1981 | Der Tröster spricht

  Zwei religionsgeschichtliche Phänomene sollten in einem Rückblick auf das Jahr 1981 nicht unerwähnt bleiben: Papst Johannes Paul II. ernannte im November den Erzbischof von München und Freising, Joseph Aloisius Ratzinger, zum Präfekten der römischen Glaubenskongregation, der sich für die Durchsetzung seiner moralpolitischen Agenda in den folgenden Jahren als äußerst…

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1980 – Zwischen verklärtem Ursprung und apokalyptischem Ende

Die von van Manen kenntnisreich ausgebreitete Selbstdeutung der anthroposophischen Gesellschaft zwischen verklärtem Ursprung und apokalyptischem Ende bildete den Stimmungshintergrund, aus dem viele Angehörige der sogenannten Tochterbewegungen die Kraft für ihre Tätigkeit schöpften. Sie wollten mitwirken an der Vorbereitung jener Kulmination, jener großen Entscheidungszeit, der die anthroposophische Bewegung am Jahrhundertende zustrebte.…

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1979 | Vergangenheit, die nicht vergehen will

Am 25. Februar 1979 lud der Vorstand der anthroposophischen Gesellschaft, bestehend aus Rudolf Grosse, Friedrich Hiebel, Hagen Biesantz, Jörgen Smit, Manfred Schmidt-Brabant und Gisela Reuther die Mitglieder zur Generalversammlung ein, die dieses Jahr am 8. April, einem Palmsonntag, stattfand.[1] Zur Diskussion standen drei Anträge: eine vom Vorstand eingebrachte Änderung des…

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Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Albert Steffen (3) – Streit um Waldorfpionier Eymann

Seit 1931 bestand eine von Curt Conrad Englert-Faye und Johannes Waeger gegründete Pädagogische Arbeitsgruppe am Goetheanum, die die Stelle einer nicht vorhandenen Pädagogischen Sektion vertrat. Bis zu seinem Tod hatte Steiner die Verantwortung für das pädagogische Arbeitsgebiet getragen – ebenso wie für die allgemein-anthroposophische Sektion. Marie Steiner hatte die Schirmherrschaft…

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1978 | Versäumte Versöhnung (2)

Der vierte Verstorbene, den Grosse namentlich erwähnte, veranlasste ihn zu etwas längeren Ausführungen, da das problematische Verhältnis zur Institution, die jener repräsentierte – das Jahrzehnte der Gesellschaftsgeschichte geprägt hatte und auch 1978 fortbestand –, den meisten Anwesenden in lebhafter Erinnerung gewesen sein dürfte und Grosse selbst an der Entwicklung dieses…

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1976 | Andrängende Studentenwogen und drohende Gewitterwolken

Die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft am 11. April 1976 verlief bemerkenswert friedlich. Frühere Gesellschaftskonflikte klangen nur wie eine ferne Erinnerung in einzelnen Redebeiträgen nach, martialische Töne brachte allerdings ein Bericht Gerhard Kienles in die Versammlung, der von den Schlachten erzählte, die erfolgreich gegen das geplante deutsche Arzneimittelgesetz geschlagen worden waren.…

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1976 | Epiphanie eines Mythos – Teil 1

Im Jahr 1976 begann das Terrorregime Pol Pots, dessen genozidaler Dystopie bis Ende 1978 fast ein Viertel der Bevölkerung Kambodschas (1,6 Millionen Menschen) zum Opfer fallen sollte. Im selben Jahr trat der größte bekannte Schlächter der Menschheitsgeschichte, Mao Zedong, von der Bühne dieser Welt ab[1], um fortan in der Hölle…

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1975 | Wachsende Anerkennung, zunehmende Bedrohung

Im folgenden Teil der Generalversammlung 1975 musste sich die Mitgliedschaft mit einem weiteren Antrag auseinandersetzen, der weniger wegen seines Inhaltes, als wegen der Argumentation von Interesse ist, die schließlich zu seiner Ablehnung führte. Den Antrag stellte der Mitbegründer des Dortmunder Pädagogisch-Sozialen Zentrums, der Zweigleiter und Eurythmist Willi Kux. Er forderte, die…

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