Identität ist individuell

Gastbeitrag von Henning Kullak-Ublick. Seit einiger Zeit geistert eine »Gegenerklärung« der Philosophin und Waldorfmutter Caroline Sommerfeld zu der 2007 verabschiedeten »Stuttgarter Erklärung« und der wortgleichen »Wiener Erklärung« der jeweiligen Waldorfschul-Bünde durch Teile der anthroposophischen Medienlandschaft. Sie wendet sich insbesondere gegen den Satz: »Die Anthroposophie als Grundlage der Waldorfpädagogik richtet sich…

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Das Kreuz mit der Tugend

Mit der Tugend ist es wie mit der Kultur: der Mensch entkommt ihr nicht. Die Frage ist nicht, ob jemand Kultur besitzt, sondern welche. Ebenso verhält es sich mit den Tugenden. So unterschiedlich die Vorstellungen über sie in verschiedenen Kulturen auch sein mögen, verzichten kann keine auf sie, sind sie…

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1977 | Deutscher Herbst

Im Jahr 1977 steuerte der Wahnsinn des Linksterrorismus in der Bundesrepublik seinem Höhepunkt und desaströsen Ende zu. Als Name für die zweite Hälfte dieses Jahres hat sich die Metapher »Deutscher Herbst« etabliert, die für die elegische Befürchtung steht, der von den neuen sozialen Bewegungen und der außerparlamentarischen Opposition vorangetriebene Aufbruch…

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1974 | »Ohne Angabe von Gründen«

1974 musste sich die Generalversammlung seit längerem wieder einmal mit Anträgen aus der Mitgliedschaft befassen, die sich interessanterweise beide auf das Selbstverständnis der Gesellschaft als soziale Körperschaft bezogen. 1972 hatte Michael Rist, ein enger Mitarbeiter Herbert Witzenmanns, die Einrichtung eines Seminars zum Thema »Gemeinschaftsbildung durch Individualitäten« vorgeschlagen, das den im…

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1973 | »Großkampf der Widersachermächte« und »Stoßkraft des Geistes«

Will man erfahren, was die anthroposophische Gesellschaft und Bewegung in einem bestimmten Zeitraum beschäftigt, bieten sich die Mitgliederversammlungen an, die mindestens einmal im Jahr in der Regel zur Osterzeit stattfinden, und es dem neugierigen Auge des Historikers erlauben, durch die Berichte und aufgeworfenen Fragestellungen teilweise intimen Einblick in den Mikrokosmos…

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Historisches und gnostisches Bewusstsein – vom Hintersinn des Terrors

Die historische Kritik, die nur als wirklich gelten lässt, was durch schriftliche Zeugnisse verbrieft und durch »unabhängige« Zeugen bestätigt ist, die nur als »geschichtlich« betrachtet, was sich auf diesem Wege als »historische Tatsache« beweisen lässt, und die ihr verwandte Textkritik, die schriftliche Zeugnisse spiritueller Erfahrungen als durch eifrige Kopisten und…

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Ein verzerrtes Bild

Anmerkungen zu einer Rezension des Buches von Markus Osterrieder über den ersten Weltkrieg. In der Dezember-Nummer 2014 von Info3 setzt sich Ansgar Martins kritisch mit dem Buch von Markus Osterrieder: »Welt im Umbruch. Nationalitätenfrage, Ordnungspläne und Rudolf Steiners Haltung im Ersten Weltkrieg. Stuttgart 2014: Verlag Freies Geistesleben« (1722 Seiten) auseinander. Im einführenden…

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1933 | Anthroposophie im Jahr der Machtergreifung

Im Jahr der Machtergreifung (Hitler war am 30. Januar zum Reichskanzler ernannt worden), dem Todesjahr Annie Besants und G.R.S. Meads, blieb es merkwürdig still an der anthroposophischen Heimatfront. Dafür begannen die nationalsozialistischen Gegner der Anthroposophie aus allen Rohren zu schießen. Bereits am 1. Februar startete das Abendblatt der »Berliner Zeitung«…

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