1976 | Wir haben eine Schlacht geschlagen, aber nicht den Krieg gewonnen

Je mehr anthroposophische Initiativen versuchten, die Gesellschaft umzugestalten, umso stärker zogen sie die Aufmerksamkeit der Bürokratie und der Öffentlichkeit auf sich und umso deutlicher kristallisierte sich die Wahrnehmung der Beharrungskräfte heraus, die der beabsichtigten Umgestaltung im Wege standen. Logischerweise setzte das Streben nach Veränderung, das mit dem Bedürfnis nach gesellschaftlicher…

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1976 | Andrängende Studentenwogen und drohende Gewitterwolken

Die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft am 11. April 1976 verlief bemerkenswert friedlich. Frühere Gesellschaftskonflikte klangen nur wie eine ferne Erinnerung in einzelnen Redebeiträgen nach, martialische Töne brachte allerdings ein Bericht Gerhard Kienles in die Versammlung, der von den Schlachten erzählte, die erfolgreich gegen das geplante deutsche Arzneimittelgesetz geschlagen worden waren.…

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1975 | Die Verabschiedung eines Souveräns

Im Jahr 1975 beschäftigte das Goetheanum rund 200 Mitarbeiter, von denen mehr als zwanzig zwischen 70 und 90 Jahre alt waren. Rund fünfzig dieser Mitarbeiter, also ein gutes Viertel, waren über 60.[1] Dieses Viertel befand sich also in einem Alter, das bis vor das Jahr 1915 zurückreichte. Die jüngsten dieser…

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1972 | Auszug aus Ägypten

Im Jahr 1972 steuerte der Konflikt in der Anthroposophischen Gesellschaft auf einen Höhepunkt zu. Herbert Witzenmann war nicht gewillt, seine »Funktionen in Vorstand und Hochschule als ruhend zu betrachten«. Auf das im Januar veröffentlichte Schreiben seiner Kollegen antwortete er mit einem Brief, der Anfang Februar im »Nachrichtenblatt« abgedruckt wurde. Im…

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1970 | Getrübte Euphorie

Im Jahr der US-Invasion in Kambodscha, der Gründung der RAF und des Arbeiteraufstandes in Polen, begann der Vorstandskonflikt der anthroposophischen Gesellschaft aus seiner Latenzphase zu erwachen, in die er im vorangegangenen Jahr eingetreten war. Aus der Sicht des übrigen Vorstandes war es nur konsequent, einem Mitglied, das an seinen Sitzungen…

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1969 | One giant leap for man, one small step for mankind

Dass die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft nicht nur mit der Selbstdestruktion beschäftigt, sondern auch zu bedeutenden sozialen Leistungen imstande waren, zeigt ein Ereignis, das zu den deprimierenden Szenen der Generalversammlungen einen erfreulichen Kontrast bildet: die Gründung des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke durch Gerhard Kienle (1923-1983), das im November 1969 eröffnet wurde. Der…

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1967: Die Verwirklichung der Weihnachtstagung als ewige Aufgabe

Mitte der 1960er Jahre beschäftigte sich die anthroposophische Bewegung nicht nur mit der »Bücherfrage«. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts nahm diese Bewegung einen bedeutenden Aufschwung. Dieser Aufschwung war auch durch die gesamtgesellschaftliche Entwicklung bedingt, durch die anthroposophische Kernthemen wie Menschenrechte, Emanzipation, Ökologie, ganzheitliche Heilweisen und Spiritualität auf die politische…

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