1982 | Mitte, Ost und West. Die Deutschen und ihr Volksgeist. Die Anthroposophische Gesellschaft als Urbild einer »offenen Gesellschaft«

Die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft fand 1982 am 4. April, einem Palmsonntag, statt.[1] Seit der letzten Mitgliederzusammenkunft waren 600 verstorben, 2550 neue aufgenommen worden. Zu den prominenteren unter den Verstorbenen gehörten – neben Ernst Weißert – der Priester der Christengemeinschaft Otto Palmer (1896-1981), Verfasser einer Monographie zur Philosophie der Freiheit,…

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1982 | Apotheose oder Theophanie? (3) – Sergej O. Prokofieff und der »Menschheitslehrer« Rudolf Steiner

  Das umfangreichste Kapitel der Studie zu Steiners Lebensweg in Prokofieffs Buch beschäftigt sich mit seinem Wirken als »Menschheitslehrer«. Zu Beginn des Jahrhunderts, so wird erzählt, tritt er als »Verkünder« einer neuen »geistigen Offenbarung« an die Öffentlichkeit, um »der Erde« nach dem Ende des finsteren Zeitalters jene Kräfte zu bringen,…

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1982 | Apotheose oder Theophanie? – Prokofieff und die »Grundlegung der neuen Mysterien« – (2)

Das zweite Kapitel des okkulten Schlüsselromans, in den sich das Leben Rudolf Steiners im Bewusstsein des russischen Autors Sergej O. Prokofieff verwandelt, ist der »großen Sonnenperiode« vom 21. bis 42 Lebensjahr gewidmet, das der Ausreifung der drei Seelenglieder dient (PR, 39-65). Auch in dieser großen Periode folgen die Prüfungen, Kämpfe…

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1982 | Apotheose oder Theophanie?* – Sergej O. Prokofieff und die »Grundlegung der neuen Mysterien« – (1)

  Prokofieffs Buch über die Grundlegung der neuen Mysterien stellt den Höhepunkt der Ausgestaltung jenes spirituell-sozialen Mythos dar, dessen Ausgangspunkt und Gravitationszentrum bis heute Rudolf Steiner bildet. Alle Ingredienzien eines solchen finden sich in dieser »großen Erzählung«: die wundersame, von Vorahnungen seiner künftigen Größe umgebene Geburt und Kindheit des Heros,…

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1982 | Zwischen Phantásien und Waldsterben

  Rufen wir uns kurz den Ereignishorizont des Jahres 1982 in Erinnerung, bevor wir uns der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung zuwenden. 1982 war das Jahr des Falkland- und des Ersten Libanonkrieges, in dem auch der Erste Golfkrieg zwischen Irak und Iran, der 1980 begonnen hatte, fortdauerte. Innerhalb dreier Monate gelang…

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1981 | Anthroposophie ist keine Religion, aber religiös

  Wie bereits angedeutet, griff Hagen Biesantz in der Generalversammlung 1981 noch einmal die Frage nach dem Verhältnis zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und Christengemeinschaft auf, die Grosse bereits berührt hatte.[1] Anlass war eine Sendung, die der Westdeutsche Rundfunk zu Steiners Geburtstag am 27. Februar ausgestrahlt hatte.[2] Darin war in der üblichen…

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Konstruktive Hermeneutik – Hinweis auf eine bemerkenswerte Studie

  Lorenzo Ravaglis umfangreiche Studie vertieft mit Akribie und in konstruktiver hermeneutischer Haltung die durchaus komplexeste Dimension im Werk Rudolf Steiners. Mit dem ihm gewohnten interpretatorischen Mut hat sich der Autor nämlich zugetraut, ausgehend von seiner profunden Kenntnis der Quellen, den Weg nachempfinden zu lassen, der Steiner zu einer immer…

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Von der Schrumpfung des Weltgeistes – Neues aus Provo (5)

Das Kapitel über Hegel und Schelling in Clements Einleitung birgt eine Überraschung: Steiner musste sich selbst des Vorwurfs des Solipsismus erwehren. Eine erstaunliche Parallele! Wie kommt es dazu? Aufgrund einer Untersuchung der Verwandtschaft der steinerschen Kosmogonie mit den identitätsphilosophischen, naturphilosophischen und bewusstseinsphilosophischen Systemen der beiden großen Idealisten. Offensichtlich ist für…

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Fast alles ist subjektiv – Neues aus Provo (4)

Die philosophischen Kontexte der anthroposophischen Kosmanthropogonie führen laut Clement von Kant über Schelling und Fichte (Vater und Sohn) zur Theosophie und über diese hinaus. Eine eingehendere Untersuchung seiner philosophischen Entwicklung entkräftet, wie er auch an dieser Stelle betont, die These von der »Konversion« Steiners zur Theosophie, vielmehr erweist sich durch…

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Metamorphose und Rekapitulation – Neues aus Provo (3)

Zu Recht weist Clement in seiner Einleitung im Unterkapitel über die »naturwissenschaftlichen Kontexte« auf die überragende Bedeutung Goethes und Haeckels für Steiners geisteswissenschaftliche Kosmogonie hin. »Ohne die Adaption von Goethes Morphologie und Haeckels Entwicklungslehre wäre die steinersche Kosmogonie, wie sie in der Geheimwissenschaft konzipiert wird, nicht realisierbar gewesen«.[1] Aufgegriffen hat…

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