1980 – Zwischen verklärtem Ursprung und apokalyptischem Ende

Die von van Manen kenntnisreich ausgebreitete Selbstdeutung der anthroposophischen Gesellschaft zwischen verklärtem Ursprung und apokalyptischem Ende bildete den Stimmungshintergrund, aus dem viele Angehörige der sogenannten Tochterbewegungen die Kraft für ihre Tätigkeit schöpften. Sie wollten mitwirken an der Vorbereitung jener Kulmination, jener großen Entscheidungszeit, der die anthroposophische Bewegung am Jahrhundertende zustrebte.…

weiterlesen

1979 | Die spirituelle Existenz der Hochschule und die Wurzel des Übels

Wer vom Auftritt des »ehemaligen« Vorstandsmitglieds bei der Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft einen Eklat, eine Generalabrechnung oder ähnliches erhofft oder befürchtet hatte, sah sich enttäuscht. Als der hochgewachsene Greis mit seinen schlohweißen Haaren leicht schwankend die lange Treppe von der hintersten Reihe des großen Saals unter der Orchesterempore hinunterstieg, um…

weiterlesen

1979 | Vergangenheit, die nicht vergehen will

Am 25. Februar 1979 lud der Vorstand der anthroposophischen Gesellschaft, bestehend aus Rudolf Grosse, Friedrich Hiebel, Hagen Biesantz, Jörgen Smit, Manfred Schmidt-Brabant und Gisela Reuther die Mitglieder zur Generalversammlung ein, die dieses Jahr am 8. April, einem Palmsonntag, stattfand.[1] Zur Diskussion standen drei Anträge: eine vom Vorstand eingebrachte Änderung des…

weiterlesen

1976 | Andrängende Studentenwogen und drohende Gewitterwolken

Die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft am 11. April 1976 verlief bemerkenswert friedlich. Frühere Gesellschaftskonflikte klangen nur wie eine ferne Erinnerung in einzelnen Redebeiträgen nach, martialische Töne brachte allerdings ein Bericht Gerhard Kienles in die Versammlung, der von den Schlachten erzählte, die erfolgreich gegen das geplante deutsche Arzneimittelgesetz geschlagen worden waren.…

weiterlesen

1975 | »Ohne mehr Anthroposophie werden wir überhaupt nichts leisten können«

Im Jahr 1975 wurden zwei neue Mitglieder in den Vorstand der anthroposophischen Gesellschaft »kooptiert«. Eine Kooptation ist keine demokratische Wahl, sondern die Erweiterung oder Ergänzung eines Verantwortungsgremiums durch sich selbst, die mit einer Form ritualisierter Zustimmung – in diesem Fall mit einer »Akklamation« – verbunden werden kann. Hagen Biesantz oblag…

weiterlesen

1975 | Rudolf Steiners eigentliche Aufgabe

Die Jahresversammlung der anthroposophischen Gesellschaft 1975 hatte zwei gewichtige Entscheidungen zu treffen, die ihre Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten bestimmen sollten. Sie berief zwei neue Mitglieder in den Vorstand: den 59jährigen Jörgen Smit, der eine anthroposophisch besonders aktive Region, Skandinavien, repräsentierte, und den 49jährigen Manfred Schmidt-Brabant, der die Interessen der…

weiterlesen

1975 | Prophete rechts, Prophete links und Weltkind in der Mitten

Die Vereinten Nationen hatten das Jahr 1975 unter der Devise »Gleichberechtigung, Entwicklung, Frieden« zum Jahr der Frau erklärt. Ausgerechnet in diesem Jahr scheiterte die Reform des Abtreibungsparagrafen 218 im deutschen Strafgesetzbuch am Bundesverfassungsgericht, das die 1974 vom Parlament mit einer hauchdünnen Mehrheit beschlossene, liberale Fristenregelung (Straffreiheit bis zur 12. Woche) für…

weiterlesen