1957-1962 | Das Schweigen der Lämmer

goetheanum

Die Jahre bis zum Tod Guenther Wachsmuths und Albert Steffens (1963) scheinen für die Anthroposophische Gesellschaft reichlich unspektakulär verlaufen zu sein. Zumindest erweckt die Berichterstattung im »Nachrichtenblatt« für deren Mitglieder diesen Eindruck. Aber diese Berichterstattung ist selektiv, um nicht zu sagen tendenziös. Folgt man den abgedruckten Protokollen, könnte man meinen, auf der Generalversammlung 1957 seien Continue Reading →

1956 | Die beleidigte Gesellschaft erweitert ihren Vorstand

Esoterisches Personal: Rudolf Grosse, 1906-1994

Auch das Jahr 1956 stand im Zeichen der Auseinandersetzung um den literarischen und künstlerischen Nachlass Rudolf Steiners. Außerdem starb in diesem Jahr Wilhelm Lewerenz, der Leiter der Sektion für redende und musizierende Künste. Sein Tod zog eine Erweiterung des Vorstandes nach sich, die bei einer außerordentlichen Generalversammlung Ende Dezember 1956 vollzogen wurde. Zuvor aber hielt Continue Reading →

1953-1955 – Lauter ungelöste Fragen

Friedrich Husemann (Psychiater, Begründer der Husemann-Klinik in Wiesneck, 1887-1959)

Wie bereits Mitte der 1930er Jahre trennte sich auch durch den Konflikt mit Marie Steiner und dem Nachlassverein ein Teil der Mitgliedschaft von der »Allgemeinen« Anthroposophischen Gesellschaft. Die Sezession gab sich einen eigenen organisatorischen Status, insbesondere als »Anthroposophische Vereinigung in der Schweiz«, die mit einer Reihe von Zweigen (Arbeitsgruppen) noch heute existiert. Die Spaltung zog Continue Reading →

Impromptu zwischen den Zeiten

Licht und Finsternis, Rudolf Steiner 1923

Wer sich mit der Geschichte der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung beschäftigt, wird immer wieder über die Zähigkeit erstaunt sein, mit der die unterschiedlichen Gruppierungen an den einmal erwählten Zielsetzungen festhielten. Trotz aller äußeren Widerstände – die Anthroposophische Gesellschaft und ihre »Zweckverbände« wurden während der Zeit des Nationalsozialismus aufgrund ideologischer Unvereinbarkeit in Deutschland verboten – und Continue Reading →

1949-1952 | Der Prozess um den Nachlass Rudolf Steiners

hochschulvermerk_1933

Der ursprüngliche Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft war nach der Kaltstellung und dem kurz darauf erfolgten Tod Marie Steiners auf zwei Mitglieder geschrumpft. Albert Steffen war bei Marie Steiners Tod 64 Jahre alt, Guenther Wachsmuth 55. Die Leitung einer Internationalen Gesellschaft mit Tausenden von Mitgliedern und die gleichzeitige Verantwortung für eine Freie Hochschule für Geisteswissenschaft Continue Reading →

1946-1948 | Verhärtete Fronten und Keime künftiger Versöhnung

Beatenberg, Refugium Marie Steiners bis zu ihrem Tod 1948

Auf merkwürdige Weise gespiegelt oder verzerrt erscheinen die großen Konflikte der dreißiger Jahre um spirituelle Autorität und Nachfolge, die zwischen Ita Wegman und Elisabeth Vreede auf der einen und Albert Steffen, Marie Steiner und Guenther Wachsmuth auf der anderen Seite ausgetragen wurden, in den Konflikten der 1940er und -50er Jahre, die sich schließlich im Streit Continue Reading →

1936-1946 | Ahrimans Unterpfand. Der Streit um den Nachlass Rudolf Steiners

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Nach 1935 kann die Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung nicht mehr ausschließlich als Geschichte jener Gesellschaft erzählt werden, die in Dornach ihren Mittelpunkt sah. Wenn sich anthroposophische Bewegung und Gesellschaft durch die Übernahme des Vorsitzes seitens Rudolf Steiners miteinander vereinigt hatten, dürften sie spätestens seit den großen Ausschlüssen im Jahr 1935 wieder getrennte Wege Continue Reading →

Die Ukraine als Schauplatz eines Kampfes zwischen Eurasiern und Atlantiern

St. Michael's Kathedrale in Kiew, Ukraine. Foto: Petar Milošević.

Wladimir Putin brachte in seiner Regierungserklärung zur Ukraine und der Krim am 18. März 2014 zum Ausdruck, dass er die Zukunft der Ukraine, dieses russischen Herzlandes, in ihrer »Integration in den eurasischen Raum« sieht. Damit spielte er auf geopolitische Überzeugungen an, nach denen Konflikte zwischen Blöcken Folge geographischer Gegebenheiten sind. Aus der Sicht der Eurasier Continue Reading →

1935 | Ausschluss und Verbot

Rudolf Steiner, Wandtafelzeichnung: Golgatha, Vom Raum in die Zeit, 1924

Im Februar 1935 erschien eine »Denkschrift über Angelegenheiten der Anthroposophischen Gesellschaft in den Jahren 1925 bis 1935«, zu deren Verfassern Paul Bühler (1903-1966), Curt Englert-Faye, Otto Fränkl, Emil Grosheintz (1867-1946), Ehrenfried Pfeiffer (1899-1961), Hermann Poppelbaum, Paul Eugen Schiller (1900-1992), Günther Schubert und Jan Stuten (1890-1948) gehörten. Der Titel »Kampfschrift« hätte diesem Pamphlet besser entsprochen, handelte Continue Reading →

1934 | Die »Neigungen der Welt« und die »wahre Anthroposophie«

Owen Barfield, 1898-1997

  Ihr Vorspiel fand die Generalversammlung vom 27./28. März 1934 in einer Generalversammlung der englischen Landesgesellschaft am 10. und 11. Februar 1934. Diese verabschiedete eine von Owen Barfield vorbereitete Resolution, als Antwort auf die Gründung eines gesellschaftlichen Zusammenschlusses, der von Harry Collison geleitet und vom Dornacher Dreiervorstand (Albert Steffen, Marie Steiner, Guenther Wachsmuth) unterstützt wurde. Continue Reading →