Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Steffen (5). Geistige Landesverteidigung und der »Kern der Gesellschaftsproblematik«

Bosch, Paradiesesgarten. Ausschnitt

Wie bereits erwähnt, entwickelte sich auch um das neue Theaterstück Albert Steffens über Johann Heinrich Pestalozzi ein Drama zwischen Marie Steiner und ihm. Steffen pflegte nicht nur als Vorsitzender der Gesellschaft, sondern auch als Dichter seine Empfindlichkeiten. Ursprünglich bestand die Absicht, das Stück im Rahmen der Festspiele zur Schweizer Landesausstellung (»Landi 39«) um den 20. Juni herum in Zürich uraufzuführen. Die Ausstellung dauerte vom 6. Mai bis 29. Oktober. Sie war vom Ausbruch des 2. Weltkriegs überschattet und stand ganz im Zeichen der »geistigen Landesverteidigung«. Das Ausstellungsgelände befand sich am unteren Seebecken des Zürichsees. Am 1. September wurde die Landi 39 aufgrund der Generalmobilmachung geschlossen, aber am 4. September durch General Guisan wieder eröffnet.

Der Direktor des Zürcher Stadttheaters, Karl Schmid-Bloß, ein gebürtiger Deutscher, teilte Mitte Februar mit, eine Aufführung des Pestalozzistückes könne erst Ende Juni und außerhalb der Festspiele stattfinden. Steffen bevorzugte eine möglichst frühe Aufführung und ließ bei Marie Steiner erkunden, ob eine solche am Goetheanum möglich sei. Zur selben Zeit erhielt er allerdings auch vom Direktor des Basler Stadttheaters, Egon Neudegg, ebenfalls einem gebürtigen Deutschen, eine Anfrage nach einem neuen Stück. Neudegg hatte 1932 den zur Demission gezwungenen Oskar Wälterlin abgelöst. Er hatte bereits in den vergangenen Jahren eine Reihe von Steffenstücken uraufgeführt: 1936 die Friedenstragödie, 1937 den Chef des Generalstabs (ein Stück über Helmut von Moltke) und 1938 die Fahrt ins andere Land, während zu dieser Zeit auch am Goetheanum einige Dramen durch Marie Steiner zur Uraufführung gelangt waren: 1933 Der Sturz des Antichrist und Hieram und Salomo, 1935 Das Todeserlebnis des Manes und 1937 das Adonis-Spiel.

Steffen schickte Marie Steiner am 20. Februar eine Kopie des eben fertiggestellten Stücks. Diese teilte ihm tags darauf mit, der gewünschte Termin einer Uraufführung, Ende Juni, sei aufgrund der vielfältigen anderen Verpflichtungen der Bühne nicht zu realisieren. So war am 30. April eine Aufführung des Walpurgisnachtstraums geplant, an Pfingsten Steffens Todeserlebnis des Manes, sowie im Sommer Faust I und II. Von einer Aufführung des Pestalozzistückes Ende Juni riet sie auch aus rezeptionstheoretischen Erwägungen ab, da das Schweizer Publikum zu Ferienbeginn eher in die Berge strebe. Stattdessen schlug sie eine Uraufführung im Herbst vor. Gleichzeitig sagte sie dem Direktor des Zürcher Stadttheaters ab. Steffen betrachtete die Absage in Zürich als einen Affront gegen sich und seine Mission. 1947 schrieb er über diese Absage: »Frau Steiner war […] dagegen, dass die Uraufführung in Zürich während der Juniwochen stattfand. Nun sprach man nicht mehr darüber, wie wichtig es sei, dass das Goetheanum ein Schweizer Stück an der Landesausstellung spiele, dass es sich als Vertreter des Schweizer Geistes gäbe, ja sich an die Spitze des Geisteslebens stelle. Man machte keine heroische Anstrengung, um diesen Sieg zu erringen […] Es konnte mit dem Pestalozzidrama ebenso gehen wie mit den übrigen, die erst lange Jahre, nachdem sie geschrieben waren, zur Aufführung gelangten. Ich hatte zum Beispiel schon im Herbst 1935 die Bühnenbilder für das Adonisspiel fertiggestellt. Es wurde aber erst im Winter 1937 aufgeführt.

Mir schien es, als brauchte die Schweiz gerade jetzt dieses Stück, und zwar an der Landesausstellung, wo das Geistesleben kulminierte. Ja, es war mir, als könnte durch die Aufführung ein Unglück sowohl von der Schweiz als [auch] dem Goetheanum abgewendet werden. Aber das Goetheanum kann den Pestalozzi nicht aufführen. Hatte ich nun ein Recht, ihn auch andern Bühnen zu versagen?«.[1]

Auch der Direktor des Basler Theaters erhielt am 20. März ein Exemplar des Stücks, und teilte Steffen bereits am nächsten Tag mit, er könne es noch vor der Eröffnung der Landesausstellung unter der Devise »geistige Landesverteidigung« zur Aufführung bringen.

Was nun geschah, schilderte Steffen auf der Grundlage seiner Tagebucheinträge wie folgt: »Der Krieg war zu erwarten. Die Münchensteiner Brücke wurde in diesen Tagen unterminiert. Es schien mir Pflicht der Schweiz gegenüber, meinen Friedensbeitrag, so lange es noch möglich war, nicht zu versäumen. Dies teilte ich Frau M. Steiner mit, zu welcher ich gleich nach dem Anruf Neudeggs hinauf ging. Noch hatte ich nicht fest zugesagt. Theoretisch war eine Absage noch möglich, faktisch nicht leicht. Nicht nur das Theater, sondern auch die Stadtverwaltung wünschte die Aufführung […].

Ich betonte Frau M. Steiner gegenüber ausdrücklich, dass mein Drama trotzdem im Goetheanum gespielt werden könne und wann man wolle, und brachte dies auch in einem Brief an sie zum Ausdruck. Als ich aus der Sitzung kam, wurde mir schon die Zeitung gezeigt, worin stand, dass die Aufführung stattfinden würde. Man hatte also in Basel meine endgültige Zusage gar nicht abgewartet […]

Frau M. Steiner, welche mir schon früher freigestellt hatte, das Drama auch anderswo aufzuführen, sagte: Das Schicksal hat gesprochen. [Der Schauspieler] Hendewerk, der jetzt gefragt wurde, ob die Aufführung an Pfingsten möglich wäre, bejahte es. Frau M. Steiner glaubte, erst zu Johanni. Hätte ich dies von Anfang an gewusst, so würde ich das Stück niemals dem Basler Stadttheater gegeben haben.

An einem der nächsten Tage telefonierte Frau M. Steiner noch einmal selber an und teilte mir mit, dass eine große Erschütterung durch ihre Sektion gehe. Sie erkundigte sich ausdrücklich, ob ein Vertrag geschlossen worden wäre, wonach das Drama nur vom Basler Theater aufgeführt werden könnte, was ich verneinte. Eine Aufführung vom Goetheanum wäre jederzeit möglich«.[2]

Die Uraufführung fand am 27. April in Basel statt. Über die Premiere schrieb Steffen: »Unvermutet traf ich im Foyer Jakob Schaffner[3] und begrüßte ihn. Er machte auf mich einen harten und leeren Eindruck, wie ein Handwerker, der nach der Nützlichkeit greift und keine Handhabe findet. ›Es ist Ihr großer Tag‹, sagte er zu mir. ›Man könnte aber das Stück auch anders gestalten – elementarer‹ (er meinte wohl einfacher und zeitgemäßer). Ich erwiderte, es gibt nur die Möglichkeit, zu einer dramatischen Gestalt zu kommen: wenn man Pestalozzi dem Tode gegenüberstellt, wie er es im Leben immer gewesen ist.

Er ging kalt hinweg, nicht eigentlich mir, sondern dem Schweizer in mir gegenüber. Ein isolierter Abtrünniger, ohne Begeisterung für sein eigenes Ziel, um dessentwillen er abgefallen. Ohne den Hintergrund des Reiches ist er ein Gespenst, das sich mit einem Selbstverteidigungsgerüst stützen muss (so schrieb ich in mein Tagebuch). Und weiter: ›Wie fühl ich mich der Zukunft, der Jugend, der Menschheit verbunden, die vom Himmel genährt ist, als am Schluss die Kinder in ihren Schweizer Trachten mir Blumensträuße auf die Bühne bringen. Eines nach dem anderen bringt mir eine Rose, eine Narzisse, eine Osterglocke. Alle tragen die schönen Schweizer Trachten. Es sind die Kinder der Rudolf-Steiner-Schule‹.

Frau Thut aus Bern[4] teilt mir im Theater mit, dass Frau M. Steiners Gesuch, Schweizerin zu werden, abgewiesen worden sei und dass man es ihr während dieser Aufführung gesagt habe. Man habe ihr auch die Gründe nicht vorenthalten, weil sie sich nämlich nicht assimiliert habe. Es spiele ferner die Eymann-Affäre hinein. Der Entschluss, sie abzuweisen, sei durch die jüngsten Vorgänge im Großrat bewirkt worden (die Flugblattgeschichte)«.[5]

Am 1. September begann mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen der 2. Weltkrieg. Nach der Michaelitagung im September 1939 wurde das Goetheanum offiziell geschlossen, das Schweizer Militär quartierte sich in »Michaels Trutzburg« ein.

»Der Kern der Gesellschaftsproblematik« – Roman Boos taucht wieder auf

Gegen Ende des Jahres 1939 tauchte auch Roman Boos wieder aus der Versenkung auf, in der ihn ein erneuter Zusammenbruch 1934 nach seiner manischen Aktivität in Deutschland hatte verschwinden lassen. Obwohl das Goetheanum offiziell geschlossen war, setzten die Sektionen ihre Arbeit fort, die sich jedoch aufgrund des Verbots der anthroposophischen Gesellschaft und Literatur in Deutschland und der Reisebeschränkungen durch den Kriegsausbruch zunehmend nur noch auf Schweizer Teilnehmer beschränkte. Der Schweizer Ingenieur und Historiker Friedrich Häusler versuchte, die brachliegende sozialwissenschaftliche Vereinigung durch Kurse und Gesprächskreise im sog. Glashaus zu beleben, an welchen u.a. auch Ehrenfried Pfeiffer, der jedoch 1940 endgültig in die USA auswanderte, und Waldemar Schornstein (1888-1978) mitwirkten. Auch Boos begann im Rahmen der Vereinigung wieder Referate zu halten. Diese Aktivitäten von Boos setzten sich auch 1940 fort.

Da Boos weiterhin sein Projekt verfolgte, am Goetheanum eine Sektion für Sozialwissenschaften zu etablieren, kam es jedoch vermehrt zu Spannungen und Konflikten mit Steffen und Wachsmuth. So notierte Steffen, Boos habe bei einer Besprechung Ende Mai 1940 den Vorwurf gegen ihn erhoben, er sei ihm 1933 bei seiner Tätigkeit in Deutschland »in den Rücken gefallen«, während er ihn doch in Wahrheit davor bewahrt habe, das »Ansehen der anthroposophischen Gesellschaft« zu beschädigen. Im Sommer 1940 veranstaltete Boos in der Schreinerei sogenannte »Morgenbesprechungen«, in denen er sich über politische Themen ausließ. Ein Teilnehmer bemängelte, Boos kritisiere »in maßloser Weise« seine Mitanthroposophen, spreche von »Konserven-Anthroposophie« und von »Rückenstichen und Seitenhieben von freund-anthroposophischer Seite«.

Anfang August unternahm er einen erneuten Vorstoß zur Etablierung einer Sozialwissenschaftlichen Sektion, indem er in einem Beitrag für das Nachrichtenblatt schrieb: »Die sozialwissenschaftliche Vereinigung weiß sich im Sinne der unantastbaren Verfassung, welche Rudolf Steiner als die einer freien Hochschule für Geisteswissenschaft mit durchdringender Klarheit beschrieben und mit letzter Hingabe besiegelt hat, als Sektion am Goetheanum konstituiert«. Aber er biss mit seinem Anliegen bei Steffen und Wachsmuth auf Granit. Trotzdem trat Boos im November dieses Jahres an den Gesamtvorstand mit dem Vorschlag heran, nun endlich eine solche Sektion an der Freien Hochschule zu begründen. Auch diesmal lehnte Steffen das Ansinnen mit dem Argument ab, Politik gehöre nicht zu den Aufgaben der Gesellschaft. Wie aus einem langen Anklagebrief hervorgeht, den Boos Mitte Februar 1941 an den Vorstand der Gesellschaft und die Träger der sozialwissenschaftlichen Vereinigung am Goetheanum schrieb[6], fand am 5. Dezember in Dornach eine Besprechung statt, an der der gesamte Vorstand (Marie Steiner, Steffen, Wachsmuth) und die genannten Träger der sozialwissenschaftlichen Vereinigung teilnahmen, in der es erneut um dieses Vorhaben ging.

Dieser lange Anklagebrief, aus dem bereits die Erinnerungen zitiert wurden, die sich auf den gescheiterten Aufbau einer Pressekorrespondenz bezogen[7], gibt auch einen Einblick in den Verlauf der Besprechung vom 5. Dezember aus der Perspektive seines Verfassers. Die Auseinandersetzungen müssen emotional und reich an Invektiven gewesen sein. Steffen warf Boos vor, dieser habe ihn einen »gutmütigen Trottel« genannt, während Boos diesen Vorwurf als Verleumdung zurückwies. Boos kommentiert den Schlagabtausch mit den Worten: »Wenn es sachlich geboten war, habe ich mir erlaubt, die entwürdigende Steffen-Devotion, die – teilweise in trübster Absicht gepflegt wurde – zu parodieren. Dafür müsste mir Herr Steffen dankbar sein. Ich weigere mich nicht, für jedes Wort, das ich über Herrn Steffen sprach, einzustehen – so wie in dem vorliegenden Brief für bestimmte Worte. Erschütternd ist immerhin die Feststellung: welcher Art ein Sündenregister beschaffen sein kann, das als Ersatz für offenes Urteil über einen Mitmenschen dient«.[8]

Als »maßlose Zumutung« wies Boos in seinem Brief außerdem einen »Vorschlag« Steffens zurück, die von ihm angestrebte Sektion könne begründet werden, wenn Boos Steffen zugleich das Recht zugestehe, als Vorsitzender der Gesellschaft zurückzutreten, falls er (Boos) seiner Tätigkeit »eine politische Richtung gebe«. Diese Episode kommentierte Boos mit den Sätzen: »Was mich betrifft, weigere ich mich, jemals einer auch nur hypothetischen Verleumdung meines Strebens und Wirkens, dem ich seit manchem Jahrzehnt alles hingebe, zuzustimmen. Herr Steffen musste auch nicht versprechen, als er seine Sektion übernahm, dass er keine Kinodrehbücher verfassen werde. Herr Steffen weiß mir gegenüber nie, wie injuriös er ist.

Ebensowenig aber werde ich jemals hypothetisch Herrn Steffen ein ›Recht, zurückzutreten‹, zugestehen. Sollte es dazu kommen, dass er einmal Rudolf Steiner vor die Füße wirft, was er aus seiner Hand in Empfang nahm, als er stellvertretender Vorsitzender wurde, so lasse er mir die Freiheit, dann nach meinem Gewissen zu sprechen. Aber für Mittäterschaft an einem solchen Akt bin ich nicht zu haben.

Der Kern der anthroposophischen Gesellschafts-Problematik ist durch einen Aberglauben verhüllt: dass irgendeiner schuldlos bleiben könne in einer Gemeinschaft, die darauf aufgebaut ist, dass Rudolf Steiner an der Weihnachtstagung jene sündlose Schuld auf sich nahm, für Menschen zu bürgen, die zu schwach waren. In dieser Schuld Rudolf Steiners kann jede Schuld einzelner Anthroposophen fruchtbar werden. Wenn wir unter diese Schuld unser Leben stellen, machen wir unsere Gemeinschaft christlich«.

Einige Tage später, am 25. Februar, kommentierte Steffen in einem Brief an Marie Steiner und Guenther Wachsmuth die eben zitierte Passage: »Mit dem allergrößten Schmerz musste ich folgenden Satz von Herrn Dr. Boos lesen: ›Ebensowenig aber werde ich jemals hypothetisch Herrn Steffen ein Recht zurückzutreten, zugestehen. Sollte es dazu kommen, dass er einmal Rudolf Steiner vor die Füße wirft, was er aus seiner Hand in Empfang nahm, als er stellvertretender Vorsitzender wurde, so lasse er mir die Freiheit, dann nach meinem Gewissen zu sprechen. Aber für Mittäterschaft an einem solchen Akt bin ich nicht, zu haben‹.

Es war (was man nie vergessen sollte!), doch so, dass mir nach dem Tode Rudolf Steiners von einem Teil der Mitgliedschaft der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und dem entsprechenden Teil des Vorstandes das Recht abgesprochen wurde, das dem stellvertretenden Vorsitzenden zugestanden hätte. Dieser wurde erst durch die Generalversammlung zu Weihnachten 1925 dazu gewählt. Aber auch dann war diese Anerkennung nicht eine tatsächliche, was sich darin zeigte, dass er bei wichtigen Gründungen und Veranstaltungen übergangen wurde. Er war infolgedessen genötigt, die einzelnen Sektionen und Arbeitsgruppen am Goetheanum als selbstverantwortlich zu erklären. Sonst wäre die Arbeit überhaupt nicht weitergegangen. Es handelte sich um einen Verzicht auf ursprüngliche Rechte.

Zweimal wurde von mir versucht, die volle Verantwortung wieder zu übernehmen. Beide Male wurde sie mir nicht zugebilligt. Und so blieb es denn dabei, was ich hatte erklären müssen. […]

Trotzdem ich gewisse Rechte des stellvertretenden Vorsitzenden nicht ausüben konnte, habe ich auf dem mir gebliebenen Felde meine Pflicht weiterhin getan, und ich werde sie auch ferner tun, falls mir nicht der Boden entzogen wird. Das wäre im Augenblicke, wo es mir unmöglich gemacht würde, die Prinzipien der Weihnachtstagung, die zum Werke Rudolf Steiners gehören, innezuhalten«.

Vorhergehender Beitrag: Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Steffen (4)

wird fortgesetzt


Anmerkungen:

[1] Steffen in Bühler, 1947, S. 63.

[2] Steffen in Bühler, 1947, S. 67.

[3] Der äußerst produktive Basler Schriftsteller Jakob Schaffner (1875-1944), Sohn eines Schweizers und einer Deutschen, erlebte mit seinem Roman Konrad Pilater 1910 seinen Durchbruch. Zwischen 1911 und 1921 lebte er in Weimar, wo er unweit des Goetheschen Gartenhauses wohnte. Er gehörte wie die früher erwähnten Publizisten Paul Lang und Julius Schmidhauser zu den Frontisten. Nach der Machtergreifung wurde er in die »Deutsche Akademie der Dichtung« aufgenommen, schrieb für Goebbels Wochenzeitung Das Reich und veröffentlichte 1936 das Buch Volk zu Schiff. Zwei Seefahrten mit der KdF, in dessen Vorwort es heißt: »Man wird es [das Buch] offen nationalsozialistisch finden. Ich habe den ›Nationalsozialismus‹ im Land seiner Entstehung kommen und wachsen sehen, nachdem ich seit zwanzig Jahren immer wieder die Rückverwurzelung des Volkes in seinen Boden und die Wiedererweckung seiner urangestammten Seelenhoheit gepredigt hatte. […] [Ich] […] erkläre heute offen und verantwortlich, dass ich die Grundzüge des Nationalsozialismus als maßgebend betrachte für den Neuaufbau Europas. […] Der neuen schweizerischen Volksgemeinschaft ist das Buch gewidmet, weil ich damit missionierend wirken will […]«. Schaffner kam 1944 bei einem alliierten Bombenangriff auf Straßburg ums Leben.

[4] Martha Thut (1885-1981) gehörte von 1944 bis 1958 dem Vorstand des Johannes-Zweiges Bern an. Der Johannes-Zweig war eine Hochburg von Steffen-Unterstützern.

[5] Steffen in Bühler, 1947, S. 68.

[6] An Friedrich Häusler, Edgar Dürler und Georg Roth.

[7] Siehe Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Steffen (2) – Katalysator Roman Boos

[8] Zitiert nach Bühler, 1947, S. 88.


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