Das Johannes-Evangelium als Einweihungsurkunde – 1906 (5)

Leider stehen dem Unterfangen, die Entwicklung bestimmter ideeller Motive im Vortragswerk Rudolf Steiners im Jahr 1906 zu verfolgen, unausräumbare Hindernisse im Weg. Diese ergeben sich aus der Beschaffenheit des Quellenmaterials. Professionell mitstenographierte und nicht redaktionell aufbereitete (bearbeitete, beschönigte) Vorträge Steiners weisen im Druck je nach Sprechdauer (1 ½ bis 2…

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Die christlichen Mysterien gehen auf (2)

In die Rudolf Steiner Gesamtausgabe wurde 1999 ein merkwürdiges Dokument aufgenommen: Aufzeichnungen aus privaten Lehrstunden Rudolf Steiners, die er im Sommer 1903 in Berlin-Schlachtensee für Marie von Sivers, ihre Schwester Olga und Maria von Strauch-Spettini hielt. [1] Laut Herausgebern beruht der veröffentlichte Text auf »stichwortartigen Notizen Marie Steiners, die sie später…

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Vom Gott der Philosophen zur mystischen Gotteserfahrung (1)

Rudolf Steiners Weg zu Christus 1883-1902 [1] Rudolf Steiner hat die Geisteswissenschaft bekanntlich als Erfahrungswissenschaft verstanden. Allerdings hat er den Erfahrungsbegriff nicht so eng gefasst, wie der Empirismus seiner Zeit, sondern von Anfang an auch geistige Erfahrungen als vollgültige Gegenstände der wissenschaftlichen Erkenntnis betrachtet. In den Grundlinien einer Erkenntnistheorie [2] z.B. bezeichnet…

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Die sieben Geistorgane des Menschen

Der persische Sufimystiker ’Alāoddawleh Semnānī (1261-1336) verfasste, wie viele andere vor und nach ihm, einen umfangreichen Kommentar zum Koran. Diese Kommentare sind nach Auffassung ihrer Autoren notwendig, da der Koran als offenbartes Buch lediglich die Außenseite der religiösen Wahrheit darstellt, die sieben esoterische Bedeutungen verbirgt, welche sich allein einer spirituellen…

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Himmel und Hölle im Menschen

Der zweite Nachfolger Ahmad al-Ahsa’is in der Leitung der Schaichi-Schule war Hāddsch Muhammad Karīm-Khān Kirmāni (1809-1870). Sein Vater, der Gouverneur von Kerman und Belutschistan, ein Cousin des damals regierenden Schahs, gründete in Kerman eine noch heute seinen Namen tragende Madrasa. Karīm-Khān Kirmāni verfasste im Laufe seines Lebens über 270 Bücher.…

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Auferstehung im Licht der Anthroposophie

Der Tod Gottes und seine Auferstehung, die Auferstehung der Toten am Tag des Jüngsten Gerichts – zentrale Glaubensinhalte des Christentums als Gegenstände empirischer Forschung? Was im Rahmen der religiösen Traditionen – ebenso wie im Rahmen der institutionalisierten Wissenschaften – unmöglich, ja absurd erscheint: für die Anthroposophie scheint es weder absurd…

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Stigmatisation und Erkenntnis

Einen klärenden Diskussionsbeitrag zu strittigen Fragen möchte der Priester der Christengemeinschaft, Wolfgang Gädeke, in seinem Buch »Stigmatisation und Erkenntnis« vorlegen. Seit dem ersten Auftreten Judith von Halles als Stigmatisierte und Autorin (2004/05) in der anthroposophischen Szene werden teils heftige Kontroversen über die Deutung dieses Phänomens und die Inhalte ihrer Publikationen geführt.…

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Über die Ursprünge der Anthroposophie IV

Fortsetzung von »Über die Ursprünge der Anthroposophie III« 1. Die authentische mystische Lebenserfahrung Bereits das einleitende Kapitel des Buches »Das Christentum als mystische Tatsache …« mit dem Titel Mysterien und Mysterienwahrheit[i] rekurriert auf authentische mystische Erfahrungen. Die Mysterien, so Steiner, führten den Menschen zu einer Verwandlung seiner ganzen Persönlichkeit. Wer deren…

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