1985 | Esoterische und astronautische Wahrheiten oder kann der Geistesforscher irren? (1)

Das anthroposophische Jahr 1985 begann mit einem kleinen Eklat. Georg Unger, der Sohn des 1929 ermordeten Carl Unger und seiner Frau Auguste Arenson, der seit 1963 die Mathematisch-Astronomische Sektion am Goetheanum leitete, veröffentlichte im Nachrichtenblatt für die Mitglieder einen Artikel über Äußerungen Rudolf Steiners und die Ergebnisse der Astronautik.[1] Als…

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1981 | Anthroposophie ist keine Religion, aber religiös

  Wie bereits angedeutet, griff Hagen Biesantz in der Generalversammlung 1981 noch einmal die Frage nach dem Verhältnis zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und Christengemeinschaft auf, die Grosse bereits berührt hatte.[1] Anlass war eine Sendung, die der Westdeutsche Rundfunk zu Steiners Geburtstag am 27. Februar ausgestrahlt hatte.[2] Darin war in der üblichen…

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Konstruktive Hermeneutik – Hinweis auf eine bemerkenswerte Studie

  Lorenzo Ravaglis umfangreiche Studie vertieft mit Akribie und in konstruktiver hermeneutischer Haltung die durchaus komplexeste Dimension im Werk Rudolf Steiners. Mit dem ihm gewohnten interpretatorischen Mut hat sich der Autor nämlich zugetraut, ausgehend von seiner profunden Kenntnis der Quellen, den Weg nachempfinden zu lassen, der Steiner zu einer immer…

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Von der Schrumpfung des Weltgeistes – Neues aus Provo (5)

Das Kapitel über Hegel und Schelling in Clements Einleitung birgt eine Überraschung: Steiner musste sich selbst des Vorwurfs des Solipsismus erwehren. Eine erstaunliche Parallele! Wie kommt es dazu? Aufgrund einer Untersuchung der Verwandtschaft der steinerschen Kosmogonie mit den identitätsphilosophischen, naturphilosophischen und bewusstseinsphilosophischen Systemen der beiden großen Idealisten. Offensichtlich ist für…

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Fast alles ist subjektiv – Neues aus Provo (4)

Die philosophischen Kontexte der anthroposophischen Kosmanthropogonie führen laut Clement von Kant über Schelling und Fichte (Vater und Sohn) zur Theosophie und über diese hinaus. Eine eingehendere Untersuchung seiner philosophischen Entwicklung entkräftet, wie er auch an dieser Stelle betont, die These von der »Konversion« Steiners zur Theosophie, vielmehr erweist sich durch…

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Metamorphose und Rekapitulation – Neues aus Provo (3)

Zu Recht weist Clement in seiner Einleitung im Unterkapitel über die »naturwissenschaftlichen Kontexte« auf die überragende Bedeutung Goethes und Haeckels für Steiners geisteswissenschaftliche Kosmogonie hin. »Ohne die Adaption von Goethes Morphologie und Haeckels Entwicklungslehre wäre die steinersche Kosmogonie, wie sie in der Geheimwissenschaft konzipiert wird, nicht realisierbar gewesen«.[1] Aufgegriffen hat…

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Vom »kosmogenetischen Grundgesetz« – Neues aus Provo – (2)

Clements 191 Seiten umfassende Einleitung zu Steiners kosmanthropogonischen[1] Schriften ist zweigeteilt: der erste (allgemeine) Teil enthält den »Versuch« eines »neuartigen, kritisch-hermeneutischen Zugangs« zu diesen »Standardwerken anthroposophischer Literatur« (113 Seiten); der zweite eine »detaillierte Rekonstruktion der textuellen Entwicklungsgeschichte« der anthroposophischen Kosmogonie von 1883-1910 (78 Seiten). Letzterer referiert ausführlich die theosophischen Versuche,…

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»Bei der Weltschöpfung darbey gewesen« – Neues aus Provo – (1)

Anzuzeigen sind hier die beiden neuen Bände der Kritischen Ausgabe mit Schriften Steiners zur Kosmogonie und Anthropogonie. Aufgrund des Umfangs auf zwei Bände verteilt, enthalten sie neben den Originaltexten Rudolf Steiners (kosmogonisches Fragment von 1903/4, Aus der Akasha-Chronik, Geheimwissenschaft im Umriss) auch eine Reihe von theosophischen Quellentexten von A. P.…

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Weihnachten im Zeitalter der Identitätskriege

Individualität ist unaussprechbar. Diese Einsicht des Neuplatonismus, der das Höchste und Erste daher nur »das Eine« nannte, fand irgendwann auch Einzug in die säkulare Welt. Leibniz sprach die zutreffende Beobachtung aus, man finde an einem Baum keine zwei Blätter, die sich absolut gleichsähen. Max Stirner zog aus seiner Idiosynkrasie gegen…

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Projektive Ausstülpungen. Karma und Freiheit. Schulungswege – Zu Band 6 der SKA #4

Das vierte Unterkapitel der Einleitung zum sechsten Band der kritischen Steiner-Ausgabe befasst sich wie erwähnt mit der »Genese« des Werkes Theosophie. Leitfrage ist die Beziehung zwischen letzterer und der Philosophie der Freiheit bzw. dem philosophischen Werk Steiners. Die Detailstudie dient der Überprüfung der Behauptung Steiners, sein philosophisches Hauptwerk und das…

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