Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Albert Steffen (8) – Ein Versöhnungsaufruf verhallt (1942-1943)

Am 12. Dezember 1942 veröffentlichte die 75jährige Marie Steiner einen »Aufruf zur Versöhnung«, ihren sogenannten ersten Verständigungsappell[1], an die Mitglieder der anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz im Nachrichtenblatt. Zu Recht wurde dieser Text als »Appell« bezeichnet, denn er ergeht sich in der Tat seitenlang in Reflexionen über den moralischen Verfall…

weiterlesen

Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Albert Steffen (7) – Eskalation und »Verrat« 1942

Eskalation des Konfliktes um Eymann Im Januar 1942 wurde, wie bereits erwähnt, in Bern die »Freie Pädagogische Vereinigung« gegründet. [1] Hintergrund war die Tatsache, dass sich die Berner Gegner der Anthroposophie und Rudolf-Steiner-Pädagogik keineswegs mit der Entlassung Eymanns zufrieden gaben, sondern alle Lehrer aus Staatsschulen entfernen wollten, die diese Pädagogik…

weiterlesen

Die »Philosophie der Freiheit« Rudolf Steiners und die »Strukturphänomenologie« Herbert Witzenmanns

Ideelle Kontinuität als Wissenschaftsprinzip Gastbeitrag von Reto Andrea Savoldelli »Ein Denken, das dem Organismus nicht unterworfen ist, lebt für das gewöhnliche Bewusstsein nur, während der Mensch im sinnlichen Wahrnehmen begriffen ist«. Rudolf Steiner[1] Zum dreißigsten Todestag Herbert Witzenmann am 24. September 2018. Die Zahl der Menschen, die ihr Leben nur…

weiterlesen

Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Albert Steffen (6). Der »Ballmerhandel« 1941

Während Steffen noch mit den Boosschen Invektiven zu kämpfen hatte (siehe: hier), wurde ihm schon der nächste angebliche »Angriff« von seiten Friedrich Eymanns kolportiert. Im Januar 1941 veröffentlichte der streitlustige Pfarrer im Troxler-Verlag eine Broschüre Karl Ballmers über den Theologen A.E. Biedermann.[1] Die Broschüre erschien drei Monate vor der Generalversammlung…

weiterlesen

1979 | Vergangenheit, die nicht vergehen will

Am 25. Februar 1979 lud der Vorstand der anthroposophischen Gesellschaft, bestehend aus Rudolf Grosse, Friedrich Hiebel, Hagen Biesantz, Jörgen Smit, Manfred Schmidt-Brabant und Gisela Reuther die Mitglieder zur Generalversammlung ein, die dieses Jahr am 8. April, einem Palmsonntag, stattfand.[1] Zur Diskussion standen drei Anträge: eine vom Vorstand eingebrachte Änderung des…

weiterlesen

Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Steffen (5). Geistige Landesverteidigung und der »Kern der Gesellschaftsproblematik«

Wie bereits erwähnt, entwickelte sich auch um das neue Theaterstück Albert Steffens über Johann Heinrich Pestalozzi ein Drama zwischen Marie Steiner und ihm. Steffen pflegte nicht nur als Vorsitzender der Gesellschaft, sondern auch als Dichter seine Empfindlichkeiten. Ursprünglich bestand die Absicht, das Stück im Rahmen der Festspiele zur Schweizer Landesausstellung…

weiterlesen

Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Steffen (4) – Anthroposophie im Berner Großen Rat

Da Friedrich Eymanns Lehrauftrag am Seminar in Hofwil nicht verlängert worden war, unternahmen einige seiner Schüler und Sympathisanten den Versuch, diese Entscheidung zu revidieren, indem sie sich durch ein Flugblatt mit dem Titel Bernische Schule – Bernischer Staat an die Öffentlichkeit wandten, an dessen Formulierung u.a. Eymann und Jakob Streit…

weiterlesen

Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Albert Steffen (2) – Katalysator Roman Boos

Der Konflikt zwischen den beiden Vorstandsmitgliedern der anthroposophischen Gesellschaft hat eine lange Vorgeschichte, die ohne die unterschiedlichen sozialen Konstellationen, in die Marie Steiner und Steffen jeweils eingebettet waren, nicht zu verstehen ist. Die beiden Protagonisten handelten nie als isolierte Einzelpersonen, sondern stets als Knotenpunkte sozialer Netzwerke, die ihr Handeln beeinflussten,…

weiterlesen