seien, sich mit ihnen kritisch auseinanderzusetzen, gelte dies für Studenten des Lehramtes gewiss nicht, die erheblich jünger und damit weit empfänglicher seien für die Verführungskraft des »Seltsamen« und »Abwegigen«. Selbst wenn Eymann unter ihnen keine »Propaganda für Anthroposophie« treibe, so sei er doch »einseitig anthroposophisch orientiert« und in dieser Einseitigkeit liege die Gefahr der Fehlleitung der »künftigen Erzieher unseres Volkes«.[10]

Die Seminarkommission, die am 8. Juli 1931 tagte, traf gleichwohl eine moderate Entscheidung: sie vertraue gemäß Eymanns Erklärung darauf, dass er seinen Unterricht am Seminar »von anthroposophischen Gedankengängen freihalte« und händigte ihm zu seiner Orientierung das Gutachten Blattners aus.

Damit war aber die Affäre nicht aus der Welt geschafft, sondern wuchs sich in der Folgezeit zu einer veritablen Kampagne aus, an deren Ende die Entlassung Eymanns und sein Verzicht auf die Tätigkeit als Dozent an der Berner Uni stand. Der Weg dahin, ein Weg der Eskalation, wurde von seinen kirchlichen Gegnern konsequent beschritten.

Im September des folgenden Jahres wurde Eymann vom Evangelisch-Reformierten Pfarrverein des Kantons Bern anlässlich seiner ordentlichen Jahresversammlung zu einem Streitgespräch über das Thema Anthroposophie und Christentum eingeladen. Ein Pfarrer aus Büren war sein Koreferent. Eymann hatte den Inhalt seines Vortrags vorab in Form von sechs Thesen vorgelegt, die sich auch heute noch als exzellente Zusammenfassung gewisser Aspekte der anthroposophischen Christentumsdeutung lesen:

»1. Anthroposophie macht Ernst mit der Tatsache, dass in Christus Gott Mensch geworden ist, damit der Mensch wieder zu Gott gelangen kann. Sie ist deshalb ein Weg, nicht eine Weltanschauung.

  1. Der Schwerpunkt alles Geschehens ist […] in den Menschen verlegt, in dem Sinne, dass jeder einzelne Mensch den geistigen Stützpunkt in sich selber finden muss.
  2. Der Ausdruck seiner geistigen Existenz liegt […] in der Freiheit als höchster persönlicher Verantwortlichkeit wie der Vertrauenshaltung gegen andere.
  3. Unter Voraussetzung der geistigen Freiheit geschieht die Bejahung der göttlichen Tatsachen nicht durch das Glauben an einen übersinnlichen Offenbarungsinhalt, sondern durch übersinnliche Erkenntnis, welcher Weg von jedermann beschritten werden kann, der die nötige Strenge und den nötigen Ernst dazu aufbringt. Subjektiv muss jeder Schritt auf diesem Wege vom Menschen aus freiem Willen heraus gemacht werden. Objektiv betrachtet ist er eine Blindenheilung.
  4. Das sich darin ausdrückende religiöse Verhältnis ist nicht Gottesknechtschaft, sondern Gottesfreundschaft. Daher nicht nur Christusglauben, sondern Christuserkenntnis, nicht nur Sündenerfahrung und Busse, sondern Erkenntnis des Bösen und bewusstes Verwandeln in Gutes. Daher auch erkenntnismäßige Einsicht in das Wesen des Menschen wie auch in sein Verhältnis zum Weltall.
  5. Der Mensch soll Herr seines Schicksals werden, in dem Sinne, dass er in ihm die Taten früherer Erdenleben ausgleicht und durch sein Verhalten zukünftiges Schicksal vorbereitet«.[11]

Starker Tobak für Honoratioren eines orthodoxen Protestantismus.

In seinem Vortrag berief sich Eymann unter anderem auf die Philosophie der Freiheit Steiners. Die Menschwerdung Christi habe den Menschen in Freiheit gesetzt, er sei von der göttlichen Welt her ganz auf sich als Mündiger gestellt, gehe nicht mehr am Gängelband einer göttlichen Leitung, sondern müsse diese selbst übernehmen und sei voll verantwortlich für alles, was er tue. Er werde vom Gottesknecht zum Gottesfreund. Diese Gottesfreundschaft schließe die Möglichkeit einer Erkenntnis der göttlichen Welt ein. Durch solche Erkenntnis (des Übersinnlichen) könne der Mensch zum Mitarbeiter Gottes an der Schöpfung werden. Anthroposophie sei nichts anderes, als die Botschaft an die Menschen der Gegenwart, dass ein solcher Weg für jeden gangbar sei. Wer den Weg von Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? beschreite, räume die Hindernisse beiseite, die ihn vom Kyrios (Herrn) in seinem Inneren, seinem höheren Ich trennten, und erwache zur höheren Wirklichkeit. Zu dieser gehöre auch die Reinkarnation, die Erkenntnis des Woher und Wohin des Menschen. Diese Erkenntnis lehre ihn, sein Schicksal als Ergebnis seiner früheren Taten zu begreifen und Leid als Ausgleich solcher Taten zu verstehen, durch den er neue Fähigkeiten erwerbe. Wer Böses mit Bösem vergelte, vollziehe diesen Ausgleich nicht, wer es hingegen in Gutes verwandle, schaffe diesen Ausgleich, der allerdings nicht als Sühnung von Schuld aufzufassen sei. »Jedes Böse«, so Eymann, »ist eine Zerstörung an sich selber und an der Schöpfung Gottes«.

Die Entgegnung des Koreferenten ist nur aus Presseberichten bekannt, die im Oktober in zwei Berner Zeitungen erschienen. Im Bund konnte man lesen, die Diskussion sei in eine klare Ablehnung der von Eymann propagierten seelisch-geistigen Schau gemündet, »die durch ihren Begründer, Karl Barth aus Bonn vertreten war«.[12] Der anonyme Autor des Berichtes freute sich über diese »klare Stellungnahme«, »da die Anthroposophie in weiten Kreisen kritiklos geschluckt« werde.

Der Bericht im Evangelischen Volksblatt schlug einen radikaleren Ton an. Verfasst hatte ihn der Pfarrer am Berner Münster. Er brachte seine Bedenken – nicht etwa gegen eine anthroposophische Interpretation des Christentums, sondern gegen die Person Eymanns – wie folgt zum Ausdruck: »Die Frage drängte sich den Hörern […] Prof. Eymanns unabweislich auf: Wie lange erträgt er es wohl noch, sich zur christlichen Kirche, die er in seinem Schlusswort als so sehr versumpft verlästerte, und zur wissenschaftlichen, evangelischen Theologenschaft zu zählen? [Bemerkenswert ist die Gleichsetzung von evangelisch und wissenschaftlich!] Wie lange erträgt er noch den Auftrag, an unserm staatlichen Lehrerseminar protestantisches Christentum zu lehren?« Und der Münsterpfarrer forderte eine Entscheidung: »Jedenfalls drängt die sich noch immer weiter vollziehende geistige Seitenentwicklung Prof. Eymanns nach einer Klärung einer Situation hin, die so weder für ihn, noch für Schule und Kirche haltbar ist. Denn die letzte Entwicklung muss auch für ihn darin liegen, zwischen protestantischem Christentum oder Anthroposophie zu wählen«. Es ist offensichtlich, auf welcher Seite hier die Unduldsamkeit lag, wenn man sich vor Augen hält, dass nach ihren Statuten »jedermann, ohne Unterschied der Nation, des Standes, der Religion, der wissenschaftlichen oder künstlerischen Überzeugung« Mitglied in der anthroposophischen Gesellschaft werden konnte. Eymann sollte 1943 in diese Gesellschaft eintreten. Die Seminarkommission sah sich durch den Angriff des Münsterpfarrers zu keiner Revision ihrer Haltung in der Eymann-Affäre veranlasst.

Erstmals im September 1933 wurde der Angelegenheit durch einen Vorstoß im Berner Großen Rat, dem Kantonsparlament, eine politische Dimension verliehen. Es ging nur noch um die Frage, ob Eymann seine Schüler in Anthroposophie unterrichte und damit »verwirre«. Ein Landwirt, der im übrigen zugab, nichts von Anthroposophie zu verstehen, behauptete, es sei ein offenes Geheimnis, dass der Unterricht Eymanns im Lehreseminar »in eindeutig anthroposophischem Sinn« gegeben werde. Wie vor ihm schon Blattner, behauptete der Landwirt, es bestehe die Gefahr, dass in »unreifen Köpfen« durch anthroposophische Ideen »heillose Verwirrung« angerichtet und die »geistige Gesundheit des Volkes« unterminiert werde. Diese geistige Gesundheit fuße auf den »schlichten Wahrheiten« des Alten und Neuen Testaments, auf welchen das Schweizer Staatswesen aufgebaut sei.

Aber sowohl ein freisinniger Abgeordneter, der in der Prüfungskommission saß und dessen Sohn das Seminar besuchte, als auch der Unterrichtsdirektor, Dr. Rudolf, der Eymanns Unterricht besucht hatte, verteidigten diesen und warnten vor vorschnellen Verurteilungen. Zudem wiesen sie auf die hohe Zufriedenheit der Seminaristen hin. Ersterer verwahrte sich gegen den Versuch einer Inquisition, letzterer versprach, die Frage einer näheren Prüfung zu unterziehen, deren Ergebnis im folgenden Jahr (1934) von ihm im Großen Rat vorgetragen wurde. Trotz zweier Interventionen von seiten des Münsterpfarrers und eines weiteren Pfarrers, der Sekretär der Seminarkommission war, war diese Kommission nach Schulbesuchen, der Überprüfung von Schulheften und erneuten Beteuerungen Eymanns, seinen Unterricht »von Anthroposophie freizuhalten«, zum Ergebnis gekommen, es könne keine Rede davon sein, dass Eymanns Unterricht »nach rein anthroposophischen Gesichtspunkten« geführt werde. Wenn Eymann Verwirrung anrichte, dann wegen seines hohen philosophischen Anspruchs an die Schüler.

Die nächste Eskalationsstufe ging nicht von seinen kirchlichen Gegnern aus, sondern von Eymann. 1935 und 1936 veröffentlichte er in der Zeitschrift Menschenschule eine Reihe von Aufsätzen, in welchen er – als Dozent an einem staatlichen Lehrerseminar – massive Kritik an der Staatsschulpädagogik und der staatlichen Lehrerbildung übte. Die Aufsätze wurden Ende 1936, zusammen mit Artikeln von Max Leist, dem ersten Lehrer, der Waldorfpädagogik in der Staatsschule praktizierte, in Buchform unter dem Titel Anthroposophische Pädagogik und Staatsschule veröffentlicht. »Das Buch« so seine Biografen, »wirkte in Eymanns Leben wie ein explodierender Sprengsatz«.[13]

Aus der »Affäre Eymann« wurde ein »Fall Eymann«. Der weltanschaulich-religiöse Konflikt weitete sich zu einem pädagogisch-politischen aus. Während die kirchlichen Angriffe nicht das angestrebte Ergebnis – Eymanns Abberufung – erreicht hatten, war den von Pädagogen und der staatlichen Lehrverwaltung vorgetragenen Einwänden Erfolg beschieden. In einem langen Bericht vom 6. Mai 1936 an die Direktion des Unterrichtswesens im Kanton Bern trug der Seminardirektor Dr. J. Zürcher diese Einwände vor. Er betonte zwar, es gehe nicht um Eymanns Verhältnis zur Anthroposophie, tatsächlich stand aber doch genau dieses Verhältnis im Mittelpunkt des Problems, war sie doch die weltanschauliche Grundlage seiner am Staatsschulsystem geübten Kritik. Zürcher behauptete, Eymann wolle »die im Kanton Bern geltende Pädagogik« durch die anthroposophische Pädagogik ersetzen. Er verlange von der Lehrerbildung eine grundlegende Neuorientierung, vertrete als Mitglied der Seminarlehrerschaft eine »persönliche Pädagogik« und habe nie die Diskussion über seine Ansichten mit seinen Kollegen gesucht, stattdessen kritisiere er diese öffentlich. Insgesamt vertrete Eymann eine pessimistische Haltung gegenüber Kultur und der Schule. Er sei überzeugt, allein die Ideen Steiners könnten eine Wendung zum Besseren bewirken. Er betrachte es als seine Aufgabe, der anthroposophischen Pädagogik im Seminar und in der Öffentlichkeit zum Durchbruch zu verhelfen. Sein Wunsch, die Seminarlehrerschaft möge zu einer »Erkenntnisgemeinschaft« zusammenwachsen, beweise eine Auffassung, die derjenigen seiner Kollegen und der Leitung »schroff« entgegenstehe. Von jedem Seminarlehrer müsse verlangt werden, dass er seine »subjektiven« Ansichten den Interessen des Seminars unterordne und jedem Kollegen denselben Grad von Selbstständigkeit zugestehe, den er für sich selbst beanspruche. Das Lehrerkollegium habe bisher vermieden, sich gegen Eymanns öffentliche Kritik zu verteidigen. Diese Zurückhaltung sei ihm aber nicht weiter zumutbar. Eymann stehe mittlerweile in einem ausgesprochenen Gegensatz zu sämtlichen anderen Kollegen, was sowohl für diese wie auch für ihn unzumutbar sei. Jene hätten den Eindruck, unter der Kontrolle einer Gruppe von Lehrern zu stehen, deren geistiger Führer ihr ehemaliger Lehrer Eymann sei. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit sei gestört, die Lage unhaltbar. Es liege allein an Eymann, die verfahrene Situation in Ordnung zu bringen und das gestörte Vertrauensverhältnis wieder herzustellen.[14]

Dieser Bericht, der auch an die Seminarkommission weitergereicht wurde, tat seine Wirkung. Im Juli 1936 fasste sie – nach erneuten, aber ergebnislosen Konsultationen mit Eymann – einstimmig den Beschluss, ihn 1938 nicht mehr zur Wiederwahl vorzuschlagen. Die Begründung dafür: sein zerrüttetes Vertrauensverhältnis zu den Kollegen und sein »höchst fragwürdiger und schädlicher Einfluss« auf Schüler und Studenten.

Bis zum endgültigen Beschluss und der Mitteilung desselben an die Unterrichtsdirektion sollte es gleichwohl noch bis zum Januar 1938 dauern. In der entscheidenden Sitzung am 4. Januar 1938 ging es nur noch um die Frage, welches der drei Argumente für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der Begründung in den Vordergrund gestellt werden sollte: Eymanns soziale Unverträglichkeit (»Unkollegialität«), sein »verderblicher« geistiger Einfluss auf die ihm anvertrauten Studenten oder die »sektiererische Irrlehre«, der er verfallen war.[15]

Die Gewichtung in der Diskussion war eindeutig: »Dass Eymann Anthroposoph ist, macht ihn unmöglich als Religionslehrer. Wir können einen solchen ebensowenig gebrauchen als einen anderen Sektierer«, hieß es. Oder: »Das Bernervolk lehnt die anthroposophische Ersatzreligion ab«. Bezeichnend die Ausführungen des Seminardirektors: »Er [Eymann] kennt nur die Maßstäbe, die er aus sich selber gewinnt. Und so züchtet er denn auch heillos subjektivistische Schüler. Sie anerkennen nur, was ihnen passt. So kann man sich mit Eymann im Grunde nicht auseinandersetzen und nicht verständigen. Er entwickelt seine Ansichten, zu denen man nur ja oder nein sagen kann […] Er verlangt Erkenntnisgemeinschaft. Es geht zuletzt nicht um anthroposophische Pädagogik, sondern – weil man diese erst als Anthroposoph versteht und richtig praktiziert – um Anthroposophie«. Damit hatte sich die von Anfang an verfochtene Linie der Kirche durchgesetzt, die bereits 1930 auf einer Synode geklagt hatte, über den Kanton werde »das Rauschgift der Anthroposophie ausgegossen« und die – 6 Tage nach dem Beschluss des Berner Regierungsrats vom 7. Dezember 1938 Eymann als Religionslehrer zu entlassen – erneut auf einer Synode verkündete: »Die Synode […] hält […] die anthroposophische Theorie nicht für vereinbar mit der biblischen Botschaft von der Erlösung und spricht darum den bestimmten Wunsch aus, dass Predigt und Unterricht nicht im Sinne der Anthroposophie beeinflusst und ausgerichtet werden sollen«.

Dementsprechend hieß es auch in der amtlichen Pressemitteilung über die Entlassung Eymanns, die am 26. Dezember 1938 erschien: »Professor Eymann stand schon bei der Übernahme seines Lehramtes in Fühlung mit der Anthroposophie … Im Laufe der Jahre bewegte er sich immer mehr in anthroposophischen Gedankengängen […] Die Auswirkungen der anthroposophischen Theorien begannen sich […] im Schulunterricht einzelner Lehrer deutlich fühlbar zu machen und zwar in einer Art und Weise, die Unordnung und Wirrwarr in eine Anzahl bernischer Schulen trug […]«

Ausgerechnet Martin Werner, ein freisinniger (liberaler) evangelischer Dogmenhistoriker und Kollege Eymanns an der Berner Universität, der kurz darauf seinerseits aufgrund seiner unkonventionellen Auffassungen über die Entwicklungsgeschichte des Christentums heftigen Anfeindungen ausgesetzt war[16], wurde aus Anlass des Streits über Eymann von der Kirche beauftragt, ein Gutachten zu verfassen, das 1939 unter dem Titel Anthroposophisches Christentum? erscheinen sollte. Werner hatte bereits 1931 in der Schweizerischen Theologischen Rundschau durch einen Artikel über Friedrich Rittelmeyers Buch Theologie und Anthroposophie[17] seine Eignung zur Erfüllung dieses Auftrages erwiesen, indem er die Anthroposophie als »Rauschgift« – genauer als »Opium« bezeichnete – ein gutes marxistisches Argument aus der Feder eines evangelischen Theologen …![18]

Mitten in dieser prekären Lebenslage ebnete Marie Steiner Eymann einen Weg ins Goetheanum. In Dornach konkurrierten die Lehrer der beiden Schweizer Rudolf Steiner Schulen um die Hoheit über die nicht vorhandene Pädagogische Sektion. Die Zürcher Schule war durch ihre führenden Mitarbeiter mit Marie Steiner verbunden, die Basler Schule mit Albert Steffen, der im Vorstand ihres Schulvereins saß. Aktivitäten, die von der einen Richtung ausgingen, wurden jeweils von der anderen kritisiert und systematisch unterminiert. Die Zürcher wandten sich gegen die von den Basler Lehrern unterstützte Aktivität O’Neils am Goetheanum, die Basler gegen jene von Eymann. Im Hintergrund spielte sich ein mächtiges Blätterrauschen ab, Darstellungen und Gegendarstellungen wurden verfasst, die im Nachrichtenblatt der Gesellschaft veröffentlicht werden sollten, aber vor Drucklegung wieder zurückgezogen wurden. Zbinden verlangte von Steffen, die Kurse von O’Neil sollten als Veranstaltungen gekennzeichnet werden, die nicht von der Pädagogischen Arbeitsgruppe organisiert wurden, Marie Steiner verdächtigte Rudolf Grosse, der an der Basler Schule unterrichtete, als »Bewunderer« Koliskos und beschwor ähnliche Auseinandersetzungen wie damals um Walter Johannes Stein herauf, die Basler Lehrer bestritten den Zürchern das Recht zur Leitung der Pädagogischen Arbeitsgruppe, im Nachrichtenblatt erschienen kryptische Mitteilungen, die gegen die Vermittlungsversuche O’Neils gerichtet waren, Nelly Grosheintz-Laval verfasste ihr bereits erwähntes Exposé zur Verteidigung O’Neils und der Basler Lehrer, woraufhin Englert-Faye eine Entgegnung schrieb, die er kurz vor der Veröffentlichung zurückzog.

Ob all dieser gesellschaftlichen Scharmützel darf nicht vergessen werden, dass die Vorstandsmitglieder und Sektionsleiter nebenbei auch noch mit wichtigen Dingen beschäftigt waren: 1938 wurden der gesamte Faust und die vier Mysteriendramen Steiners am Goetheanum aufgeführt und Albert Steffen schrieb an einem Drama über Pestalozzi, das im Rahmen der Festspiele zur Schweizer Landesausstellung im Zürcher Stadttheater aufgeführt werden sollte. Aber auch die geplante Aufführung dieses Stücks gab Anlass für Unstimmigkeiten zwischen Marie Steiner und Steffen.

Vorheriger Beitrag: Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Albert Steffen (2)

Fortsetzung: Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Steffen (4) – Anthroposophie im Berner Großen Rat


Anmerkungen:

[1] Siehe: 1933 | Anthroposophie im Jahr der Machtergreifung

[2] O’Neil leitete nach seiner Rückkehr in die USA 14 Jahre lang die Arbeit des New Yorker Zweiges der anthroposophischen Gesellschaft. 1995 wurde ein Buch, das er zusammen mit seiner Frau Gisela verfasst hatte, in deutscher Übersetzung veröffentlicht: George und Gisela O’Neil, Der Lebenslauf. Lesen in der eigenen Biographie, Stuttgart 1995.

[3] Siehe zu diesen Vorgängen Bühler, 1947, S. 33-36.

[4] Max Widmer, Friedrich Eymann, 1887-1954, Bern 1992, S. 97.

[5] So in einem Brief vom 30. November 1924 an Steiner, ebd., S. 91.

[6] Christian Bärtschi / Otto Müller, Menschenbild und Menschenbildung. Friedrich Eymann –Bahnbrecher der anthroposophischen Pädagogik in der Staatsschule, Bern 1987. Der Schweizer Theologe und evangelische Pfarrer Markus Nägeli hat zu den kirchlichen Auseinandersetzungen mit Eymann 2002 eine Dissertation verfasst, die von der Theologischen Fakultät der Universität angenommen wurde und 2003 in erweiterter Fassung als Buch erschien: Markus Nägeli, Kirche und Anthroposophen. Konflikt oder Dialog? Bern 2003.

[7] Bärtschi/Müller, Friedrich Eymann, Bern 1987, S. 82.

[8] Ebd., S. 82.

[9] Ebd., S. 83.

[10] Ebd., S. 89-90.

[11] Ebd., S. 92.

[12] Aus dem Bericht geht nicht hervor, ob Karl Barth bei dieser Veranstaltung selbst anwesend war. Da er seit 1935 als Professor an der Universität Basel wirkte, wo er mit seiner Frau und seiner Geliebten in einer spannungsreichen Dreiecksbeziehung lebte, wäre dies denkbar.

[13] Bärtschi/Müller, 1987, S. 82.

[14] Ebd., S. 143-146.

[15] Ebd., S. 155 f .

[16] Die Anfeindungen wurden durch die Publikation seiner noch heute lesenswerten historischen Untersuchung über Die Entstehung des christlichen Dogmas, Bern-Leipzig 1941 ausgelöst.

[17] Friedrich Rittelmeyer, Theologie und Anthroposophie, Stuttgart 1930.

[18] Wörtlich heißt es: »Anthroposophie ist geistiges Opium. Die Erlösung von der Angst, die der wahre Christus schenkt, kommt auf schlechthin andere Weise zustande«. Zitiert nach: Markus Nägeli, Kirche und Anthroposophen. Konflikt oder Dialog? Bern 2003, S. 149.


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