Ein verzerrtes Bild

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Anmerkungen zu einer Rezension des Buches von Markus Osterrieder über den ersten Weltkrieg. In der Dezember-Nummer 2014 von Info3 setzt sich Ansgar Martins kritisch mit dem Buch von Markus Osterrieder: »Welt im Umbruch. Nationalitätenfrage, Ordnungspläne und Rudolf Steiners Haltung im Ersten Weltkrieg. Stuttgart 2014: Verlag Freies Geistesleben« (1722 Seiten) auseinander. Im einführenden Text heißt es, das Buch Continue Reading →

Der Pfad der Schülerschaft III – Der Prüfungspfad. Die vier Initiationen

Olcott, Besant, Leadbeater, Adyar 1905

Vorbemerkung: Besant greift in diesem Vortrag den Weg des Jnana-Yoga, des Yogas der Erkenntnis, mit seinen vier »Sadhana Chatushtayas« – den »vier Mitteln der Erlösung« auf, nachdem sie im vorhergehenden Vortrag den Karma-Yoga der Vorbereitungsstufe zugeordnet hat. Diese Mittel der Erlösung sind die folgenden: Viveka, die Unterscheidung zwischen Realem und Unrealem; Vairagya, Gleichgültigkeit gegenüber den Continue Reading →

Der Pfad der Schülerschaft – II – Bedingungen der Schülerschaft

Annie Besant um 1880

Annie Besant. 2. Vortrag, 28. Dezember 1895. Kontrolle des Denkens. Meditation. Charakterbildung. Brüder, – das Unterthema das ich heute Morgen zu erörtern habe, sind die Bedingungen der Schülerschaft. Lasst mich damit beginnen, dass ich eure Aufmerksamkeit auf die Frage der Wiedergeburt lenke und darauf, wie ein Mensch begreifen kann, was unter Schülerschaft zu verstehen ist Continue Reading →

Der Pfad der Schülerschaft – I – Erste Schritte – Reinigung

Annie Besant 1897

Im Dezember 1895 hielt Annie Besant, die spätere Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft, die damals bereits deren  Esoterische Schule leitete, anlässlich des 20. Geburtstags dieser Gesellschaft in Madras vier Vorträge zum Thema »Der Pfad der Schülerschaft«. Manche Autoren vertreten die Auffassung, diese vier Vorträge über den esoterischen Pfad, die 1896 erstmals in deutscher Übersetzung erschienen, seien die Continue Reading →

Die Anthroposophie: ein »Rückfall« in den Mythos?

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Im November 2014 ist als zweiter Band der Kritischen Ausgabe (SKA) Band 7 mit Schriften Steiners zur Erkenntnisschulung erschienen. Darin enthalten sind »Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?«, »Die Stufen der höheren Erkenntnis« sowie einige Materialien aus Steiners erkenntniskultischer Arbeit. Das Vorwort zu diesem Band hat Gerhard Wehr verfasst. Wie bereits der 2013 vorgelegte Continue Reading →

1968: Ein Tag von weltgeschichtlich negativer Bedeutung

Hermann Linde, Der Tempel aus Goethes Märchen als Vorbild des Goetheanum

Am 14. Januar 1968 erschien im »Nachrichtenblatt« der Anthroposophischen Gesellschaft folgende Mitteilung: »Der Bücherverkauf am Goetheanum wird in Zukunft auch die durch die Nachlassverwaltung herausgegebenen Werke Rudolf Steiners in den Verkauf aufnehmen. Dieser Beschluss beendet einen seit vielen Jahren bestehenden, den Mitgliedern in seiner Verursachung bekannten Zustand. Dadurch werden Kräfte frei, die für die Weiterentwicklung Continue Reading →

Rudolf Steiner – Biografische Miniaturen

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Ende 1912 trennte sich die von Rudolf Steiner geleitete Deutsche Sektion von der Theosophischen Gesellschaft Annie Besants. Im Februar 1913, bei der ersten Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in Berlin, hielt Steiner einen autobiografischen Vortrag, in dem er auf seine Kindheit zurückblickte. Darin teilte er einige intime Details mit, die sich sonst nirgends erwähnt finden. Als Continue Reading →

1967: Die Verwirklichung der Weihnachtstagung als ewige Aufgabe

Rotgardisten mit Maobibel, die Inschrift zitiert den großen Vorsitzenden: »Gründlich lernen, täglich aufwärts«.

Mitte der 1960er Jahre beschäftigte sich die anthroposophische Bewegung nicht nur mit der »Bücherfrage«. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts nahm diese Bewegung einen bedeutenden Aufschwung. Dieser Aufschwung war auch durch die gesamtgesellschaftliche Entwicklung bedingt, durch die anthroposophische Kernthemen wie Menschenrechte, Emanzipation, Ökologie, ganzheitliche Heilweisen und Spiritualität auf die politische und kulturelle Tagesordnung gesetzt wurden. Continue Reading →

1966: Der Vorstand als spirituelle Emanation des Geisteslehrers

Hagen Biesantz, 1924-1996

Die »Erklärung« des Vorstandes zur Bücherfrage im Jahr 1965 erklärte oder klärte gar nichts, vielmehr war die durch sie hervorgerufene Verwirrung beträchtlich. Auch in den folgenden Jahren rangen unterschiedliche Positionen miteinander. Der Vorstand selbst war in dieser Frage gespalten. Während Grosse den gordischen Knoten pragmatisch durchschlagen wollte, erwies sich Witzenmann als Bedenkenträger (manche bezeichneten ihn Continue Reading →

1965: »Rudolf Steiners Bücher gehören ins Goetheanum«

Goetheanum, Detail

Dass die Aktivitäten der Haußer-Stiftung zumindest für Rudolf Grosse ein maßgeblicher Grund waren, sich mit der »Bücherfrage« zu beschäftigen – die sich bei ihm ab 1965 nachgerade zum beherrschenden Thema entwickelt zu haben scheint –, geht aus einem langen Brief hervor, den er Ende März 1965 an seinen Vorstandskollegen Herbert Witzenmann schrieb, der zu dieser Continue Reading →