1984 | Umbau des Vorstandes, ein Fall von »Strassenraub«

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»Rudolf Steiner ist als geistige Individualität die zentrale Wesenheit in der ganzen anthroposophischen Bewegung und auch nach seinem Tode in allen Schicksalszusammenhängen der ganzen Anthroposophischen Gesellschaft nicht wegzudenken. Wir müssen diese überragende Individualität immer in unserer Mitte finden …«

Jörgen Smit

Herman Linde, Kreidezeichnung

Herman Linde, Kreidezeichnung

Bevor wir uns dem Zerrbild, das sich im Bewusstsein des SPIEGEL-Redakteurs Peter Brügge von den »Anthroposophen in Deutschland« formte und den Reaktionen der Gespiegelten auf dieses Zerrbild zuwenden können, müssen wir einen Blick auf die Mitgliederversammlung des Jahres 1984 werfen, da diese am 15. April, vor dem Erscheinen der SPIEGEL-Serie stattfand.[1]

Die Versammlung brachte einige Veränderungen in der Zusammensetzung des Vorstandes mit sich: Rudolf Grosse kündigte aus Altersgründen seinen Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden an, Manfred Schmidt-Brabant wurde als dessen Nachfolger akzeptiert und als neues Mitglied wurde Virginia Sease in das Leitungsgremium aufgenommen. Ein Vorschlag zweier Mitglieder, Herbert Witzenmann zum ersten Vorsitzenden zu ernennen wurde von 908 Anwesenden abgelehnt, von dreien – darunter die zwei Antragsteller – befürwortet. Die Berichte im Nachrichtenblatt geben leider von dieser Versammlung ebenfalls ein verzerrtes Bild, da der chronologische Ablauf ohne Erklärung durchbrochen und der mit der Kooptation von Sease als neuem Vorstandsmitglied zusammenhängende Vorgang dem eigentlichen Protokoll der Versammlung vorangestellt wurde.[2]

Wie jedes Jahr gedachte Rudolf Grosse der Verstorbenen.[3] Zu den Gewürdigten gehörten der ehemalige Generalsekretär der deutschen Landesgesellschaft Hans Börnsen, Sophie Schmidt, derer bereits im Vorjahr gedacht worden war, der Architekt Albert von Baravalle (1902-1983), der am Ausbau des zweiten Goetheanum mitgewirkt hatte und für die Gestaltung des Grundsteinsaales verantwortlich gewesen war, Gerhard Kienle, der Gründer des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke, die Eurythmistin Ilona Schubert, die zunächst mit dem Grafen Joseph Polzer, später mit Günther Schubert verheiratet gewesen war, schließlich der Gründungslehrer der Freien Georgenschule Reutlingen, Erich Weismann (1905-1984). Weismann hatte von 1934-1938 dem Kollegium der Berliner Waldorfschule angehört und war nach deren erzwungener Schließung zusammen mit seinen Kollegen Lola Jaerschky, Lotte Ahr und Ernst Weißert vorübergehend im Gestapo-Gefängnis gelandet.

Den Rechenschaftsbericht des Vorstandes eröffnete dieses Jahr Friedrich Hiebel, der über die Zeitschrift Das Goetheanum und das Nachrichtenblatt sprach. Albert Steffen, den ersten Schriftleiter des Goetheanum bezeichnete er dabei als den »größten Dichter der [anthroposophischen] Geistesbewegung«, und bezifferte die aktuelle Abonnentenzahl mit 7756. Er stellte die beiden neuen Redakteure Martin Barkhoff und Manfred Krüger vor. Ersterer habe in der Führung des Nachrichtenblattes bereits »viel Umsicht bewiesen«.

Es folgten Schmidt-Brabant und Biesantz, die über die Arbeit des Vorstands berichteten. Schmidt-Brabant kündigte an, auf die »spirituelle Arbeit« des Gremiums einzugehen, eine Ankündigung, die geeignet war, Erwartungen zu wecken. Thematisiert wurden von ihm die »unauslotbaren Geheimnisse der Weihnachtstagung«, das »spezifisch Anthroposophisch-Religiöse«, die Abgrenzung von anthroposophischen Irrlehren und die Wesensbestimmung des »Goetheanum«. Über die unauslotbaren Geheimnisse der Weihnachtstagung erfuhren die Mitglieder nichts Neues. Dass sich der Vorstand mit der Geschichte der Gesellschaft beschäftigte und gewillt war, die »Schicksale der Gründergeneration« »verstehend zu durchdringen«, dürfte als selbstverständlich betrachtet werden. Neu war, dass Planungen für die Gestaltung des Goetheanumgeländes zu Gesprächen mit der Nachlassverwaltung geführt hatten, bei welchen sich herausstellte, dass man sich »ernst und freundschaftlich« zugleich unterhalten konnte, ohne die immer noch vorhandenen Gegensätze zu »verwischen«. Von der Fortsetzung dieser Gespräche versprach sich Schmidt-Brabant, sie würden am Ende des Jahrhunderts »in Freiheit und individueller Differenzierung« vereinen, was die Geschichte getrennt habe.

Auch mit den »Freunden der Oberlenkung« und dem Siebener-Kreis der Christengemeinschaft führte der Vorstand regelmäßig Gespräche. Hier war es zu einer Einigung bezüglich der Frage der Bestattung von Mitgliedern der Gesellschaft gekommen. Die Oberlenkung hatte ihre Bereitschaft erklärt, diesen auch dann den von Steiner geschaffenen Kultus angedeihen zu lassen, wenn sie Zeit ihres Lebens nicht Mitglieder der Christengemeinschaft gewesen waren. Dass das Verhältnis der beiden von Steiner ausgegangenen Bewegungen stets spannungsreich gewesen war, gestand Schmidt-Brabant freimütig zu. Er führte diese Spannungen seitens der Gesellschaft auf die Tatsache zurück, dass sie nie »gründlich genug« über die Frage nachgedacht habe, welche Bedeutung dem »kultisch-sakramentalen Element« für ihre Arbeit zukomme und was das »spezifisch Anthroposophisch-Religiöse« sei.[4]

Kryptisch deutete Schmidt-Brabant im Zusammenhang mit kurzen Bemerkungen über den Schulungsweg und das meditative Leben, die ein »Zentrum der Gesellschaft« bildeten, aber nicht als »Dogmen«, sondern als »ätherischer Werdeprozess« verstanden werden müssten, auf irgendwelche Stellungnahmen des Vorstands »zu Erscheinungen, die wir nicht mehr als im Zusammenhang mit diesem unmittelbaren Werdeimpuls des anthroposophisch-spirituellen Lebens sehen konnten«. Diese Stellungnahmen – worum es sich dabei handelte, teilte er nicht mit – seien von manchen »missverstanden« worden, aber »man würde den Vorstand verkennen« so Schmidt-Brabant, »wenn man ihm unterstellte, er würde irgendeines Menschen freie Regung auf spirituell-religiösem Gebiet auch nur tangieren wollen. Jeder ist frei.« Allerdings habe der Vorstand auch die Pflicht »dafür zu sorgen, dass eine klare, durchsichtige Urteilsbildung über diese Fragen in der Gesellschaft leben kann. Der Vorstand wird nicht aufhören, auch wenn er weiß, dass diese Urteilsbildung manchmal Empfindungen verletzt, dort, wo er es für notwendig hält, dieses Urteil geltend zu machen.« Seine Ausführungen über diesen Vorgang zeugen davon, was er sich unter einer »klaren, durchsichtigen Urteilsbildung« vorstellte, denn sie stellten nicht einmal klar, über welchen Gegenstand sich die Mitglieder hätten ein Urteil bilden sollen.[5]

Für den künftigen ersten Vorsitzenden war das Goetheanum »ein Wesen«, das »an den Unzulänglichkeiten seiner physischen Erscheinung« litt und sich über deren Vervollkommnung freute. Daraus ergab sich für ihn der Wunsch, das Gebäude endlich fertig auszubauen, damit es »am Ende des Jahrhunderts« als »vollkommenerer Abglanz seines geistigen Wesens dastehen« könne. Die Mitglieder rief er dazu auf, sich diesem Wunsch des Vorstands anzuschließen.

Hagen Biesantz hielt im Großen und Ganzen dieselbe Ansprache, die er bereits im Vorjahr vorgetragen hatte. Damals hatte er die Planungen zum 100. Geburtstag Albert Steffens erläutert, nunmehr konnte er über deren anfängliche Verwirklichung berichten. Das Motiv der Jahresarbeit der Anthroposophischen Gesellschaft war aus einem Aufsatz Steffens geschöpft worden, der Aussage, »dass in der Gegenwart das Böse in seiner Urgestalt aus der Tiefe steigt, aber vor der Menschlichkeit, welche den Auferstandenen in sich wirksam weiß, weichen muss«. Biesantz beklagte sich darüber, wie »außerordentlich schwer« es sei, die Öffentlichkeit für Steffen zu interessieren, der doch laut Hiebel der »größte Dichter« der anthroposophischen Bewegung war. Er werde geradezu totgeschwiegen. Dies sei umso bedauerlicher, als sich in Steffens Werk im Gegensatz zu jenem Orwells (1984) Hinweise auf die einzige Quelle fänden, aus der die Menschheit die Kraft schöpfen könne, das Böse zu überwinden (gemeint ist die ätherische Wiederkunft Christi). Immerhin setzte sich die Anthroposophische Gesellschaft dafür ein, dieses Geschehnis ins Bewusstsein zu heben. An der Sommertagung sollten Hieram und Salomo sowie das Viergetier Steffens aufgeführt werden, schließlich Der Chef des Generalstabs; das Trifolium von Steffenstücken sollte das vierte Mysteriendrama Steiners krönen. Von den Märtyrern war nicht mehr die Rede.

Jörgen Smit blickte auf die internationale interne Lehrertagung des vergangenen Jahres zurück. Angesichts der großen Erweiterung der Schulbewegung im zurückliegenden Jahrzehnt, nach der inzwischen weltweit 320 Schulen existierten (heute sind es 1.151) sei es unabdingbar, daran zu erinnern, dass »die gesamte Waldorfpädagogik aus der Anthroposophie geboren« worden sei. Sie sei »keine Reformpädagogik«, so Smit, sondern eine »radikale Neuschöpfung«. Die Tagung wertete er als Erfolg. Insbesondere ihre Zweisprachigkeit habe dazu beigetragen, die »große Kluft« zwischen Mitteluropa und der englischsprachigen Welt zu überwinden.[6]

Nun wurde eine gleichartige Tagung für die Kindergartenbewegung geplant. Noch zu Beginn des Jahrhunderts, so Smit, sei dem ersten Jahrsiebt keine besondere Beachtung geschenkt worden, da sich die Kindheit noch unbehelligt von schädlichen Zivilisationseinflüssen habe entfalten können – eine gewagte Behauptung. Inzwischen aber sei sie »den tiefeingreifenden Angriffen aus der zersetzenden Zivilisation« »voll ausgesetzt«.

Und es folgte eine weitere gewagte Behauptung: »Man kann es so formulieren, dass eigentlich eine Bedingung für alle Erwachsenen ist, wenn sie überhaupt Kinder betreuen wollen in dieser Zeit, dass sie sich erst die Fähigkeiten aus Geisterkenntnis erarbeiten, die berechtigen, Kinder in diesem ersten Jahrsiebt zu betreuen.« Die Kindergartenarbeit aus »zentralen anthroposophischen Quellen« bedürfe eines gemeinsamen Bewusstseins und neuer Impulse, um in das nächste Jahrtausend ausstrahlen zu können (gegenwärtig werden weltweit rund 1.900 Waldorfkindergärten gezählt). Mit einer dritten gewagten These rundete Smit seine Ausführungen ab: »Ohne dies«, d.h. ohne die Befähigung der Erwachsenen zur Erziehung von Vorschulkindern durch Geisterkenntnis, »können wir nicht menschengemäß leben in der Zukunft«.

Die Pädagogische Sektion hatte die ihr assoziierten Institutionen aufgefordert, sich im laufenden Jahr mit dem »allgemein Religiösen« zu beschäftigen, das den ganzen Unterricht in allen Fächern auf allen Lebensstufen durchziehen« müsse, »wenn es eine wahrhafte Unterrichtspraxis« sein solle. Dazu gehörten auch der freichristliche Religionsunterricht und die Sonntagshandlungen für Kinder und Jugendliche. Das »allgemein religiöse Element«, von dem schon Biesantz gesprochen hatte, musste laut Smit »erkenntnismäßig durchdrungen« werden.

Als nächster Akt folgte die Stabübergabe in der Leitung des Vorstandes. Grosse stellte seine Tätigkeit von 1956 bis 1984 in diesem Gremium als Auftrag dar, den er direkt von Rudolf Steiner erhalten hatte.[7] Dem Vorschlag Steffens, ihn zu berufen, habe er damals nur zustimmen können, indem er sich auf Sätze aus dem zweiten Mysteriendrama besonnen habe:

Ihr seid im rechten Sinne meine Brüder
Wenn mutig widerklingt in euren Seelen
Des Bruderbundes Weihespruch:
»Es muss sein Sondersein und Leben opfern,
Wer Geistesziele schauen will
Durch Sinnesoffenbarung;
Wer sich erkühnen will,
In seinen Eigenwillen
Den Geisteswillen zu ergießen«.

Deutlich klinge durch diese Sätze auch das Evangelienwort: »Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir nach.« Dies sei der Grundsatz, die der Mitarbeit im Vorstand zugrunde liegen müsse. Seine Übergabe des Amtes an Schmidt-Brabant kommentierte Grosse mit Versen des Benedictus aus dem Drama Der Hüter der Schwelle:

»Euch selbst, die ihr die hohen Geistesdienste
Seit vielen Jahren treu verwalten durftet,
Wird andres Werk in Zukunft anvertraut.
Das Weltenschicksal ruft die Menschensöhne
Für Zeiten nur in seine Weihetempel
Und fordert sie für andres Wirken dann,
Wenn ihre Kräfte sich erschöpft im Dienste.«

Allerdings legte er Wert auf die Feststellung, dass er nicht aus dem Vorstand zurücktrete, sondern lediglich dessen Vorsitze abgebe. Diese Verhaltensweise stimmte mit der bisherigen Praxis der Gesellschaft überein. Denn nach gängiger Auffassung konnte man aus dem Vorstand gar nicht austreten. Das Amt wurde auf Lebenszeit verliehen. Abberufen konnte nur der Tod – oder die Generalversammlung durch Ausschluss (Wegman, Vreede, Witzenmann unter marginal unterschiedlichen Umständen; Poppelbaum war die Ausnahme, die die Regel bestätigt). Aber selbst nach einem Ausschluss oder dem Tod war fraglich, ob man nicht weiterhin Mitglied des Vorstandes blieb. Im Fall Rudolf Steiners bestand daran kein Zweifel, auch wenn diese einst allgemein akzeptierte Ansicht inzwischen in den Hintergrund getreten war – oder nur in modifizierter Form vertreten wurde, wie wir weiter unten an Jörgen Smit sehen werden. Wegman und Vreede oder Witzenmann betrachteten sich auch nach ihrer Entamtung weiterhin als Mitglieder des Vorstandes. Sie wurden von anderen ebenfalls als solche betrachtet, was das Beispiel belegt, das diese Generalversammlung bot, bei der zwei versprengte Anhänger Witzenmanns vorschlugen, diesen zum Vorsitzenden zu ernennen, obwohl er seit 10 Jahren »beurlaubt« war. Grosse jedenfalls, der erklärte, nicht zurückzutreten, sondern nur den Stab des Vorsitzenden zu übergeben, wurde laut Protokoll mit »stürmischem« Applaus bedacht.

Hiebel, der eigentlich auch ein Kandidat für einen Rücktritt aus Altersgründen gewesen wäre, blickte aus gegebenem Anlass auf das »Schicksalsgefüge« zurück, das der Gesellschaft Rudolf Grosse als Vorstandsmitglied beschert hatte. Schon, dass er als Sechzehnjähriger bei einer Jurawanderung das Goetheanum aus der Ferne erblickte, war demnach eine »einzigartige Schicksalsfügung«. Darin, dass sich zwei Jugendliche der Wandergruppe entschieden, das Goetheanum näher in Augenschein zu nehmen, drei weitere hingegen nicht, sah Hiebel ebenfalls »ein Stück Schicksalsdramatik«. Er vergaß auch nicht, zu erwähnen, dass Grosse sich noch als Schüler gegen den Willen seiner Mutter entschloss, die Stuttgarter Waldorfschule zu besuchen. Ebenfalls »Schicksalsfügung« war, dass er 1924 zusammen mit seinen Klassenkameraden eine Berufsberatung durch Steiner erhielt, oder dass er Hauslehrer Walter Molts, des Sohnes des Schulgründers wurde. Auch ein weiteres Gespräch mit Steiner und Ita Wegman im Jahr 1924 war »schicksalshaft«. Da Wegman ihm zu einer heilpädagogischen Tätigkeit riet, ging er nach Dornach, und seit seinem 19. Lebensjahr »verharrte« Grosse seitdem »in Goetheanumnähe«. Mit 21 Jahren wurde er der jüngste Klassenlehrer an der Basler Rudolf Steiner-Schule, und unterrichtete vier Züge (insgesamt 28 Jahre). Neben seiner Schularbeit betätigte er sich als Vortragsredner. »Schicksalsmäßig« konnte eine Berufung in den Vorstand nicht ausbleiben. Nach dem Tod von Wilhelm Lewerenz trat er »als jüngstes Mitglied« in den Vorstand ein, um zusammen mit Steffen, Poppelbaum und Wachsmuth »die Geschicke der Gesellschaft zu lenken«. Außerdem schrieb er einige Bücher, darunter jenes, das »bedeutsame Abschnitte über die erste Grundsteinlegung vom September 1913« enthielt.

In die Eloge stimmten Arne Klingborg (Generalsekretär, Schweden), Reijo Wilenius (Generalsekretär, Finnland) und Sophus Clausen (Generalsekretär, Norwegen) ein.

Klingborg hob Grosses Einsatz für den »Wiederaufbau unserer Gesellschaft« hervor. Besonders dankte er ihm für seine Initiative, den Vorstand um den Kreis der Generalsekretäre erweitert zu haben. Damit sei ein Anliegen Steiners realisiert worden. Die Erweiterung habe dazu geführt, alte Gräben zwischen Steffen-, Wegman- und Marie Steineranhängern zu überwinden, indem sie sich besser kennenlernten. Durch die Art, wie er das Goetheanum als geistige Realität behandelt habe, sei es zu einem »realen und selbstverständlichen Treffpunkt von Anthroposophen aus aller Welt« geworden und viele erlebten es als einen »Höhepunkt, eine Gabe, wenn sie die Möglichkeit« hätten, »sich hier am Goetheanum zu treffen und zusammen zu arbeiten.« Wie eine Wallfahrt? Schließlich habe sich Grosse Verdienste bei der Förderung des Verständnisses der »Schicksalsdramatik« des Gründungsvorstandes erworben, in die auch die Heutigen auf die eine oder andere Weise verwoben seien. Sophus Clausen dankte Grosse besonders für seine »Initiative zur Bücherfrage«, der bekanntlich Herbert Witzenmann und einige hundert Mitglieder zum Opfer gefallen waren.

Es folgte als zweiter Akt die Ernennung Schmidt-Brabants zum Vorsitzenden – als »Wahl« kann man das Geschehen nicht bezeichnen.[8] Zuerst warb Grosse mit seiner Autorität für eine Zustimmung, indem er auf die »außerordentliche Spannkraft« des Kandidaten und dessen »Reichtum« an Initiativen hinwies. Ihm schloss sich Jörgen Smit an, der etwas weiter ausholte. Der Vorstand unterstütze, wie er beteuerte, »einmütig« den Vorschlag. Er hob die Kollegialität des Gremiums hervor. Diese Kollegialität zeige sich in der gemeinsamen »Erkenntnisarbeit an den Grundquellen der Anthroposophie, an den Grundfragen der ganzen Gegenwart, an den Grundfragen der Anthroposophischen Gesellschaft«. Nicht immer führe diese Erkenntnisarbeit zu »harmonischer Einmütigkeit«, doch das liege in der Natur der Sache, denn wo »freie, selbständige Individualitäten« nach Erkenntnis strebten, könne solche Einmütigkeit nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Im Gegenteil sei eine »beschlossene Einmütigkeit« »außerordentlich verdächtig und fragwürdig«. Differenzen in der Erkenntnissphäre seien zwar mitunter schwer zu ertragen, aber aushaltbar. Schwieriger sei es, zu handeln, wenn Einmütigkeit nicht erzielt worden sei. Manchmal ließen sich Entscheidungen aufschieben, manchmal aber müsse sich eine Minderheit der Mehrheit fügen. Diese Grundsätze hätten die Arbeit unter Grosse bestimmt. Er habe sein Amt nie als Ermächtigung verstanden, verbindliche Direktiven zu erlassen. Eine solche Vorstellung sei »nicht nur falsch«, sondern sogar »sehr schädlich«. Eine weitere Vorstellung bezeichnete Smit sogar als »äußerst gefährlich«, die Vorstellung nämlich, der erste Vorsitzende sei Nachfolger Rudolf Steiners. Diese Vorstellung müsse »total abgebaut« werden, da sie sich belastend auf die Arbeit des Vorsitzenden auswirke.

Nun folgte ein bemerkenswertes Bekenntnis: »Rudolf Steiner ist als geistige Individualität die zentrale Wesenheit in der ganzen anthroposophischen Bewegung und auch nach seinem Tode in allen Schicksalszusammenhängen der ganzen Anthroposophischen Gesellschaft nicht wegzudenken. Wir müssen diese überragende Individualität immer in unserer Mitte finden und nicht mit dem Amt des jeweiligen Ersten Vorsitzenden irgendwie verwechseln. Aus der Anthroposophie heraus, und auch aus Treue zu dieser geistigen Individualität Rudolf Steiners, sollte alle Arbeit in der ganzen anthroposophischen Bewegung, in der ganzen Anthroposophischen Gesellschaft überall fließen.«

Man muss sich die bis dahin verstrichenen rund 60 Jahre Gesellschaftsgeschichte nach dem Tod Steiners vergegenwärtigen, die zu großen Teilen eine Geschichte des Nachfolgestreits waren, um den radikalen Bruch zu ermessen, den diese Sätze darstellten. Das Amt des ersten Vorsitzenden durfte nicht mit einer Nachfolge Rudolf Steiners verwechselt werden, der erste Vorsitzende durfte nicht mit Rudolf Steiner verwechselt werden.

Was aber war dieser Vorsitzende dann? Etwas, das die »Vereinstechnik« forderte. Das Amt war nötig, um eine Generalversammlung zu eröffnen, Dokumente im Namen der Gesellschaft verbindlich zu unterzeichnen usw. Aber dieses scheinbar Technische musste von einem anthroposophischen Bewusstsein begleitet sein, sonst wurde es »mechanisch«. Der erste Vorsitzende verkörperte so etwas wie das anthroposophische Bewusstsein im Vereinstechnischen der Gesellschaft. »Es ist eine sehr strenge Bewusstseinsübung, bis in diese Einzelheiten hinein, die da vorgeht, und die muss jemand auf sich nehmen; eine anthroposophische Bewusstseinsübung bis in diese anstrengenden, scheinbar rein äußerlich belastenden Aufgaben …«. Zu den Bewusstseinsübungen des Vorsitzenden gehörte auch die Verteilung der Aufgaben innerhalb des Vorstandes, die Weitergabe von Informationen »aus der Weltgesellschaft« und vor allem, die Intervention bei Konflikten, die innerhalb der Mitgliedschaft auftraten, mit dem Ziel, selbstverständlich, Lösungen zu finden. Zwar fiele diese Verantwortung dem gesamten Vorstand zu, aber die letzte Verantwortung trage der Vorsitzende. Nichts anderes sei er, als ein »Sammelpunkt der Bewusstseinsbildung und der Initiative«, der Verantwortung für die Gesellschaft und für die Welt. Denn auch dafür, dass die Anthroposophische Gesellschaft in dieser Welt nicht so leuchte, nicht so stark und mächtig sei, wie es die Weihnachtstagung verlange, trage der Vorstand die Verantwortung, zuletzt jedoch der Vorsitzende. Dieses Amt berge daher große Möglichkeiten in sich, aber auch große Belastungen. Aber das Amt des Vorsitzenden sei eingebettet in das Kollegialorgan des Vorstands, das die Verantwortung mittrage, in die Konferenz der Generalsekretäre, schließlich in die gesamte Mitgliedschaft, die aufgerufen sei, sich an dieser Verantwortung zu beteiligen.

Schließlich teilte Smit auch die geplante Rollenverteilung im neuen Vorstand mit: er selbst sollte stellvertretender Vorsitzender werden, Biesantz Schriftführer, Reuther weiterhin Schatzmeisterin bleiben, Grosse und Hiebel als Beisitzer mitwirken, Sease als vollwertiges Mitglied ohne spezifizierte Sonderaufgabe. »Es ist eine Sache der gemeinsamen Arbeitsverteilung und Bewusstseinsarbeit, sich hineinzustellen in den Dienst der Anthroposophischen Gesellschaft, der Anthroposophie, des Goetheanums, der ganzen Menschheit in der Gegenwart«, so Smit.

Nun gab es aber zwei Mitglieder, Robert Kelder und Werner Jordan, die mit dieser Regelung der Nachfolge – nämlich der Nachfolge Grosses – gar nicht einverstanden waren. Sie plädierten dafür, an diesem Tage keinen ersten Vorsitzenden zu »wählen«, sondern in Erwägung zu ziehen, dieses Amt an Herbert Witzenmann zu vergeben. Wie sehr ihr Ansinnen aus der Zeit fiel, zeigte sich an der Abstimmung über diesen Antrag. Nachdem Biesantz, der Versammlungsleiter, betont hatte, dass sich »die führenden Persönlichkeiten von Arbeitszusammenhängen und Einrichtungen in Dornach, die eng mit Herbert Witzenmann zusammenarbeiten, von diesem Vorhaben distanzieren[9] und versucht hätten, den Herren Kelder und Jordan diese Sache auszureden«, sprachen sich, wie bereits erwähnt, 908 Mitglieder gegen den Antrag aus, drei dafür. Schließlich stimmte eine »eindeutige Mehrheit« der Ernennung Schmidt-Brabants zu.

Es folgte der dritte Akt: die Kooptation der amerikanischen Waldorflehrerin Virginia Caroll Sease. Sie war am 3. Oktober 1935 in Upper Darby, Pennsylvania, geboren worden, hatte 1957 am Douglass College der Rutgers University den Bachelor of Arts in Germanistik erworben und anschließend ein Jahr mit Hilfe eines Fulbright-Stipendiums in Tübingen Germanistik studiert. Nach einem weiteren Jahr am Waldorf-Lehrerseminar Stuttgart kehrte sie1959 in die USA zurück, um bis 1964 an der Highland Hall Waldorf School in Los Angeles als Klassenlehrerin tätig zu sein. Danach setzte sie an der Universität von Kalifornien, Los Angeles ihr Germanistikstudium fort, das sie 1966 mit einem Master abschloss. Es folgte 1968 eine Dissertation und von 1967 bis 1974 eine Lehrtätigkeit als Assistenzprofessor am Occidental College Los Angeles. Danach arbeitete sie erneut bis 1983 als Lehrerin an der Highland Hall Waldorf School.

Wie Sease selbst bei ihrer Vorstellungsrede erzählte, hatte sie die Anthroposophie bereits mit 15 Jahren über eine Lehrerin kennengelernt, die sie in Deutsch unterrichtete. Das erste Mal besuchte sie Dornach mit 20 Jahren, um den Faust zu sehen. In Kalifornien entdeckte sie, trotzdem sie Amerikanerin war, »eine neue Welt«, die ihr oft ziemlich fremd vorkam. Abraham Lincoln habe sich öfter gefragt: »Wie sollen die Neger frei werden?« Sie dagegen habe sich gefragt: »Wie soll die Waldorfschule in Amerika sich inkarnieren, damit die Erziehung frei wird?«, denn die Türen seien dieser Pädagogik damals in Kalifornien verschlossen gewesen. Daher der Entschluss, den Doktorgrad zu erwerben, um diese Türen zu öffnen und an der Universität zu unterrichten. Sie erlebte mit, wie die Waldorfschulen in den USA gediehen und sich von rund 10 Schulen im Jahr 1970 auf etwa 80 im Jahr 1984 vermehrten. Allerdings fehlte ihnen, so Sease, häufig der Zusammenhang mit dem anthroposophischen Fundament, noch mehr mit der Anthroposophischen Gesellschaft. Für letztere setzte sie sich, wie Biesantz berichtete, an der Waldorfschule in Los Angeles entschieden ein.

Von ihrer Tätigkeit im Vorstand erhoffte sie sich, die »zentraleuropäische Form der Anthroposophie« durch neue – westliche –Töne zu bereichern. »Kann der Westen etwas anderes außer Raketen und Maschinen nach Europa schicken? […] Kann der Westen das geistige Gut Europas in Schutz nehmen?«, fragte sie die Mitgliederversammlung.

Biesantz war Sease erstmals 1977 durch ihren Einsatz für die Anthroposophische Gesellschaft an der Waldorfschule Los Angeles aufgefallen. Aus weiteren Begegnungen, unter anderem in Spring Valley, sei die Vorstellung entstanden, sie für den Vorstand zu gewinnen. Mit ihrer Kooptation könne der lang gehegte Wunsch erfüllt werden, »dass ein geborener Amerikaner in den Vorstand kommen wird. Und dass eine weitere Frau in den Vorstand kommen wird. Wir wollen das ja anstreben, dass das wieder etwas ins Gleichgewicht kommt, so wie es zu Rudolf Steiners Zeiten war und von Rudolf Steiner auch als geistig notwendig bezeichnet wurde.«

Die amerikanischen »Freunde« mussten den Weggang einer Persönlichkeit verschmerzen, die Nachfolgerin des derzeitigen Generalsekretärs Henry Barnes hätte werden sollen. In Detroit war die Einladung an Sease als »Highway Robbery« bezeichnet worden.

Barnes griff in seiner Rede dieses Motiv auf: »Es wäre mir überhaupt sehr schwer, diese Befürwortung des Vorschlages des Vorstandes hier vor Ihnen zu geben, wenn ich nicht ganz überzeugt wäre, dass, was wir jetzt aus der täglichen Arbeit für die Anthroposophie in Nordamerika, besonders in den Vereinigten Staaten, verlieren, dem Ganzen zugute käme und wenn ich nicht auch überzeugt wäre, dass, was dem Ganzen des Organismus unserer Gesellschaft zugute kommt, letzten Endes auch dem einzelnen Glied, wenn auch in verwandelter Form, zurückkommen wird.«

Auch er hob die Verdienste hervor, die sich Sease für die Entwicklung der Gesellschaft in den USA durch ihre »klare, besonnene, selbstlose Art« erworben habe. Sie sei eine jener »leider nicht allzu vielen Persönlichkeiten« in der pädagogischen Bewegung, »denen es zunächst immer um die Anthroposophie« gehe. Auch in der Reorganisation der amerikanischen Landesgesellschaft zwischen 1974 und 1981, bei der Bildung dreier Regionalkonferenzen, habe sie eine maßgebliche Rolle gespielt. 1980 war sie in die überregionale Landeskonferenz gewählt worden. »Ich glaube« so Barnes, »man könnte eigentlich als Anthroposoph die Wahl eines Westmenschen nicht mit vollem Herzen bejahen, wenn dieser Mensch nicht […] ein Verständnis für die Weltaufgabe der Mitte und des Ostens in sich hat. Ich glaube, in Virginia Sease einen Westmenschen erkannt zu haben, für den der Westen ein Organ geworden ist – ein Organ der Erkenntnis, ein Organ des Schauens für die Menschheit als Ganzes.«

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Anmerkungen:


  1. Die SPIEGEL-Serie begann in Heft 17, das am 23.04.1984, acht Tage nach der Generalversammlung erschien.
  2. Nachrichtenblatt, 6. Mai 1984, 61. Jg. Nr. 19, S. 77 f.
  3. Nachrichtenblatt, 10. Juni 1984, 61. Jg. Nr. 24, S. 102 f.
  4. Schmidt-Brabant behauptete, diese Wortkombination (das »Anthroposophisch-Religiöse«) stamme von Rudolf Steiner. In der Gesamtausgabe findet sie sich jedoch nicht. Hingegen findet sich sehr häufig die Unterscheidung zwischen Anthroposophie als Geisteswissenschaft auf der einen Seite und Religion auf der anderen, sowie der Hinweis darauf, dass erstere nicht angetreten sei, letztere zu ersetzen. Gleichzeitig wird aber auch betont, dass diese Geisteswissenschaft, gerade indem sie ihrer wissenschaftlichen Methodik und Zielsetzung treu bleibt, zur Religion hinführen kann, wenn nicht sogar muss. Zum Beispiel 1920 in einem öffentlichen Vortrag in Basel, in dem Steiner die Anthroposophie gegen Angriffe des evangelischen Theologen Kurt Leese verteidigte: »Was im Geiste erschaut wird, das will Form annehmen; es ist kein didaktisches, es ist kein symbolisches Schaffen, es ist kein Schaffen in strohernen Allegorien, es ist ein wirkliches Drinnenstehen im Leben, was da Kunst aus dem geistigen Anschauen heraus schafft.Und dieses Drinnenstehen im Geiste, es führt das menschliche Ich zusammen mit dem ganzen Kosmos. Ich habe heute darauf hingewiesen, wie im Menschen diejenigen Kräfte, die zu seinem eigentlichen menschenwürdigen Dasein führen, Verantwortlichkeitsgefühle gegenüber der Welt, ich könnte auch sagen Verantwortlichkeitsgefühle gegenüber dem sozialen Dasein sind. Und vieles andere könnte ich aufzählen, wie diese Gefühle erregt werden, indem diejenigen Vorstellungen entwickelt werden, die den Menschen zwar zunächst in Weltenfernen und Weltenweiten führen, die ihm vor Augen stellen all jene Entwicklung, die die Welt durchmachen muss, um am Gipfel anzukommen, am Gipfel des Ich. Wer solche Vorstellungen in sich aufnimmt, er nimmt, indem er sie seiner Seele einverleibt, wahrhaftig nicht bloß kalte Vorstellungen auf, er nimmt dasjenige auf, was Gefühl und Wille ergreift, was das Gefühl durchwärmt mit dem, was herausfließt aus der unermesslichen Größe der Welt. Er nimmt aus diesen Vorstellungen das heraus, was ihm jede einzelne Handlung, die er vollbringt, unter Verantwortung stellt gegenüber der weisheitsvollen Führung der Welt. Fasst man das alles zusammen, dann kann man nur sagen: Aus dem, was in anthroposophischer Geisteswissenschaft als Vorstellungen, als Ideen überliefert wird, aus alledem fließt religiöse Stimmung. Geisteswissenschaft hat von vorneherein nicht etwas sein wollen, was als eine moderne Religion neben irgendeine Religion hintritt, insbesondere nicht neben das Christentum hintritt. Von Anfang an wurde geltend gemacht innerhalb anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft, dass das Christentum diejenige Religion ist, die alle anderen zusammenfasst, und dass es für Anthroposophie darauf ankommt, das Mysterium von Golgatha in demjenigen Sinne zu erklären, wie es für die neuzeitliche Menschheit notwendig ist. Durch Anthroposophie soll aber nichts anderes Religiöses neben dasjenige hingesetzt werden, als was vom Mysterium von Golgatha her selbst der Sinn der Erde ist. Nur diejenigen, die in geistig-tyrannischer Weise wollen, dass nur in einem – nämlich in ihrem – Sinne das weltenweite Mysterium von Golgatha interpretiert wird, die können anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft verleumden als etwas, was diesem Christentum abträglich gegenüberstehen würde.« Hervorhebungen L.R. Anthroposophische Geisteswissenschaft, ihr Wert für den Menschen und ihr Verhältnis zu Kunst und Religion, 3.12.1920, in: Die Anthroposophie und ihre Gegner, GA 255b, Dornach 2003, S. 205.
  5. Es könnte sich um Stellungnahmen zum Eurythmisten Gideon Flachsmann handeln, der 1981 behauptete, als Schüler Michael Aivanovs zu einem spirituellen Meister der weißen Bruderschaft avanciert zu sein und zu dieser Zeit die Schule der Weißen Quelle gründete. Als Gideon Fontalba wirkte er einige Zeit im Umkreis des Goetheanum, um sich anschließend zu einem Universalguru zu entwickeln, der nach dem Tod Babajis von sich sagte, dessen Geist sei auf ihn übergegangen. Ende der 1990er Jahre hatte er seine Aktivitäten nach Neuseeland verlagert und in der Nähe von Auckland ein spirituelles Zentrum gegründet, an dem er unter dem Namen Shin Shiva als Inkarnation des Göttlichen auftrat. Auf einer heute nur noch in Internet-Archiven zugänglichen Webseite wurde er als »Heiler der Menschheit, Befreier der Massen, Herrscher der Reichen und Armen, Weisester der Weisen, Verkünder der Wahrheit, Zerstörer des Bösen, und Miterlöser der Welt« angepriesen. Nach der Jahrtausendwende scheint er wieder in den deutschsprachigen Raum zurückgekehrt zu sein, und sich hier unter dem Namen Shin Gwidion Fontalba als Erneuerer des Keltentums zu betätigen. (Sofern es sich nicht um einen Doppelgänger handelt).
  6. Die Vorträge der Tagung wurden 1983 im Band Erziehung und Meditation im Philosophisch-Anthroposophischen Verlag veröffentlicht.
  7. Nachrichtenblatt, 17. Juni 1984, 61. Jg., Nr. 25.
  8. Nachrichtenblatt, 24. Juni 1984, 61. Jg. Nr. 26
  9. Witzenmann selbst hielt diesen Vorstoß »nicht für nützlich«. Siehe: Klaus Hartmann, Herbert Witzenmann. Eine Biographie, Teil 2, S. 584.

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