Die unheilige Trinität der sozialen Kontrolle

Zuletzt aktualisiert am 23. November 2021.

Will Jones wirft in seinem Gastbeitrag einen Blick auf die unheilige Trinität der sozialen Kontrolle, die uns mittels Covid, Klimawandel und Kritischer Rassentheorie aufgezwungen wird. Keine der Agenden, die von globalen Eliten und Pseudo-NGOs im Namen der Gesundheit, der Umwelt und der sozialen Gerechtigkeit vorangetrieben werden, ist demokratisch legitimiert. Und sie verstärken die Probleme, die sie angeblich lösen sollen, oder schaffen neue, die zu den bestehenden hinzukommen. Der Beitrag erscheint hier mit freundlicher Genehmigung von The Daily Sceptic in deutscher Übersetzung.

Die unheilige Trinität

Die unheilige Trinität der sozialen Kontrolle

Gastbeitrag von Will Jones

Ist es ein Wunder, dass die Zahl der psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen ist, wenn wir alle ständig damit konfrontiert werden, in welch schrecklichem Zustand sich die Welt befindet und dass eine Katastrophe bevorsteht, wenn wir nicht unsere gesamte Lebensweise radikal zum Schlechteren ändern?

Die Menschen, die im Jahr 2021 leben, sind heute mit mindestens drei großen Problemen konfrontiert, die alle in den letzten 18 Monaten aufgetreten sind oder eine neue Intensität erreicht haben. Erstens ist da natürlich Covid, durch das die vor Februar 2020 noch unbekannten Maßnahmen zur Unterdrückung der Freiheit als eine Form der Krankheitsbewältigung schnell zur Normalität geworden sind. Zweitens ist da der Klimawandel, der jüngste Weltuntergangsbericht des IPCC und COP26, was die Veröffentlichung aller möglichen neuen Pläne und die Androhung von Strafsteuern und Verboten auslöst. Drittens gibt es die Kritische Rassentheorie und die umfassendere »Woke«-Agenda der Dämonisierung und Delegitimierung von »Weißsein«, Männern, Heterosexualität, Frauen und allem anderen, das als unterdrückerisch gegenüber Minderheiten und als nicht ausreichend integrativ, egalitär und vielfältig angesehen wird.

Auf den ersten Blick haben diese drei Dinge wenig oder gar nichts miteinander zu tun. Krankheitsbewältigung, globale Temperaturveränderungen, Rassen- und Minderheitenbeziehungen – das sind gänzlich unterschiedliche Themen. Doch ihre vermeintliche Dringlichkeit macht sie und ihre propagierten Lösungen zu Kernpunkten der herrschenden Philosophie unserer Tage. Covid ist eine so ernste Krankheit, dass sie durch Freiheitseinschränkungen unterdrückt werden muss, wann immer sie auftritt; der Klimawandel ist eine solche Bedrohung für das menschliche Leben, dass er durch eine drastische Verringerung der Kohlendioxidemissionen so schnell wie möglich bekämpft werden muss; die Unterdrückung von Minderheiten ist so ernst und allgegenwärtig, dass drastische Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Vielfalt zu erhöhen und unterdrückende kulturelle Ausdrucksformen in kürzester Zeit zu beseitigen.

Die drei sind auch darin eins, dass sie alle ein hohes Maß an sozialer Kontrolle erfordern. Normales Leben und Freiheit verbreiten Krankheiten, stoßen Kohlendioxid aus und unterdrücken Minderheiten. Sie sind daher inakzeptabel und müssen durch ein hohes Maß an staatlicher und sozialer Kontrolle eingeschränkt werden. Die Menschen müssen gezwungen werden, sich nicht zu versammeln, zu Hause zu bleiben, Gesichtsmasken zu tragen, Tests und medizinische Behandlung über sich ergehen zu lassen, weder Gas noch Öl, weder Kohle noch Benzin zu verbrennen, kein Fleisch zu essen, keine bevorzugten Minderheiten zu beleidigen, und die Vielfalt zu fördern. Die Verantwortlichen fühlen sich immer zu einer Agenda hingezogen, die es rechtfertigt, dass sie mit der Macht, die sie haben, verschwenderisch umgehen, und diese unheilige Trinität rechtschaffener Anliegen hat es in sich.

Alle drei stützen sich auch auf die »Wissenschaft« oder zumindest auf den universitären Mainstream. Es geht darum, dass vermeintlich unparteiische, objektive Experten sich zu den größten Problemen der Welt äußern und die Lösungen formulieren, die uns retten werden. Dies ist eine sehr attraktive Formel für Eliten, die vermeintliche Legitimität erlangen, indem sie sich mit der wissenschaftlichen Mehrheitsmeinung verbünden.

Eine weitere Gemeinsamkeit, die die Wissenschaftler, Akademiker und Politiker selbst nie zugeben werden, ist, dass sie alle auf einem grundlegenden Irrtum beruhen und die Verfolgung ihrer angeblich notwendigen Lösungen häufig mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

Zu allem Überfluss sind sie auch noch völlig unmöglich zu erreichen, was zur ultimativen, seelenzerstörenden Ideologie führt: einem Ideenkomplex, der dringlich, unmöglich und letztlich sinnlos ist.

Nehmen wir Covid. Strategien zur Unterdrückung von Covid sind überall gescheitert, wo sie versucht wurden (mit der etwaigen Ausnahme von Neuseeland und Australien [bisher], möglicherweise aufgrund der strengen frühen Grenzkontrollen). Die Länder, die die strengsten Beschränkungen auferlegt haben, haben weder in der ersten Welle noch danach wesentlich besser abgeschnitten als Länder und Staaten, die nichts oder nur wenig unternommen haben, wie Schweden, Japan, Belarus, Tansania, Florida und South Dakota.

Die unheilige Trinität

Großbritannien, Weißrussland, Deutschland, Schweden, Japan, Tansania im Vergleich.

Covid hat immer wieder gezeigt, dass es nicht kontrolliert werden kann, und entsprechende Bemühungen sind Hybris und Eitelkeit, aber wir verschließen die Augen vor dieser Tatsache und versuchen weiterhin, das Unmögliche zu leisten, was unsere Gesundheit, Freiheit und Lebensqualität stark beeinträchtigt. Und selbst wenn es möglich wäre, Covid zu bekämpfen, wäre es nicht notwendig, da nur ein kleiner Teil der Infizierten daran stirbt, vor allem in der Altersgruppe unter 60 Jahren. Die Gesamtsterblichkeit im Vereinigten Königreich liegt im normalen Rahmen und übersteigt nicht die Werte von 2008, wenn man sie zur Größe und dem Alter der Bevölkerung in Beziehung setzt. Dringlich, unmöglich, sinnlos.

Gleiches gilt für den Wokismus. Die »Woke«-Bewegung ist davon besessen, endlose Vielfalt in Bezug auf Rasse, Sexualität und Geschlecht herbeizuführen (aber natürlich nicht in Bezug auf abweichende Denkweisen, denn alles, was nicht »woke« ist, wird per definitionem zu Hass und Gewalt erklärt). Ihr Ziel steht im Widerspruch zu so vielen Tatsachen des Lebens und der Wissenschaft, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll. Man kann zum Beispiel nicht einfach beschließen, allen Menschen die »richtige Mischung« aus rassischen und sexuellen Merkmalen zu verabreichen, ohne dabei eine Menge Schaden anzurichten. Aus allen möglichen Gründen mischen sich Menschen mit den bevorzugten Merkmalen nicht gleichmäßig bei allem, was sie tun. Man wird den gewünschten Zustand niemals erreichen und eine Menge Probleme für alle verursachen, einschließlich der Minderheiten selbst, wenn man versucht, ihr Zusammenleben anders zu gestalten. Die systematische Ersetzung der Mehrheitskultur durch die Minderheitskultur wird ebenfalls in Tränen enden, da der einzige realistische Kandidat für eine vereinheitlichende nationale Kultur die Mehrheitskultur ist, und wenn man sie auflöst, löst man am Ende die Nation als kulturelle Einheit selbst auf. Auf jeden Fall gibt es keine Beweise dafür, dass Menschen in der modernen Gesellschaft durch ihre Rasse, ihr Geschlecht oder ihre Sexualität behindert werden. Dringlich, unmöglich, sinnlos.

Das Streben nach einer Netto-Null-Kohlenstoffemission ist vielleicht das drängendste, unmöglichste und sinnloseste von allen. Unmöglich, weil die westlichen Länder nur behaupten, sie zu erreichen, in Wahrheit aber Industrie und die Fertigung in andere Länder wie China auslagern, die das angestrebte Ziel noch lange nicht erreicht haben und es wahrscheinlich auch nicht ernsthaft anstreben. Es ist auch deshalb unmöglich, weil das erklärte Ziel laut IPCC darin besteht, den globalen Temperaturanstieg unter 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau zu halten. Nach den eigenen Modellrechnungen des IPCC ist dieses Ziel jedoch einfach nicht erreichbar, es sei denn, man würde die Kohlendioxidemissionen völlig unrealistisch und sofort reduzieren, wobei die Temperaturen ohnehin über das angeblich katastrophale Niveau steigen werden.

Zwar sind die globalen Temperaturen in den letzten 50 Jahren etwas angestiegen, aber die derzeitige Temperatur ist in der jüngeren geologischen Geschichte nicht beispiellos (siehe unten). Außerdem ist es normalerweise gut, wenn es wärmer wird, denn Wärme ist gut für das Leben. Das gilt auch für Kohlendioxid; seine erhöhte Konzentration in der Atmosphäre führt zu einem starken Anstieg des Pflanzenwachstums. Es gibt Belege dafür, dass die Temperaturen in vielen Teilen der Welt (wenn auch nicht weltweit) vor etwa 1.000 Jahren höher waren (bekannt als mittelalterliche Warmzeit), als der Meeresspiegel um einen Meter (oder mehr) höher lag als heute. Die Erwärmung seit dem 19. Jahrhundert ist mindestens ebenso stark auf das Ende der kleinen Eiszeit nach dem Mittelalter zurückzuführen wie auf die menschlichen Emissionen (der jeweilige Beitrag ist schwer zu bestimmen). Es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass sich der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt oder dass schwere Unwetter oder Überschwemmungen zunehmen, obwohl die Modellierung dies vermuten ließe.

Vostok Eiskern

Vostok-Eiskern

Wenn die Temperaturen von hier aus weiter ansteigen und sich sogar noch beschleunigen, dann könnte es ein größeres Problem geben, vor allem, wenn das schnell geschieht und wenig Zeit bleibt, sich anzupassen. Doch dafür gibt es derzeit keine Anzeichen (die globale Temperatur ist in den letzten fast sieben Jahren nicht mehr gestiegen), und damit es zu einem unkontrollierten Anstieg kommt, müsste Kohlendioxid eine Art Steuerknopf für die globale Temperatur sein, der andere Faktoren und Rückkopplungsmechanismen außer Kraft setzt. Angesichts der großen natürlichen Temperaturschwankungen im Lauf der Erdgeschichte erscheint dies unwahrscheinlich. In der Tat wurde während der letzten globalen Abkühlungsperiode Mitte des 20. Jahrhunderts die Sorge geäußert, die Erde könnte in eine neue Eiszeit eintreten. Diese Befürchtung war nicht völlig abwegig, denn eine weitere Eiszeit ist bald fällig – die derzeitige Zwischeneiszeit dauert bereits seit etwa 12.000 Jahren an, also länger als manche frühere (siehe oben). Eine Eiszeit könnte wirklich unmittelbar bevorstehen, und das wäre wirklich ein Grund zur Sorge.

Dringlich, unmöglich, sinnlos. Ein Rezept für Angst, Stress und Verzweiflung – für endlose staatliche Eingriffe in unser Leben und maßlose Einschränkungen unserer Freiheit. Ob es um die Kontrolle von Covid, die Senkung des Kohlendioxidausstoßes oder die Förderung von Vielfalt geht, es gibt kein Ende der Anforderungen, die uns im Namen des »höheren Wohls« von Regierungen auferlegt werden. Doch die Ziele sind alles andere als dringlich; sie sind sowohl unmöglich als auch sinnlos, und die Anstrengungen, durch die sie erreicht werden sollen, sind toxisch. Es ist Zeit für ein Umdenken.

Der Originalbeitrag erschien am 7.11.2021 bei »The Daily Sceptic«.


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