1980 | Die Politik okkulter Brüderschaften

  Der Pforzheimer Arzt Karl Buchleitner kleidete sein Plädoyer[1] für ein politisches Engagement der Anthroposophischen Gesellschaft in eine Exegese des Satzes der Prinzipien von 1923, der vordergründig das Gegenteil besagt. Im § 4 heißt es bekanntlich über diese Gesellschaft: »Die Politik betrachtet sie nicht als in ihren Aufgaben liegend.« Diese…

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1980 | Der Zeitgeist Michael und die Freiheit des Denkens

Wie bereits bemerkt, drangen zu Beginn der 1980er Jahre vermehrt politische, jedenfalls sozialwissenschaftliche Fragestellungen in das inneranthroposophische Gespräch ein. Davon zeugen einige Beiträge, die in der zweiten Jahreshälfte 1980 in den Mitteilungen der deutschen Landesgesellschaft erschienen. Dietrich Spitta, der zum Vorstand der im November dieses Jahres gegründeten sozialwissenschaftlichen Forschungsgesellschaft gehören…

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1980 | Aufstieg der Fundamentalopposition – die Grünen – Zur Geschichte der Anthroposophie im 20. Jahrhundert

Der postmaterialistische Wertewandel, der vielen sozialen Protestbewegungen der 1970er Jahre zugrunde lag und sich in sanften politischen Forderungen nach Lebensqualität, Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung artikulierte, brachte die traditionellen gesellschaftlichen Frontlinien durcheinander und löste die etablierte Solidarität mit den großen »Volksparteien« (CDU/CSU, SPD) auf. Insbesondere in Deutschland machte sich dieser Wandel im…

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1979 | Astralmarx oder dummer Hase und kluger Igel

Im Jahr 1979 wurde der anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft erstmals auch eine gesteigerte Aufmerksamkeit von seiten der Linken zuteil. Die vom Rotbuchverlag publizierte Reihe Kursbuch widmete ihr im März einen Beitrag in einem Themenband über Sekten.[1] Allerdings machte Joseph Huber, der Verfasser dieses Beitrages, der damals als Assistent am Otto…

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Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Albert Steffen (2) – Katalysator Roman Boos

Der Konflikt zwischen den beiden Vorstandsmitgliedern der anthroposophischen Gesellschaft hat eine lange Vorgeschichte, die ohne die unterschiedlichen sozialen Konstellationen, in die Marie Steiner und Steffen jeweils eingebettet waren, nicht zu verstehen ist. Die beiden Protagonisten handelten nie als isolierte Einzelpersonen, sondern stets als Knotenpunkte sozialer Netzwerke, die ihr Handeln beeinflussten,…

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1975 | Die »ätherische Frühlingsfrische« eines Leichnams

1975 jährte sich der Todestag Rudolf Steiners zum fünfzigsten Mal, Anlass zurück und voraus zu blicken. Die anthroposophischen Periodika und Institutionen würdigten dieses Ereignis in vielfältiger Weise. An der Art der schriftlichen Würdigungen lässt sich auch die Spannbreite der Einstellungen von Orthodoxie bis Dissidenz ablesen, die im anthroposophischen Diskursfeld vertreten…

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1975 | Prophete rechts, Prophete links und Weltkind in der Mitten

Die Vereinten Nationen hatten das Jahr 1975 unter der Devise »Gleichberechtigung, Entwicklung, Frieden« zum Jahr der Frau erklärt. Ausgerechnet in diesem Jahr scheiterte die Reform des Abtreibungsparagrafen 218 im deutschen Strafgesetzbuch am Bundesverfassungsgericht, das die 1974 vom Parlament mit einer hauchdünnen Mehrheit beschlossene, liberale Fristenregelung (Straffreiheit bis zur 12. Woche) für…

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1923 | Ringen um Erneuerung

Trotz aller Kritik, die Steiner selbst am Zustand der Anthroposophischen Gesellschaft übte, darf nicht vergessen werden, dass sie 10 Jahre lang (von 1913 bis 1923) als Gefäß für die Aufnahme einzigartiger spiritueller Offenbarungen diente, deren Quelle Rudolf Steiner war. Hätte es sie mit ihrer wie auch immer gearteten Mitgliedschaft nicht…

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