Verbotenes Wissen

Die Geschichte des Westens ist die Geschichte eines fortwährenden Kampfes gegen einen imaginären Feind. Diese Geschichte lässt sich bis zur Begründung des Monotheismus zurück verfolgen. Das Judentum und das Christentum verdrängten das Heidentum, die katholische Kirche die Gnosis, später die Magie, der Protestantismus das »Heidentum« im Katholizismus, die Aufklärung den…

weiterlesen

Denken des Mythos

Ein neues Licht am Himmel des Denkens erscheint in Gestalt Martin Spuras, der mit seinem genialen Erstlingswerk »Das verweigerte Opfer des Prometheus«, einen bahnbrechenden Beitrag zur Interpretation mythischer Denkbilder und der Geistesgeschichte des Abendlandes leistet. Spura unternimmt in seinem Buch nichts Geringeres, als eine Rekonstruktion der Wegscheiden und Umbrüche in…

weiterlesen

»Eine Rückkehr zum Mythos mag wohl angezeigt sein«

Paul Feyerabends Naturphilosophie Paul Feyerabend, einer der führenden Wissenschaftstheoretiker des 20. Jahrhunderts, beschäftigt sich in seinem nachgelassenen Fragment einer Naturphilosophie mit dem Verhältnis von Mythos und Logos. Dieses Verhältnis ist »eines der großen Themen der Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts und der Gegenwart. Es ist noch keineswegs abschließend geklärt, was im…

weiterlesen

Aufstieg zum Mythos I

»Wir können nicht so weiterleben wie bisher.« Diese Einsicht Peter Sloterdijks bildet auch die Grundlage für die Untersuchungen dieses Buches. Die apokalyptische Einsicht fordert uns dazu auf, unsere Gegenwart und Zukunft mit anderen Augen zu betrachten. Die Moderne hat sich bisher als evolutionäres Endprodukt verstanden, das aus der Überwindung der…

weiterlesen

Saul Bellow und die Anthroposophie

Der Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse geht dieses Jahr an Eike Schönfeld für seine Übertragung des Romans Humboldts Gift von Saul Bellow. Aus der Begründung der Jury: »Dieser Roman ist ein todtrauriges, grandios komisches Buch über Literatur, Liebe und Leben, Begierde und Tod. Er ist ein überwältigendes Sprach- und Erzählspiel, eine,…

weiterlesen

Esoterik im Vatikan

Der Herausgeber der Zeitschrift »Gnostika«, Hans Thomas Hakl, führte für das Novemberheft 2008 ein Interview mit dem Inhaber des Lehrstuhls »für nichtkonventionelle Religionen und Spiritualitätsformen« an der Päpstlichen Universität Angelicum im Vatikan. Fluss sieht die Globalisierung nicht nur als ökonomisches, sondern auch als »spirituelles Problem«. Er erkennt in der Gegenwart…

weiterlesen

Mystische Physik

Einer Physikergruppe um Anton Zeilinger in Wien gelang es vor fünf Jahren, den Schwingungszustand eines Photons über eine Entferung von 600 Metern auf ein anderes Photon zu übertragen, ohne dass die beiden Lichtteilchen sich dabei berührten. Die Quantenzustände von Atomen vermochte man bisher nur über Distanzen im mikroskopischen Bereich zu…

weiterlesen

Wissenschaftstheorie II

Seit langem schon hat die Wissenschaftstheorie es aufgegeben, einen allgemein verbindlichen und normativen Begriff der Wissenschaft zu formulieren. Peter Galison, Pellegrino University Professor in History of Science and Physics in Harvard, bringt diese Tatsache im Gespräch mit Christina Wessely wie folgt zum Ausdruck: »Seit langem schon hat man es in…

weiterlesen

Wissenschaftstheorie I

In der Wissenschaftstheorie hat ein Umdenken eingesetzt. Während noch Ende der 1980er Jahre Wissenschaftstheoretiker wie Gerhard Vollmer glaubten, eine wesentliche Aufgabe seiner Zunft sei es, »Hypothesen und Theorien zu beurteilen und dabei echte von unechter Wissenschaft zu unterscheiden«, wurde dieser Glaube inzwischen aufgegeben. Das 2003 erschienene Oxford Companion to the…

weiterlesen