Rassentrennung und Impfapartheid – eine unheimliche Parallele

Zuletzt aktualisiert am 5. September 2021.

Jeffrey A. Tucker untersucht in seinem Gastbeitrag die unheimliche Parallele zwischen Rassentrennung und Impfapartheid.

Rassentrennung und Impfapartheid

Rassentrennung in den USA. Hinweisschilder 1931.

Es gibt Zeiten in der amerikanischen Geschichte, in denen ein durch angebliche Wissenschaft begründeter Wahn alle anderen Überlegungen verdrängt. Werte wie Gleichheit, Demokratie und Freiheit weichen einer neuen Theorie der Gesellschaft, von der behauptet wird, sie sei besser als die bisherigen.

Oft geht es dabei um Fragen der öffentlichen Gesundheit, wobei Experten dem Rest der Bevölkerung vorschreiben, wie er sich verhalten soll, um das allgemeine Wohl zu sichern. Die Einschränkung der wirtschaftlichen und politischen Freiheit unter Berufung auf die Wissenschaft hat eine lange Geschichte.

Wir erleben gegenwärtig eine solche Zeit aufgrund der übertriebenen Besorgnis in Bezug auf die Existenz und Verbreitung von Covid. Wir wurden mit Hausarrest, Reisebeschränkungen, Schul- und Geschäftsschließungen, Maskenpflicht, Besuchsverboten sogar in den eigenen vier Wänden und jeder Art von sozialer Ausgrenzung malträtiert.

Die neueste Taktik im Umgang mit Covid sind Impfpässe, die Menschen ein- oder ausschließen, je nachdem, ob sie gemäß den staatlichen Vorgaben geimpft wurden. Diese Politik hat zu einer Spaltung der Gesellschaft auf allen Ebenen geführt und entspricht genau dem, was wir bei einer von den wissenschaftlichen Eliten vorangetriebenen Politik der Rassentrennung erwarten würden.

Irgendwie ist in der Debatte über dieses Thema die enorme rassische Ungleichheit beim Impfstatus untergegangen. Die Centers for Desease Control (CDC) stellen den Impfstatus nach Rasse zusammen und teilen mit, dass von denjenigen, die mindestens eine Impfdosis erhalten haben, fast zwei Drittel Weiße (60,5 %), 10,3 % Schwarze, 17,2 % Hispanoamerikaner, 6,2 % Asiaten und 1,1 % Indianer oder Ureinwohner von Alaska sind. Für den Bundesstaat New York bedeutet dies beispielsweise, dass 86,2 % der Afroamerikaner nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen können, ebenso wie 85,3 % der Asiaten und 79,5 % der Hispanoamerikaner.

Die Politik ist nicht von vornherein nur auf Weiße ausgerichtet, aber sie hat zur Folge, dass die Impfpässe zur Segregation und Ausgrenzung einer großen Mehrheit der Minderheitenbevölkerung führen. Die Ungleichheit ist hier so groß, dass die Rassenzugehörigkeit eine Art Markierung darstellt, die diejenigen, die medizinisch geschützt sind und keine Krankheiten verbreiten (ob das nun stimmt oder nicht), von denjenigen unterscheidet, die nicht »sauber« sind und Keime verbreiten könnten.

Es fällt leicht, Menschen, die nicht zur herrschenden Klasse gehören, als »Andere« zu betrachten, die es zu meiden und auszugrenzen gilt, vor allem, wenn die Wissenschaft dazu dient, eine solche Voreingenommenheit zu rechtfertigen.

Man denke an die plötzliche Unterscheidung zwischen »systemrelevant« und »nicht systemrelevant«, die im März 2020 auftauchte. Die Regierung erstellte eine Liste: Sie können arbeiten, wenn Sie wollen, Sie müssen arbeiten, weil wir Ihre Dienste brauchen, oder Sie dürfen nicht arbeiten. Wir wurden alle eingestuft, obwohl wir nie nach unserer Zustimmung gefragt worden waren. Wir mussten uns dem neuen Kastensystem fügen, das im Namen der öffentlichen Gesundheit geschaffen wurde.

Die Arbeiterklasse hielt die Gesellschaft während der Massenquarantänen am Laufen, setzte sich dem Erreger aus und trug die Last der Herdenimmunität, während die herrschende Klasse ihr Leben am Laptop genoss, sich ihr Essen liefern ließ und auf den Impfstoff wartete. Es ist kein Zufall, dass die natürliche Immunisierung bei den Impfpässen keine Rolle spielt. Die herrschende Klasse betrachtet die natürliche Immunität ganz einfach als einen verallgemeinerbaren Klassenindikator: Wenn man den richtigen Job und die ausreichenden finanziellen Mittel hätte, wäre man zu Hause geblieben und hätte sich geschützt.

Es ist erstaunlich, dass dies im Jahr 2021 so gut wie nicht diskutiert wird und die historischen Implikationen kaum erkannt werden. Die heutige Gesellschaft scheint zu glauben, sie habe mit der Bigotterie und den Vorurteilen der Vergangenheit so gründlich aufgeräumt, dass keinerlei Möglichkeit besteht, sie in irgendeiner Form zu wiederholen und erneut zu institutionalisieren, vor allem nicht, wenn die neuen Zwangsverordnungen von Regierungsvertretern mit »progressiver« Ausrichtung ausgesprochen werden.

Hören wir denn nicht ständig von institutionellem Rassismus? Wenn wirklich ein solcher drohte, würde man ihn dann nicht anprangern? Eher nicht.

Unethische Ungerechtigkeiten und unmoralische Ungleichheiten zwischen Rassen und Klassen sind für die Generation, die sie auferlegt und praktiziert, scheinbar nicht als solche erkennbar, vor allem, wenn alle respektablen Meinungsführer in Wissenschaft und Politik sie befürworten.

Dies gilt für die alte Form der Rassentrennung, die im späten 19. Jahrhundert begann und noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg andauerte. Letztere beruhte nicht nur auf groben Vorurteilen oder Bigotterie, vielmehr war die Rhetorik der Rassentrennung »wissenschaftlich« fundiert, in diesem Fall vom öffentlichen Gesundheitswesen und insbesondere von der Eugenik. Die Idee war, die Mehrheit rassisch rein zu erhalten, indem man die Bevölkerung sozial trennte, um eine Kontamination zu verhindern – nicht nur eine kulturelle Infektion, sondern vor allem eine biologische Vergiftung. Die Vorstellung, Schwarze (und viele andere »Unfitte«) seien ein kranker Menschenschlag, mit dem sich Weiße nicht vermischen sollten, war nicht nur ein Nebenaspekt bei der Forderung nach strikter Rassentrennung, sondern ein zentraler Punkt.

Es ist erstaunlich, wie wenig dieser Punkt verstanden wird, trotz aller Studien und Abscheu vor der Rassentrennung. Die Menschen denken bei Eugenik an erzwungene Sterilisationen von genetisch »Minderwertigen«. In Wirklichkeit umfasst der Begriff Eugenik eine komplette Gesellschaftstheorie, die enorme Auswirkungen auf Wirtschaft, Kultur und Religion hat und sich in zahlreichen Gesetzen manifestiert. Es ist nicht möglich, sich eine Politik vorzustellen, die den Menschen verbietet, miteinander zu kommunizieren, ohne die Polizeigewalt auf fast alle Lebensbereiche auszudehnen [wie sich derzeit in Neuseeland und in Australien beobachten lässt].

Genau das war die Agenda der Rassentrennung: eine umfassende Sicht der Politik, die sich aus der fanatischen Sorge um das biologische Schicksal der weißen Rasse ergab. Wie Gregory Michael Dorr in Segregation’s Science (University of Virginia Press, 2008) dargelegt hat:

»Eugenische Eingriffe nahmen ›positive‹ und ›negative‹ Formen an. Die positive Eugenik förderte die Fortpflanzung der ›besten‹ Rasse. Die negative Eugenik versuchte, ›minderwertiges Keimplasma auszumerzen‹, indem sie die Fortpflanzung des ›schlechtesten‹ Erbgutes einschränkte. Die negativen Maßnahmen reichten von Einwanderungs- und Heiratsbeschränkungen über staatliche Rassentrennung während der fruchtbaren Lebenszeit bis hin zu Zwangssterilisation, Geburtenkontrolle und sogar Euthanasie.«

Die eugenische Theorie beeinflusste die Arbeitsgesetzgebung, die Siedlungs- und Heiratspolitik, Geschlechterfragen und sogar die Leitung von Unternehmen. In der Tat strebte die Theorie der Reinhaltung der Rasse danach, eine vollständige soziale und politische Weltanschauung zu werden. Sie floss in alles ein. Je mehr man sich mit der Geschichte der Rassentrennung, der ausgrenzenden Lohngesetzgebung, der Einwanderung, der Familienpolitik oder fast jeder anderen Neuerung in der politischen Verwaltung der Sozial- und Wirtschaftsordnung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts befasst, umso deutlicher wird die eugenische Motivation erkennbar, die von »der Wissenschaft« vorangetrieben und in den führenden Zeitschriften und Zeitungen der damaligen Zeit befürwortet wurde.

Damit ging auch ein Gefühl der medizinischen Dringlichkeit einher, so wie es heute der Fall ist. In normalen Zeiten sind Freiheit und Gleichheit natürlich erlaubt, aber dies sind keine normalen Zeiten. Eine neue wissenschaftliche Entdeckung zwingt uns, altmodische Überlegungen wie Freiheit und Begrenzung der Staatsmacht aufzugeben. Es muss sich etwas ändern, sonst droht uns allen Unheil. Vor hundert Jahren war es eine weit verbreitete Panik über angeblichen Rassenselbstmord, der aufgrund von Geburtsraten und zu viel sozialer Integration drohte.

Dorr kommentiert die damaligen Ansichten wie folgt:

»Unvorsichtige Fortpflanzung über rassische und ethnische Grenzen hinweg und die offensichtliche Neigung armer Leute, mehr Kinder zu gebären als reiche Leute, überzeugten Eugeniker, dass das ›beste Erbmaterial‹ [wörtlich die beste Brut (»stock«)] vom Aussterben bedroht war. Der [amerikanische] Schmelztiegel brachte ein schwaches Amalgam anstelle einer starken rassischen Legierung hervor. Die Eugeniker versuchten, den Schaden durch eugenische Erziehung und Gesetze aufzuhalten, die die Züchtung einer gesunden amerikanischen Rasse vorschreiben sollten.«

Bücher zu diesem Thema häuften sich, ebenso wie Konferenzen, Leitartikel, öffentliche Reden und Institutionen, die sich dafür einsetzten, die Rassentrennung zum obersten Prinzip der sozialen Organisation zu machen.

Rassentrennung und Impfapartheid

Robert Jütte et al., Medizin und Nationalsozialismus: Bilanz und Perspektiven der Forschung

Der Wissenschaft der Eugenik gelang es, die Rassentrennung vom Makel der Bigotterie zu befreien, und sie erlaubte es den gebildeten Eliten in Staaten wie Virginia zu behaupten, ihre Politik stehe an der Spitze des wissenschaftlichen Fortschritts. Auf diese Weise konnten sich die Gebildeten vorstellen, dass sie sich nicht mit etwas Geschmacklosem oder Primitivem beschäftigten, sondern lediglich dem Besten folgten, was die Wissenschaft zu bieten hatte. Sie beteiligten sich an der großen Unternehmung, die Verbesserung der menschlichen Rasse zu fördern, so wie die Wissenschaft der Tierhaltung die Viehzucht und die Nahrungsmittelproduktion verbessert hatte. Es ging lediglich darum, die Biologie ernst zu nehmen und sie auf eine neue und höhere Ebene der Aufklärung zu heben, über Zufall und Leidenschaft hinaus, hin zu Rationalität und Planung.

Manche der Beweise für die obigen Behauptungen sind zu schmerzhaft, um sie zu zitieren. Betrachten wir die bahnbrechende Rede, die Dr. Paul Brandon Barringer, Vorsitzender der medizinischen Fakultät der Universität von Virginia und Professor für Medizin, im Februar 1900 vor der Tri-State Medical Association of Virginia and the Carolinas hielt. Er erklärte, dass der Süden bei seinen Integrationsbemühungen einen großen Fehler beging. Denn Schwarze hätten eine »generische Tendenz« zur »Wildheit«, die sie »primitiv« und »barbarisch« mache. »Fünfzig Jahrhunderte historisch belegter Wildheit« könne man nicht durch Bildung und Integration beheben. Was wie ein soziales Problem aussehe, sei in Wirklichkeit ein »biologisches Problem«.

Die Lösung war die politische Entmündigung und die totale Trennung, denn »die Phylogenien der beiden Rassen sind so unterschiedlich, dass die Ergebnisse der Erfahrung der einen nicht auf die Probleme der anderen anwendbar sind.« Wenn die Rassentrennung nicht strikt durchgeführt werde, trete der Alptraum ein, dass die weiße Rasse durch die Krankheiten der minderwertigen Rasse infiziert und schließlich biologisch zerstört werde.

Dr. Barringer erklärte:

»Ich fürchte, der Neger wird die letzten verbliebenen Weißen im Süden [der Vereinigten Staaten] ausrotten, zuerst durch politische Beherrschung, dann durch Degeneration und Apathie und dann durch Rassenmischung. Aber wenn es jemals zur Rassenmischung kommt, wird es das erste Mal in der Geschichte der Menschheit sein, dass ein germanischer Stamm auf diese Art untergegangen ist. Die lateinischen Rassen vermischen ihr Blut natürlich mit jeder Rasse, mit der sie in Berührung kommen, aber solche mit germanischen Wurzeln niemals.«

Das war die Stimme der Wissenschaft. Die Rede machte Professor Dr. Barringer zu einem der führenden Experten für die Sache der Rassentrennung im Land.

Dorr erläutert die Reaktion auf Barringers Vortrag und Papier:

»Die Tri-State Medical Society beschloss einstimmig, die Rede zu drucken und Kopien an alle medizinischen Gesellschaften des Südens zu schicken. Der Central Presbyterian veröffentlichte eine lobende Zusammenfassung und pries Barringers ›wissenschaftlichen Scharfsinn‹. Briefe von Fachleuten und Laien aus dem Norden und Süden trafen ein. Holland Thompson, Professor für Politikwissenschaft an der Columbia University, nannte Barringers Rede die ›beste Darstellung der schwierigen Südstaatenfrage, die ich je gesehen habe‹. Der Rektor der Universität von Virginia schwärmte: ›Was Sie gesagt haben, ist so einleuchtend, so überzeugend, so historisch, wissenschaftlich und sozial genau, dass jeder Einwand ausgeschlossen ist. Ich wünschte, jeder Politiker, Philanthrop und Neger von Massachusetts Bay bis San Francisco könnte es lesen.‹ Der Sekretär der staatlichen Gesundheitsbehörde versuchte, Geld für die Veröffentlichung der Rede zu sammeln. Der Bildungsminister von Virginia schrieb: ›Jeder, der jetzt behauptet, dass die Neger wesentliche Fortschritte in der moralischen, geistigen oder materiellen Entwicklung machen, verschließt einfach die Augen vor dem tatsächlichen Stand der Dinge.‹ Ein anderer Befürworter schrieb: ›Ihr biologisches Axiom und Ihre Argumentation zeugen von ihrer Expertise‹.«

Rassentrennung und Impfapartheid

Alexander Mitscherlich (Hrsg.): Medizin ohne Menschlichkeit

Und so geht es weiter, mit einer widerlichen Litanei des Lobes für das, was schnell zur führenden Wissenschaft wurde, die viele Jahrzehnte überdauerte. Manchmal lese ich dieses Material mit dem Wunsch, mich in die Denkweise von Menschen hineinversetzen zu können, die die Wiederherstellung eines Kastensystems gegen jedes Ideal von Demokratie, Gleichheit und Freiheit vorantreiben und feiern. Das ist nicht leicht: Es scheint, als würde sich heute niemand mehr auf einen solchen Unsinn einlassen.

Und doch, schauen wir uns um! Die Menschen verfallen sehr leicht in ein solches Denken, je nach den Umständen der Zeit und des Ortes und dem gesellschaftlichen und beruflichen Druck, der sich wieder einmal in einer Weise zeigt, die für so viele unserer Zeitgenossen unsichtbar ist.

Vier Jahre zuvor, 1896, veröffentlichte die American Economic Association – gegründet als »progressive Stimme« der Wirtschaft, die das Laissez-faire ablehnte – das Buch Race Traits of the American Negro von Frederick Hoffman, der später Präsident der American Statistical Association wurde. Ein Hauptargument des Buches ist, dass die Unterschiede zwischen den Rassen nicht auf Umwelt- oder Wirtschaftsfaktoren, sondern auf grundlegende biologische Faktoren zurückzuführen sind: Schwarze sollten im Vergleich zu Weißen nicht nur als minderwertig, sondern als so krank angesehen werden, dass sie nicht behandelt werden können. Er behauptete, dass »kein nordischer oder europäischer Arzt einen Farbigen erfolgreich behandeln könnte, da zwischen den beiden Rassen radikale Unterschiede bestehen und die Ergebnisse der medizinischen Behandlung folglich unterschiedlich ausfallen, wobei der Neger auf eine entsprechende Behandlung weniger gut reagiert als der Weiße«.

Und weiter: »Todesfälle durch Entkräftung, Schwäche und Atrophie sind weitgehend das Ergebnis eines minderwertigen Organismus und einer konstitutionellen Schwäche, die, wie wir später sehen werden, eines der ausgeprägtesten Rassenmerkmale des amerikanischen Negers ist.«

Mehr als jedes Verhaltens- oder Kulturmerkmal bildete die Ansicht, dass Schwarze biologisch minderwertig und krankheitsanfälliger sind – im Grunde ein morbider Menschenschlag, der sich nicht bessern kann und wird, weil dies ein grundlegendes Rassenmerkmal ist – die Grundlage für den Glauben an die physische Trennung von Weißen und Schwarzen. »Es kann bewiesen werden«, schrieb Hoffman, »dass die schwarze Rasse gegenwärtig einer übermäßigen Sterblichkeit durch Schwindsucht und Atemwegserkrankungen ausgesetzt ist, die in nicht allzu ferner Zukunft ihre Existenz bedrohen wird.« Darüber hinaus hatte die Verbreitung von Krankheiten eine moralische Komponente, die sich auch auf die Biologie zurückführen ließ: »Denn die Wurzel des Übels liegt in der Tatsache einer ungeheuren Unmoral, die ein Merkmal der Rasse ist, und von der Skrofulose, Syphilis und sogar Schwindsucht die unvermeidlichen Folgen sind.«

Unglaublicherweise geht auch die Klage, dass Schwarze nicht genug geimpft werden, auf diese Monographie von 1896 zurück.

»Der starke Rückgang der Pockensterblichkeit bei allen zivilisierten Völkern, die die Impfung zur Pflicht gemacht haben, ist bekannt«. »Wenn also die Farbigen sich in gleichem Maße wie die Weißen impfen lassen würden, gäbe es keinen Grund, warum die Sterblichkeit bei dieser Krankheit nicht ebenso niedrig wäre.« Bei anderen Krankheiten, schrieb Hoffman, sei dies nicht der Fall: Selbst mit den Impfungen (die sie nicht erhielten), würden sie immer noch mehr an Masern und anderen Krankheiten sterben, einfach weil sie biologisch kränker seien und unter einem geringeren Schutz gegen Krankheitserreger litten.

Dr. Hoffman folgerte:

»Die Ursachen für die übermäßige Sterblichkeit liegen nicht in den Lebensbedingungen, sondern in den Merkmalen und Tendenzen der Rasse. Solange diese Tendenzen fortbestehen, solange Unmoral und Laster Lebensgewohnheit der überwiegenden Mehrheit der farbigen Bevölkerung sind, wird die Wirkung darin bestehen, die Sterblichkeit durch die Vererbung schwacher Konstitutionen zu erhöhen und die Rate der natürlichen Vermehrung noch weiter zu senken, bis die Sterbefälle die Geburten überwiegen und ein allmähliches Aussterben eintritt.«

Es genügt zu wissen, so der Autor, »dass die schwarze Rasse im Kampf um die Vorherrschaft nicht mithalten kann.«

Was also war der Plan? Der Plan bestand darin, sich abzusondern, die unterlegene Rasse sich selbst zu überlassen, sie vom öffentlichen Leben auszuschließen und zuzusehen, wie sie ausstarb – eine biologische Zwangsläufigkeit, sofern niemand den natürlichen Lauf der menschlichen Evolution durch Integration, Eingliederung, Bildung und Philanthropie unterbrach.

Die natürliche Evolution hatte eine Rasse auserwählt, um über alle anderen zu herrschen, und deshalb sollte niemand versuchen, in diese Entwicklung einzugreifen: »Nicht in den Lebensumständen, sondern in der Rasse und der Vererbung finden wir die Erklärung für die Tatsache, die in allen Teilen des Erdballs, zu allen Zeiten und bei allen Völkern zu beobachten ist, nämlich die Überlegenheit einer Rasse über eine andere und der arischen Rasse über alle anderen.«

Auch hier sehen wir die Betonung der biologischen Fitness – wie sie von der »besten Wissenschaft« entdeckt worden war – als Grundlage für Vorherrschaft und Segregation. In der populärsten rassen- und eugenikwissenschaftlichen Abhandlung der gesamten Ära – The Passing of the Great Race von Madison Grant – wird das Prinzip wie folgt zusammengefasst: »Der Mensch hat die Wahl zwischen zwei Methoden der Rassenverbesserung. Er kann die Besten züchten, oder er kann die Schlechtesten durch Segregation oder Sterilisation eliminieren.«

Der Oberste Gerichtshof war in der Entscheidung Buck vs. Bell im Jahr 1927 nicht weniger unverblümt: »Es ist für die ganze Welt besser, wenn die Gesellschaft – anstatt darauf zu warten, degenerierte Nachkommen wegen Verbrechen hinzurichten oder sie wegen ihrer Schwachsinnigkeit verhungern zu lassen –, diejenigen, die offensichtlich nicht fit genug sind, an der Fortpflanzung hindern kann. Das Prinzip der Impfpflicht [Jacobson vs. Massachusetts] ist weit genug gefasst, um auch das Durchtrennen der Eileiter abzudecken. Drei Generationen von Schwachsinnigen sind genug.«

Der Vorteil des Rückgriffs auf die medizinische Wissenschaft zur Rechtfertigung einer Politik der Ausgrenzung, der Segregation, der rechtlichen Privilegierung einiger auf Kosten anderer, zusätzlich zu offener Gewalt gegen die körperliche Autonomie der menschlichen Person, besteht darin, dass er den Menschen, die eine illiberale Politik praktizieren und fördern, ermöglicht, sich über rohe Bigotterie erhaben zu fühlen. In der Zeit der Rassentrennung wurden die Praktiker der Vorherrschaft und Ausgrenzung zu Meistern ihres Fachs. Insbesondere die Eugenik bot einen wissenschaftlichen Deckmantel für genau die Art von Brutalität, die der aufklärerische Liberalismus lange Zeit als unvereinbar mit der Art von Gesellschaft verurteilt hatte, in der wir leben wollen.

Heute wird man in der wohlerzogenen Gesellschaft kaum noch Menschen finden, die etwas Nettes über Rassenzucht als Prinzip der sozialen Organisation zu äußern wagen, zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Aber wie die Impfpässe und ihre unterschiedlichen Auswirkungen zeigen, ist es erstaunlich einfach, unter Berufung auf die Urangst vor Infektionen und Krankheiten einen Vorwand aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit zu erfinden, um die gleiche gesellschaftliche Struktur zu schaffen, die sich nur in Details, nicht aber in ihren Auswirkungen auf die soziale Ordnung von jener unterscheidet.

Eine seriöse Anwendung der Wissenschaft in der Frage der Krankheitseindämmung bei Covid würde die natürliche Immunität, Kollateralschäden durch Verbote und Quarantänen, demografische Gradienten der Anfälligkeit sowie den Zugang zu Medikamenten und andere Faktoren berücksichtigen. Darüber hinaus könnte man erwarten, dass Freiheit, die gleiche Anwendung des Rechts und Menschenrechte als Bedingung für den rationalen Umgang mit einer Pandemie allgemein akzeptiert würden. Es ist der Sinn von Verfassungen, dass sie uns davor schützen, grundlegende Prinzipien in der Panik des Augenblicks aufzugeben.

Die Geschichte der Segregation und die ihr zugrundeliegenden Überlegungen wurden in der Zeit der Seuchenpanik zugunsten der Herrschaft einer wissenschaftlichen Elite, grober und brutaler Verallgemeinerungen, der Stigmatisierung der Kranken, der Beschuldigung derjenigen, die sich nicht fügen [der »Ungeimpften«], der Errichtung von Barrieren zwischen den Klassen und der Auferlegung einer autoritären Politik der Quarantäne, der Segregation und der sozialen Spaltung vernachlässigt. Dr. Deborah Birx, die Beauftragte des Weißen Hauses für die Koordination der Regierungsmaßnahmen gegen das Coronavirus, brachte das Prinzip in einer Pressekonferenz am 16. März 2020 auf den Punkt. »Wir wollen, dass die Menschen sich voneinander absondern.«

So weit waren wir schon einmal.[1]


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Anmerkungen:


  1. Jeffrey A. Tucker ist Gründer und Präsident des Brownstone Institute in Austin, Texas und Autor wissenschaftlicher und populärer Artikel sowie von zehn Büchern in fünf Sprachen, zuletzt Liberty or Lockdown. Er ist außerdem Herausgeber von The Best of Mises. Der Artikel erschien mit einer CC 4.0 Lizenz unter dem Titel Racial Segregation and Vaccine Passports: Ominous Parallels auf der Netzseite des Instituts.

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