1976 | Andrängende Studentenwogen und drohende Gewitterwolken

Die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft am 11. April 1976 verlief bemerkenswert friedlich. Frühere Gesellschaftskonflikte klangen nur wie eine ferne Erinnerung in einzelnen Redebeiträgen nach, martialische Töne brachte allerdings ein Bericht Gerhard Kienles in die Versammlung, der von den Schlachten erzählte, die erfolgreich gegen das geplante deutsche Arzneimittelgesetz geschlagen worden waren.…

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1976 | Epiphanie eines Mythos – Teil 1

Im Jahr 1976 begann das Terrorregime Pol Pots, dessen genozidaler Dystopie bis Ende 1978 fast ein Viertel der Bevölkerung Kambodschas (1,6 Millionen Menschen) zum Opfer fallen sollte. Im selben Jahr trat der größte bekannte Schlächter der Menschheitsgeschichte, Mao Zedong, von der Bühne dieser Welt ab[1], um fortan in der Hölle…

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1975 | Rudolf Steiners eigentliche Aufgabe

Die Jahresversammlung der anthroposophischen Gesellschaft 1975 hatte zwei gewichtige Entscheidungen zu treffen, die ihre Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten bestimmen sollten. Sie berief zwei neue Mitglieder in den Vorstand: den 59jährigen Jörgen Smit, der eine anthroposophisch besonders aktive Region, Skandinavien, repräsentierte, und den 49jährigen Manfred Schmidt-Brabant, der die Interessen der…

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1973 | Die Anthroposophische Gesellschaft als »Geistorgan« der Menschheit

Wie vielfältig und sozial folgenreich die Aktivitäten der »tätigen« Mitglieder der Gesellschaft waren, die laut Grosse oft mehrere Arbeitsfelder zu »beackern« hatten, geht aus den Berichten solcher Mitglieder am 19. und 21. April 1973 während der Generalversammlung hervor. Walter Holtzapfel und Rita Leroi erzählten aus der Arbeit der Medizinischen Sektion.…

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1935 | Ausschluss und Verbot

Im Februar 1935 erschien eine »Denkschrift über Angelegenheiten der Anthroposophischen Gesellschaft in den Jahren 1925 bis 1935«, zu deren Verfassern Paul Bühler (1903-1966), Curt Englert-Faye, Otto Fränkl, Emil Grosheintz (1867-1946), Ehrenfried Pfeiffer (1899-1961), Hermann Poppelbaum, Paul Eugen Schiller (1900-1992), Günther Schubert und Jan Stuten (1890-1948) gehörten. Der Titel »Kampfschrift« hätte…

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1930 | Sukzession und falsche Bodhisattvas

Für das Verständnis der weiteren Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft ist die Kenntnis gewisser Vorgänge unabdingbar, die sich im Jahr 1930 abspielten. Sie führten dazu, dass der Vorstand endgültig auseinanderbrach und keine gemeinsamen Besprechungen mehr durchführen konnte. Bei einer Zusammenkunft der Generalsekretäre im November schließlich wurden die seit fünf Jahren schwelenden…

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1928-1929 | Streit um ein Testament

Zu Beginn des Jahres 1928 trat ein weiteres Thema in den Vordergrund, das die Gräben zwischen den Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft vertiefen sollte. Schauplatz war die Generalversammlung im Februar 1928, Gegenstand der Auseinandersetzungen: das Testament Rudolf Steiners. Alice Sauerwein (1865-1932), die von Steiner anerkannte Generalsekretärin der französischen Landesgesellschaft, die einige…

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1926-1927 | Alexanderlegende und ein Zirkel von Spiritisten

Im Januar 1926 jedoch ließ sich die konfliktträchtige Konstellation nicht länger eindämmen. Missverständnisse und mangelnde Kommunikation zwischen den Vorstandsmitgliedern zeugten die Missgeburt eines ersten Gesellschaftskonflikts, die sich im Lauf der Jahre zum fratzenhaften Monstrum einer tiefgehenden Spaltung auswachsen sollte. Die Kluft tat sich zwischen Ita Wegman und Elisabeth Vreede auf…

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1925 | Rudolf Steiners Tod und seine Folgen

Aktualisiert am 04.11.2014 (neue Darstellung zum »Urnenstreit«). Aus der zeitlichen Distanz von bald hundert Jahren lässt sich das Ausmaß der Katastrophe, die der Tod Rudolf Steiners für die Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung darstellte, nur schwer nachvollziehen. Wer den Verlust eines geliebten Menschen und die sich dadurch eröffnenden Abgründe erlebt hat,…

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1923/24 | Die Weihnachtstagung

Auf einer internationalen Delegiertentagung der Anthroposophischen Gesellschaft, die im Juni 1923 stattfand, wurde beschlossen, in der Weihnachtszeit desselben Jahres eine Versammlung zur Gründung einer Internationalen Anthroposophischen Gesellschaft einzuberufen. Diese Versammlung sollte einen Generalsekretär wählen, der die administrativen Geschäfte der Gesellschaft führte. Allerdings erwies sich eine solche Wahl als überflüssig, da…

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