Die Murksverschwörung. Covid-19 und Polis-20

Zuletzt aktualisiert am 17. Januar 2021.

Die Murksverschwörung. Covid-19 und Polis-20. Gastbeitrag von James Alexander.

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»Die Grippesymptome scheinen nur eine leichte Verstärkung der gewöhnlichen Lebenseinstellung zu sein: Abneigung aufzustehen usw.«

Geoffrey Madan’s Notebooks: A Selection eds. J.A. Gere und John Sparrow (Oxford University Press, 1981), S. 78

Ich denke, wir müssen Covid-19 von Polis-20 unterscheiden. Covid-19 ist eine Krankheit, die durch ein neuartiges Coronavirus verursacht wird, das im Jahr 2019 aufgetaucht ist. Polis-20, die Murksverschwörung, ist die allgemeine Reaktion von Regierungen, unterstützt und begünstigt durch die Informations-, Meinungs- und Spekulationseliten verschiedener Medien sowie medizinischer und wissenschaftlicher Institutionen im Jahr 2020, die darin besteht, eine dreifache Politik zu verewigen, die versucht, uns durch den Einsatz von Masken, Distanzierung und Abriegelung (lockdown) zu entmenschlichen und zu desozialisieren. Eine Politik, die die unbeabsichtigte, aber sicherlich gut verstandene dreifache Konsequenz hat, die Wirtschaft als Ganzes zu schädigen, unser Leben zu ruinieren, indem sie unsere wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten einschränkt und uns dazu bringt, mehr unter Todesfällen aus anderen Gründen zu leiden (ob die Gründe nun wirtschaftlicher, sozialer oder tatsächlich medizinischer Natur sind). Polis-20 ist neu: in der Tat völlig beispiellos. Es ist auch töricht und böse: töricht wegen seiner dreifachen unbeabsichtigten Folge, und böse wegen der inhärenten Natur seiner dreifachen Politik.

Lassen Sie mich versuchen, alles zusammenzufassen, was aus skeptischer Sicht seit März 2020 gesagt worden ist. Ich beziehe meine Ansichten aus einer Vielzahl von Quellen: Peter Hitchens, Lockdown Sceptics, einigen, aber nicht allen Beiträgen im Spectator, von Mike Graham, James Delingpole, Toby Young und Laura Perrins auf der einen Seite und Carl Heneghan, Mike Yeadon und Richard Hodkinson auf der anderen. Dies sind respektierte, aber im Moment in den Medien und in der Wissenschaft marginalisierte Figuren. Es gibt auch noch den Anwalt Jonathan Sumption, der eine herausragende Rolle spielt. Es gibt noch andere, denen ich persönlich allerdings weniger zu verdanken habe.

Ich sage hier nichts besonders Neues. Ich möchte nur mit Nachdruck die scheinbare Ursache der Krise, COVID-19, von der tatsächlichen Ursache der Krise, Polis-20, unterscheiden. Andere haben Begriffe wie »Casedemie« (»Falldemie«) und »Panikdemie« verwendet, was sicherlich amüsante und lehrreiche Begriffe sind. Aber ich denke, »Polis-20« schreibt die Schuld dem zu, dem sie tatsächlich zuzurechnen ist, nämlich dem menschlichen Handeln und insbesondere dem politischen Zwangshandeln, und macht damit deutlich, dass wir COVID-19 nicht viel zuschreiben sollten – außer etwas Tod und etwas Leid (was natürlich, muss das gesagt werden?, bedauerlich ist).

Lassen Sie mich meine Zusammenfassung der skeptischen Position in durchnummerierten Thesen darstellen.

1. Es gibt ein Virus; es gibt eine Krankheit, die durch das Virus verursacht wird: Sie war, wie gesagt wird, vor Anfang 2020 »der Wissenschaft unbekannt«.

2. Wir hören ständig etwas über die Ausbreitung des Virus: Dies nimmt bezeichnenderweise meist zwei Formen an: zum einen »Informationen« darüber, was geschehen ist, und zum anderen »Spekulationen« darüber, was geschehen könnte.

3. Bei der Meinungsbildung wurde sowohl mit Informationen als auch mit Spekulationen leichtfertig umgegangen.

4. Die Informationen wurden ständig ohne Kontext präsentiert.

5. Die Spekulationen drehten sich immer wieder um Worst-Case-Szenarien.

6. Die Meinung war daher allgemein, dass etwas getan werden muss.

7. Da nur der Staat etwas tun kann, haben die vereinigten Armeen von Information, Spekulation und Meinung den Staat zum Handeln gezwungen.

8. Die Aktion des Staates ist das, was ich Polis-20 nenne.

9. Polis-20 war voreilig, unverhältnismäßig, oft inkompetent und sicherlich dafür verantwortlich, dass die Erwartung geweckt wurde, dass auch in Zukunft etwas getan werden muss.

10. Polis-20 war auch universell. Mit wenigen bemerkenswerten Ausnahmen – und nur Schweden unter den demokratischen Ländern – haben alle Staaten, ob demokratisch oder despotisch, die dreifache Politik der Distanzierung, der Masken und der Abriegelung angewandt– die darin bestand, der Bevölkerung verschiedene Formen von Zwang und Einschränkung aufzuerlegen.

11. Polis-20, als etwas Überstürztes, Unverhältnismäßiges, Inkompetentes, Universelles, Zwanghaftes und Zwingendes, war in der Tat auch despotisch.

12. Da Polis-20 ein König ist, dem die drei treuen Vasallen der Information, der Spekulation und der Meinung dienen, wurde jeder Versuch, diese Dreifach-Politik zu kritisieren oder skeptisch zu betrachten, von den Medien, dem medizinischen, wissenschaftlichen und politischen Establishment und auch von anderen Sektoren, die irgendeinen Grund – ob persönlich oder politisch – fanden, die Maßnahmen zu billigen, mit allgemeiner Verurteilung beantwortet.

13. Informationen wurden ohne Kontext präsentiert. Man hat uns gesagt, wie viele Fälle es gibt und wie viele Tote, täglich oder insgesamt – man hat uns Quantitäten gezeigt –, aber diese wurden ohne Kontext präsentiert, ohne Bezug auf die Gesamtzahl der Todesfälle oder die Zahl der Todesfälle aus anderen Ursachen oder vergleichbare Todesfälle durch andere Atemwegserkrankungen in anderen Jahren oder ob es sich dabei um überdurchschnittlich viele Todesfälle handelt.

14. Darüber hinaus wurden Informationen so dargestellt, als ob das, was als »Fälle« bezeichnet wird, signifikante Fälle seien und als ob das, was als »Todesfälle« bezeichnet wird, signifikante Todesfälle seien. Es ist inzwischen bekannt, dass die Tests erstens in unterschiedlichem Umfang zu verschiedenen Zeiten durchgeführt wurden (so dass mehr Tests natürlich dazu führten, dass mehr Fälle gefunden wurden, was bei einigen übrigens den Eindruck erweckte, dass sich das Virus ausbreitete) und dass zweitens zweifelhaft ist, was sie tatsächlich zeigen (wegen »falsch positiver« und »falsch negativer« Ergebnisse). Die »Fälle« decken jedenfalls alles ab, von der asymptomatischen Aufnahme des Virus über leichte Symptome bis hin zu schweren Fällen, die Intensivpflege, Beatmung und Intubation erfordern. Es ist auch bekannt, dass Aufzeichnungen über Todesfälle mehrdeutig sind, da von Anfang an nicht darauf geachtet wurde, »Tod durch COVID-19« von »Tod mit COVID-19« zu unterscheiden.

15. Spekulationen waren zu Beginn der Krise einflussreich. Spekulationen erfolgten in Form von Modellen, die von Mathematikern und Statistikern entwickelt wurden, nicht von Virologen oder Immunologen. Sie waren sicher nicht von gesundem Menschenverstand oder, was das Gleiche ist, von Augenmaß geprägt. Sie wurden von einer Begeisterung für das »Worst-Case-Szenario« beherrscht. Das Worst-Case-Szenario ist nicht das, was erwartet wird oder was vorhergesagt wird, sondern das, was »projiziert« wird, wenn der schlimmste Fall eintritt. Es handelt sich um Spekulationen über die Nemesis, weshalb ich versucht bin, die Wissenschaft des Worst-Case-Szenarios als Nemesitologie zu bezeichnen. Wir könnten sie auch scientia pessimi nennen (wenn das Lateinische korrekt ist), oder, ganz unverblümt, »die düstere Wissenschaft«.

16. Es scheint ein Gesetz zu geben, wonach Modellierer dazu neigen, die Gefahren von allem zu übertreiben, was unbekannt ist, sei es AIDS, Schweinegrippe, Sars, Ölknappheit oder sogar der Klimawandel. Modellierer sind anfällig für den Druck, die Gefahr zu übertreiben, da sie damit ihre Haftung reduzieren: Wenn sie Recht haben, sind sie gerechtfertigt, aber – noch wichtiger – wenn sie sich irren (und es gibt weniger Todesfälle), dann sind nicht nur alle erleichtert, sondern sie können auch behaupten, dass die Präventionsmaßnahmen effektiv waren. Wenn die Modellierer dagegen die Gefahr verharmlosen, wird ihr Ruf zerstört, da sie für die Untätigkeit des Staates verantwortlich gemacht werden. Dieses Gesetz ist noch unbenannt. Ich möchte es das »Gesetz der furchterregenden Modellierung« nennen.

17. Das Virus hatte seinen Ursprung in China, dessen Reaktion geheimniskrämerisch und schließlich despotisch war. Die Weltgesundheitsorganisation war China gegenüber nicht kritisch eingestellt. Die nächsten Notlagen wurden z. B. in Italien gemeldet. Dann wurden erste wissenschaftliche Modelle veröffentlicht, und da sie nach dem Gesetz der furchterregenden Modellierung entworfen wurden, verursachten sie viel Angst. Die Informations-, Spekulations- und Meinungsbildungseliten zwangen die Staaten, das Schicksal Italiens zu vermeiden, indem sie China nachahmten. Hinzu kam, dass viele Staaten zur gleichen Zeit die gleichen Maßnahmen ergriffen, obwohl sie sich in unterschiedlichen Stadien der Ausbreitung des Virus befanden.

18. So gelangten wir in eine Welt der übertriebenen Vorhersagen, gefolgt von extremer Politik.

19. Damit wurde ein Präzedenzfall geschaffen – zementiert durch die Informations-, Spekulations-, Meinungs- und Handlungseliten –, der es unvermeidlich machte, dass von nun an immer etwas Ähnliches getan werden musste, was wiederum bedeutete, dass es für den Staat fast unmöglich war, jemals die Richtung zu ändern oder einen Fehler zuzugeben.

20. Die Medien übertrieben und übertreiben weiterhin die Gefahren des Virus, indem sie selektiv Statistiken verwenden (aus dem Zusammenhang gerissen, ohne adäquaten Vergleich) und indem sie selektiv auf traurige Geschichten verweisen. Alle Statistiken sind unzuverlässig, alle Interpretationen unzuverlässig.

21. Standardprotokolle und Erkenntnisse über die Natur eines Virus wurden von hysterischen Medien in  Politik umgedeutet: zum Beispiel wurde insbesondere die »Herdenimmunität«, die ein wissenschaftliches Phänomen und unvermeidlich ist, in eine Politik (nichts zu tun) umdefiniert und einer alternativen Politik (etwas zu tun) gegenübergestellt. Aus offensichtlichen Gründen und in Verbindung mit der medialen Übertreibung des Todes wollten viele, dass etwas getan wird: daher die dreifache Politik der Abriegelung, der Masken und der Distanzierung.

22. Diese Maßnahmen haben die unvermeidliche Ausbreitung des Virus und die unvermeidliche Entstehung dessen, was bis vor kurzem als »Herdenimmunität« bezeichnet wurde, nur verlangsamt: da sie nur kurzfristig und in gewissem Umfang funktionieren (und selbst das ist angesichts des Anstiegs der Fälle trotz Masken, Distanzierung, Abriegelung usw. zweifelhaft). Es gibt keine oder nur wenige Beweise dafür, dass irgendeine der vorbeugenden Maßnahmen – Abriegelung, Masken, Distanzierung – funktioniert. Es ist zu einer Sache der Propaganda, also der Politik, geworden, dass sie funktionieren. So ist Polis-20 dazu gekommen, auf der Durchsetzung seiner Politik zu beharren, indem es darauf besteht, dass diese Politik wissenschaftlich korrekt ist.

23. Masken sind eine besondere Unverschämtheit wegen der Behauptung, dass sie andere und nicht uns selbst schützen, ein Argument, das uns überwältigt. Masken haben auch eine offensichtliche symbolische Bedeutung und sind offensichtlich politisch – sie zeigen Zustimmung und Gehorsam an – in der Tat, Unterwerfung unter Polis-20.

24. Die Regierungen haben sich verschuldet, kolossal verschuldet, um die Politik des »etwas tun« zu bedienen. Sie haben der medizinischen Versorgung Kontrollen auferlegt, die der allgemeinen Gesundheit geschadet haben, und dem medizinischen Establishment Vorteile geboten, die dieses Establishment ermutigen, die Häufigkeit und Bedeutung von COVID-19 zu übertreiben.

25. Eine Pandemie kann ohne strenge Einschränkungen überlebt werden, wenn man einer Epidemie – mit einiger Vorsicht – erlaubt, in einen endemischen Zustand überzugehen: und COVID-19 scheint auf lange Sicht nicht bedeutender zu sein als eine schlimme Grippe. Im März, April und Mai 2020 gab es im Vergleich zu den Vorjahren einen Überschuss an Todesfällen, aber es gibt kaum Anzeichen für einen Überschuss seitdem. Nur sehr alte Menschen und solche mit erheblichen Erkrankungen sind in der Regel vom Tod bedroht. Obwohl niemand wirklich weiß, wie viele Fälle es gegeben hat, und wie viele Todesfälle aufgrund von COVID-19 es gegeben hat.

26. Die Übernahme der düsteren Wissenschaft hat uns dazu gezwungen, an die Erlösung durch eine Wunderheilung, eine silberne Gewehrkugel, einen heiligen Gral zu glauben. Dies ist »ein Impfstoff«. Impfstoffe können etwas sein, das durch wissenschaftliche Verfahren gefunden werden kann, oder auch nicht, und sie können sicher sein oder sogar sinnvoll eingesetzt werden. (Allerdings wirken Grippeimpfstoffe nur in der Hälfte der Fälle.) Aber sie sind eine politische Hoffnung, die in der verzweifelten, imaginären Situation, die Polis-20 geschaffen hat, verbreitet wurde.

27. Eine skeptische oder korrekte Wissenschaft der Beobachtung, der Erklärung, der Beweise, d.h. der Feststellung dessen, was man vernünftigerweise als Tatsachen betrachten kann, und der Feststellung dessen, was man vernünftigerweise als eine vernünftige Reaktion auf diese Tatsachen betrachten kann, wurde im Allgemeinen ignoriert oder an den Rand gedrängt. Es wurden Annahmen zugrunde gelegt, die die Gefahr übertreiben: Es gab fast keine Diskussion über eine frühere Immunität gegen das Virus, und es wurde viel über seine asymptomatische Übertragung und die Reinfektion nach einer ursprünglichen Erkrankung diskutiert. Eine vernünftige, zurückhaltende Politik wurde vermieden: ordnungsgemäße Untersuchung der Kranken, Aufbau wichtiger medizinischer Vorräte, Schutz der Schwachen. Dazu die weise Erkenntnis und der Trost, dass jeder unweigerlich stirbt.

28. Die Reaktion war von Anfang an unverhältnismäßig, und jetzt ist sie nicht nur unverhältnismäßig, sondern wahnsinnig.

29. Wir haben die physische Vermeidung des Todes zu einem Fetisch verdinglicht und aus der Zwangsverordnung politischer Protokolle zur Vermeidung des Todes einen Kult gemacht.

30. Die staatliche Reaktion auf COVID-19 ist der dümmste kollektive politische Akt, den die Geschichte je gesehen hat.

Ich schließe mit ein paar allgemeineren Bemerkungen. Die Wirtschaft wird erschlagen. Der öffentliche Sektor hat sich in seine Verteidigungsanlagen zurückgezogen. Der private Sektor stirbt – ja, er wird vom Staat ermordet. Der Staat, oder die öffentliche Seite des Staates, ermordet die Gesellschaft, oder die private Seite des Staates. Im Mittelalter war in England alles Recht Privatrecht. Es gab kein klares öffentliches Interesse. Das öffentliche Interesse entstand mit dem Beginn des absolutistischen Staates im 16. und 17. Jahrhundert – und wurde in Foucaults Ära des 18. Jahrhunderts so erweitert, dass es zu dem wurde, was er »staatlich« nannte. Nun kollaborieren die Informations-, Spekulations-, Meinungs- und Handlungseliten – aus tausend kontingenten Gründen – bei der Aufrechterhaltung einer Regierungsmentalität, die von Anfang an falsch war und jederzeit hätte korrigiert werden können und auch jetzt jederzeit korrigiert werden könnte.

Es gibt zwei grobe Erklärungen dafür, warum sich der Staat auf die Politik eingelassen hat, die ich Polis-20 nenne. Die erste ist Murks (cock-up) und die zweite ist Verschwörung (conspiracy).

Murks ist eine allgemeine Fehlerfeststellung und ein diffuses Zugeständnis. Murks als Erklärung verlangt, dass wir die Schuld nicht absichtsvollem menschlichem Handeln zuschreiben. Dies ist zu jeder Zeit inakzeptabel, aber besonders in einem modernen rationalen Staat, in dem es, wie offensichtlich auch jetzt, viel Vertrauen in Statistiken, Modellierung und so weiter gibt. Wir können also nur bei bestimmten unbeabsichtigten Folgen von »cock-up« (Schlamperei, Pfusch, Murks) sprechen.

Verschwörung ist das Gegenteil von Murks. Während Murks alles dem komischen oder tragischen Schicksal zuschreibt und jede Suche nach Ursachen ad absurdum führt, fokussiert Verschwörung unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf eine Ursache, sondern auf eine beabsichtigte Ursache mit einer beabsichtigten Folge. Sie überfokussiert natürlich, denn im menschlichen Handeln gibt es kaum eine Korrelation von Ursache und Wirkung, und fast keine Korrelation zwischen Absicht und Folge. Eine Verschwörung ist eine ebenso rhetorische und übertriebene Erklärung wie allgemeiner Murks.

Die alternative, subtilere Erklärung ist, dass es eine »Murksverschwörung« (cockupspiracy) gegeben hat. Eine Murksverschwörung ist etwas, das mehrere Kommentatoren identifiziert haben, obwohl sie unterschiedliche Namen dafür verwenden. Yeadon nannte es »konvergenten Opportunismus«. Die Idee dabei ist, dass Fehler schon bei der Bildung von Absichten gemacht werden und dass im weiteren Verlauf der Dinge sich die Akteure an die Fehler, die kontinuierlich gemacht werden, kontinuierlich anpassen, indem sie versuchen, die Situation – die fehlerhafte Situation – zu ihrem Vorteil zu nutzen. Diese Akteure können wir als »schlechte Akteure« bezeichnen, weil sie in diesem Fall eine Krise zu ihrem Vorteil nutzen und damit die Krise verewigen, ja man könnte fast sagen, schaffen. Zu diesen schlechten Akteuren gehören die Politiker, die medizinischen und wissenschaftlichen Lakaien, die Modelle geschaffen haben, die die Politik infizieren, und die medialen Speichellecker, die anscheinend immer noch nicht in der Lage sind, zu kritisieren, was vor sich geht. Sie alle sind für Polis-20 verantwortlich. Von der Krise haben diejenigen profitiert, die am meisten zur Aufrechterhaltung der Krise beigetragen haben. Hätten sie nicht von der Krise profitiert – oder besser gesagt, hätten sie nicht in der Absicht handeln können, sich selbst zu nützen –, wäre sie nicht perpetuiert worden. Das Ergebnis ist eine Kultur in der Krise, weil es keine Sphäre oder kein Forum gibt, in dem es irgendeinen Widerstand gegen das gibt, was zu einem totalisierenden Diskurs geworden ist. Die Akademiker haben versagt, da sie als Rentiers des Staates oder mehr oder weniger öffentlicher Institutionen ein ureigenes Interesse an Kollusion haben und ohnehin in bequemen Situationen sitzen, wie Bischöfe während der englischen Romantik (in der georgian era), und es bequem finden, sich in die Sicherheit von Zoom, Netflix und Gehalt zurückzuziehen. (»Zoom, Netflix und Gehalt« sollte ein Fachbegriff für das bequeme Leben der modernen Staatsrentiers in der Ära von Polis-20 sein.) Und die Kirchen haben versagt, da sie sich – wie Kommentatoren im 19. Jahrhundert vorausgesehen haben – nun einfach den »Werten« des Staates unterwerfen.

Darüber hinaus haben andere »schlechte Akteure«, d.h. marginale politische Akteure auf der Linken, im Aufstieg von COVID-19 und Polis-20 eine Gelegenheit gesehen, etwas zu rechtfertigen, das wir Revolution-21 nennen könnten. Einige dieser schlechten Akteure sind bereits Teil von Polis-20: Big Tech, Big Pharma (in Wahrheit Big Brother) und der »Große Neustart« (Great Reset). Aber andere sind wirklich marginal, obwohl die akademischen, medialen und politischen Eliten, die an Polis-20 beteiligt sind, oft mit ihnen sympathisieren: das sind die Agitatoren von Extinction Rebellion und Black Lives Matter, die mit der spätmarxistischen Erwartung operieren, den Kapitalismus durch einen Pakt zwischen Intellekt und Proletariat zu stürzen.

Dies ist das schwerwiegendste politische Ereignis seit der Französischen Revolution. Es sollte einen Burke geben, der ein Äquivalent zu »Reflections on the Revolution in France« schreibt. Es ist etwas geschehen, was nicht hätte geschehen dürfen. Wie wir zum Ancien Régime zurückkehren, ist unklar. Aber die Reaktion sollte sofort und vollständig sein. Die Ausnahme sollte nicht die Norm sein. Die Dreifach-Politik sollte aufhören. Moderate medizinische Vorsichtsmaßnahmen sollten fortgesetzt werden. Die Forschung sollte mit mehr Licht als Hitze fortgesetzt werden. Wir sollten zu unserem Leben vor der Sintflut zurückkehren. Dies sollte nie wieder geschehen.

James Alexander ist Assistenzprofessor in der Abteilung für Politikwissenschaft an der Bilkent Universität in der Türkei. Sein Beitrag wurde zuerst auf lockdown sceptics (https://lockdownsceptics.org/covid-19-polis-20-or-some-sceptical-theses-on-the-crisis/) veröffentlicht. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung des Autors und von lockdown sceptics. Ein weiterer Beitrag des Autors: »Die Große Voreinstellung – Nachdenken über Verschwörung«, findet sich hier.


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