1976 | Wir haben eine Schlacht geschlagen, aber nicht den Krieg gewonnen

Je mehr anthroposophische Initiativen versuchten, die Gesellschaft umzugestalten, umso stärker zogen sie die Aufmerksamkeit der Bürokratie und der Öffentlichkeit auf sich und umso deutlicher kristallisierte sich die Wahrnehmung der Beharrungskräfte heraus, die der beabsichtigten Umgestaltung im Wege standen. Logischerweise setzte das Streben nach Veränderung, das mit dem Bedürfnis nach gesellschaftlicher…

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1976 | Andrängende Studentenwogen und drohende Gewitterwolken

Die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft am 11. April 1976 verlief bemerkenswert friedlich. Frühere Gesellschaftskonflikte klangen nur wie eine ferne Erinnerung in einzelnen Redebeiträgen nach, martialische Töne brachte allerdings ein Bericht Gerhard Kienles in die Versammlung, der von den Schlachten erzählte, die erfolgreich gegen das geplante deutsche Arzneimittelgesetz geschlagen worden waren.…

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1975 | Wachsende Anerkennung, zunehmende Bedrohung

Im folgenden Teil der Generalversammlung 1975 musste sich die Mitgliedschaft mit einem weiteren Antrag auseinandersetzen, der weniger wegen seines Inhaltes, als wegen der Argumentation von Interesse ist, die schließlich zu seiner Ablehnung führte. Den Antrag stellte der Mitbegründer des Dortmunder Pädagogisch-Sozialen Zentrums, der Zweigleiter und Eurythmist Willi Kux. Er forderte, die…

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1975 | »Ohne mehr Anthroposophie werden wir überhaupt nichts leisten können«

Im Jahr 1975 wurden zwei neue Mitglieder in den Vorstand der anthroposophischen Gesellschaft »kooptiert«. Eine Kooptation ist keine demokratische Wahl, sondern die Erweiterung oder Ergänzung eines Verantwortungsgremiums durch sich selbst, die mit einer Form ritualisierter Zustimmung – in diesem Fall mit einer »Akklamation« – verbunden werden kann. Hagen Biesantz oblag…

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1974 | Ganz reale Widersachermächte

Aufschlussreich sind die Berichte, die am Abend des 7. April 1974 aus verschiedenen Ländern und der medizinischen Sektion bei der Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft gegeben wurden. Sie bezeugen, dass die anthroposophische Bewegung im sozialen und politischen Kontext Europas inzwischen unübersehbare Wirkungen entfaltete. Sie zeigen aber auch, dass diese Wirkungen teilweise…

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1972 | Auszug aus Ägypten

Im Jahr 1972 steuerte der Konflikt in der Anthroposophischen Gesellschaft auf einen Höhepunkt zu. Herbert Witzenmann war nicht gewillt, seine »Funktionen in Vorstand und Hochschule als ruhend zu betrachten«. Auf das im Januar veröffentlichte Schreiben seiner Kollegen antwortete er mit einem Brief, der Anfang Februar im »Nachrichtenblatt« abgedruckt wurde. Im…

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1957-1962 | Das Schweigen der Lämmer

Die Jahre bis zum Tod Guenther Wachsmuths und Albert Steffens (1963) scheinen für die Anthroposophische Gesellschaft reichlich unspektakulär verlaufen zu sein. Zumindest erweckt die Berichterstattung im »Nachrichtenblatt« für deren Mitglieder diesen Eindruck. Aber diese Berichterstattung ist selektiv, um nicht zu sagen tendenziös. Folgt man den abgedruckten Protokollen, könnte man meinen,…

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