Über den Ursprung des Corona-Virus (2)

Zuletzt aktualisiert am 24. Mai 2021.

Über den Ursprung des Corona-Virus, das für die von der WHO 2020 ausgerufene Pandemie verantwortlich sein soll, gibt es zwei unterschiedliche Theorien. Beide sind bisher nicht bewiesen. Der britische Wissenschaftsjournalist Nicholas Wade setzt sich in einem längeren Essay mit diesen Theorien auseinander. Wie bereits bemerkt, spielt die Frage, ob die Existenz des Virus gemäß den »Kochschen Postulaten« nachgewiesen wurde, in seiner Auseinandersetzung mit diesen Thesen oder Theorien keine Rolle.

Da es für beide Theorien über den Ursprung des Corana-Virus keine direkten Beweise gibt, bleibt nur ein indirekter Weg, ihre Plausibilität zu prüfen. Diesen Weg schlägt Wade ein. Er besteht darin, bestimmte Charakteristika des Virus näher zu untersuchen und danach zu fragen, wie gut sie mit der einen oder der anderen Theorie vereinbar sind. Wade betrachtet unter diesem Gesichtspunkt vier Aspekte des Corona-Virus: seinen möglichen Herkunftsort, seine Entstehung aufgrund natürlicher Evolution, seine sogenannte Furin-Spaltstelle und die Eigentümlichkeit der genetischen Codierung dieser Spaltstelle.

Geographische Herkunft des Virus

Was den geographischen Ursprungsort anbetrifft, so wurden die nächsten Verwandten des SARS-CoV2-Virus in Fledermäusen gefunden, die in Höhlen der Provinz Yunann im Südwesten Chinas leben. Die Höhlen der Provinz sind nicht nur eine virologische, sondern auch eine touristische Attraktion.

Über den Ursprung des Corona-Virus

Die Höhlen in der Provinz Yunnan ziehen nicht nur Virologen, sondern auch Touristen an.

Hätte das SARS2-Virus auf natürlichem Weg zum Menschen gefunden, wäre zu erwarten, dass sich die ersten Infizierten in der Nähe des Wohnorts der betreffenden Fledermäuse fänden. Die Pandemie brach aber nicht in der Provinz Yunann aus, sondern 1.500 Kilometer von ihr entfernt, in Wuhan. Das SARS2-Virus gehört zu den Beta-Coronaviren, die in der in Südchina verbreiteten Familie der Hufeisennasen (Rhinolophus affinis) heimisch sind. Diese Fledermäuse bewegen sich in einem Umkreis von 50 Kilometern um ihren Wohnort. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Angehörige dieser Familie bis nach Wuhan geflattert wären. Die ersten Fälle von COVID-19 traten außerdem wahrscheinlich im September 2019 auf, zu einem Zeitpunkt, als die Temperaturen in der Provinz Hubei, in der Wuhan liegt, niedrig genug waren, um die Fledermäuse, hätten sie sich in dieser Provinz aufgehalten, zum Winterschlaf zu veranlassen.

Wären die Fledermausviren über einen tierischen Zwischenwirt auf den Menschen übergesprungen, müsste auch dieser in der Nähe der Höhlen von Yunann leben. Die in Frage kommende Fledermauspopulation müsste sich regelmäßig in der Umgebung ihres Zwischenwirts aufhalten und dieser müsste regelmäßig mit Menschen in Kontakt kommen. Da die ersten Fälle aber in Wuhan aufgetreten sind, hätte der Übergang des Virus auf den Zwischenwirt und von diesem auf Menschen sich in der Nähe Wuhans vollziehen müssen, einer Großstadt mit 8 Millionen Einwohnern. In Wuhan oder dessen Umgebung leben aber keine Hufeisennasen. Wäre die Infektion an einem anderen Ort erfolgt, hätte die infizierte Person oder das infizierte Tier mit dem hochgradig infektiösen Virus nach Wuhan gelangen müssen, ohne auf seinem Weg irgendjemanden zu infizieren. Von derartigen Infektionen auf dem potentiellen Ausbreitungsweg fanden sich jedoch keinerlei Spuren. Wäre eine infizierte Person mit dem Zug nach Wuhan gereist, hätte sie erstaunlicherweise niemanden angesteckt. Die Theorie eines natürlichen Ursprungs weit außerhalb Wuhans, die keinerlei Spuren hinterlassen hat, ist höchst unwahrscheinlich.

Anders sieht es mit einem Laborausbruch aus, so Wade. In Wuhan befindet sich das führende chinesische Zentrum für Coronavirus-Forschung. Hier manipulierten Wissenschaftler Coronaviren, um ihnen die Fähigkeit zu verleihen, menschliche Zellen zu infizieren. Sie führten ihre Experimente in Laboren der Sicherheitsstufe 2 durch. Sollte das SARS2-Virus tatsächlich in einem solchen Labor entstanden oder geschaffen worden sein, wäre ein Ausbruch aus diesem viel wahrscheinlicher als das Szenario einer natürlichen Ausbreitung.

Natürlicher Ursprung des Corona-Virus – Evolution?

Weitere Bedenken ergeben sich aus der Betrachtung der natürlichen Evolution. Im Allgemeinen vollziehen sich auch die Mutationen von Viren in vielen kleinen Schritten. Sie springen nicht von einem Tag zum andern auf andere Spezies über. Das Spike-Protein des Coronavirus, das sich an Fledermauszellen angepasst hat, kann nicht ohne weiteres an andere Spezies andocken. Eine entsprechende Mutation müsste eine andere Aminosäureeinheit in sein Spike-Protein eingebaut und es dazu befähigt haben, die Zellen anderer Arten zu besiedeln. Weitere Mutationen und Anpassungen wären erforderlich, damit sich das Virus in einem neuen Wirt ausbreiten oder von diesem schließlich auf den Menschen überspringen könnte.

Die aufeinanderfolgenden Veränderungen des Spike-Proteins von SARS1 wurden laut Wade dokumentiert: es gelangte von seinen ursprünglichen Wirten zu den Zwischenwirten und wurde nach sechs weiteren Mutationen seines Spike-Proteins zu einem milden Krankheitserreger beim Menschen. 14 weitere Mutationen waren erforderlich, um seine Anpassung an den Menschen zu optimieren und vier zusätzliche, um eine Epidemie hervorzurufen.[1]

Über den Ursprung des Corona-Virus

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SARS-CoV-2 hat sich aber im Unterschied dazu bis vor kurzem kaum verändert. Es war bereits bei seinem ersten Erscheinen optimal an den Menschen angepasst. Wade zitiert dazu Alina Chan vom Broad Institute, die SARS-CoV-2 mit dem Spätstadium von SARS1 verglichen und festgestellt hat, dass beide Viren ähnlich gut an den Menschen angepasst sind. »Als SARS-CoV-2 Ende 2019 zum ersten Mal entdeckt wurde, war es bereits in einem ähnlichen Ausmaß an die Übertragung auf den Menschen präadaptiert wie das späte epidemische SARS-CoV«, schrieb sie.[2]

Auch Wissenschaftler, die die These, das Virus sei aus einem Labor entwichen, für unwahrscheinlich halten, gestehen laut Wade zu, dass die SARS-CoV-2-Genome erstaunlich einheitlich sind. So bemerkte Ralph Baric im Dezember 2020, dass »frühe Stämme, die in Wuhan identifiziert wurden, eine begrenzte genetische Vielfalt aufwiesen, was darauf hindeutet, dass das Virus aus einer einzigen Quelle eingeführt worden sein könnte.«[3] Eine einzige Quelle wäre aber, so Wade, eher mit einem Laborausbruch vereinbar, als mit der komplexen Variation und Selektion, die das Kennzeichen natürlicher Evolution sei. Die einheitliche Struktur der SARS-CoV-2-Genome enthalte keinen Hinweis auf eine Passage durch einen tierischen Zwischenwirt und in der Natur sei kein solcher Wirt identifiziert worden.

Wenn Befürworter der natürlichen Emergenz vortrügen, das SARS-CoV-2 habe eine noch nicht aufgefundene menschliche Population inkubiert, bevor es seine besonderen Eigenschaften angenommen habe oder dass es auf ein Wirtstier außerhalb Chinas übergesprungen sei, dann brächten sie lediglich Ad-hoc-Hypothesen vor, für die jegliche Beweise fehlten. Die Vertreter eines Laborunfalls müssten hingegen nicht zu solchen Ad-hoc-Hypothesen greifen: SARS-CoV-2 sei seit Beginn seines Auftretens an den Menschen angepasst, weil es in humanisierten Mäusen oder in Laborkulturen menschlicher Zellen gezüchtet worden sei. Die Absicht, dies zu bewerkstelligen, bezeugten Daszaks Förderanträge (siehe Teil 1 dieses Beitrags). Das Genom des Virus weise eine für Laborkulturen typische, niedrige Diversität auf. Befürworter des Laborausbruchs scherzten, so Wade, dass das SARS-2-Virus tatsächlich eine Zwischenwirtsspezies infiziert habe, bevor es auf den Menschen übergesprungen sei, und dass sie diese identifiziert hätten – eine humanisierte Maus aus dem Institut für Virologie in Wuhan nämlich.

Die beiden folgenden Abschnitte in Wades Essay – über die Furin-Spaltstelle des SARS-2-Virus und seine Codon-Präferenzen – sind technisch derart anspruchsvoll, dass sie hier übersprungen und interessierte Leser auf das Original verwiesen seien, trotzdem der Autor die in ihnen entwickelte Argumentation für besonders überzeugend hält.[4] Nur soviel sei gesagt, dass sowohl die Furin-Spaltstelle des SARS2-Virus, die für dessen Infektiosität von besonderer Bedeutung ist, als auch ein Doppelcodon (CGG-CGG), das dessen Arginine codiert, mit ziemlicher Sicherheit nicht auf natürlichem Wege (durch Evolution, Mutation oder Rekombination) zustande gekommen sein können. Die Furin-Spaltstelle, die die Infektion von Menschen ermöglicht, besitzt unter allen SARS-verwandten Beta-Coronaviren nur SARS-CoV-2 und sein Doppelcodon für Arginin ist für Menschen, nicht aber für Coronaviren typisch.

Natürlicher Ursprung des Corona-Virus – Zoonose?

Schließlich geht Wade auch noch auf eine weitere Variante des natürlichen Entstehungsszenarios ein. SARS-CoV-2 könnte ohne Umweg über einen Zwischenwirt von Fledermäusen direkt auf den Menschen übergesprungen sein. (Dem entspricht Variante A in der Abbildung, die in Teil 1 dieses Beitrags zu finden ist). Ein führender Befürworter dieser Möglichkeit ist laut Wade der Virologe David Robertson, der anmerkt, dass SARS-CoV-2 neben dem Menschen auch mehrere andere Spezies befallen kann. Er glaubt, das Virus habe eine »generalistische« Fähigkeit entwickelt, während es noch in Fledermäusen lebte.[5] Da die Fledermäuse, die es infiziert, in Süd- und Zentralchina weit verbreitet seien, habe das Virus reichlich Gelegenheit gehabt, auf den Menschen überzuspringen, auch wenn es dies anscheinend nur bei einem einzigen bekannten Fall getan habe. Robertsons These erkläre, so Wade, warum bisher keine Spur von SARS-CoV-2 in irgendeinem Zwischenwirt oder in menschlichen Populationen gefunden worden sei, die man vor dem Dezember 2019 untersucht habe. Sie würde auch die rätselhafte Tatsache erklären, dass sich SARS-CoV-2 – von marginalen Variationen abgesehen – nicht verändert hat, seit es erstmals beim Menschen auftrat.

Ein Problem dieser These,wendet Wade ein, bestehe jedoch darin, dass SARS-CoV-2 immer noch die Fähigkeit besitzen müsste, Fledermäuse zu infizieren. Und dies scheint nicht der Fall zu sein. Dass Fledermaus-Coronaviren Menschen direkt infizieren könnten, belegten möglicherweise die sechs Bergarbeiter, die im April 2012 beim Schürfen von Fledermausguano in der Mojiang-Mine an einer schweren Lungenentzündung mit Covid-19-ähnlichen Symptomen erkrankt seien. Drei von ihnen starben. Ein aus der Mojiang-Mine isoliertes Virus namens RaTG13 ist bis heute der engste bekannte Verwandte von SARS-CoV-2.

Wade weist darauf hin, dass es abgesehen von Bergarbeitern, die Fledermaus-Guano ausgraben, noch eine weitere Gruppe von Menschen gibt, die besonders häufig mit Fledermaus-Coronaviren in Kontakt kommen: die Coronavirus-Forscher. Zhengli-li Shi sammelte nach eigener Aussage bei Besuchen in der Mojiang-Höhle zwischen 2012 und 2015 mehr als 1.300 Fledermausproben, bei vielen weiteren Expeditionen wurden auch andere Höhlen in Yunnan untersucht.

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Freddie Sayers von Unherd.com im Gespräch mit Nicholas Wade.

Die Forscher könnten sich ohne weiteres auf ihren Expeditionen oder bei der Arbeit mit den neuen Viren am Institut für Virologie in Wuhan infiziert haben. In diesem Fall wäre das Virus, das aus dem Labor entwichen ist, ein natürliches Virus gewesen, nicht eines, das durch Funktionsgewinn erzeugt wurde.

Diese Möglichkeit ist zwar nicht völlig abwegig. Gegen sie spricht aber laut Wade die Tatsache, dass sowohl SARS-CoV-2 als auch RaTG13 nur eine schwache Affinität zu Fledermauszellen besitzen und man sich nicht sicher sein kann, ob sie jemals in welchen existiert haben. Außerdem könne die These nicht besser als das natürliche Emergenz-Szenario erklären, wie SARS-CoV-2 seine Furin-Spaltstelle erlangt habe, oder warum diese Spaltstelle durch die vom Menschen bevorzugten Arginin-Codons bestimmt werde, anstatt durch die von Fledermäusen bevorzugten Codons.

Fazit

Zwar gibt es bisher weder für die natürliche Entstehung noch die Hypothese eines Laborausbruchs eindeutige Beweise; die vorhandenen Befunde sprechen jedoch nach Wades Auffassung eher für die letztere.

Über den Ursprung des Corona-Virus

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Wissenschaftler am Institut für Virologie in Wuhan führten Experimente zur Funktionserweiterung durch, um Coronaviren dazu zu befähigen, menschliche Zellen und humanisierte Mäuse zu infizieren. Sie waren nicht gegen die untersuchten Viren geimpft, und arbeiteten in schlecht gesicherten BSL2-Laboren. Die Pandemie brach in unmittelbarer Nähe des Instituts für Virologie in Wuhan aus. Das Virus war bereits gut an den Menschen angepasst, wie man es von einem in humanisierten Mäusen gezüchteten Virus erwarten würde. Es besaß eine ungewöhnliche Erweiterung, eine Furin-Spaltstelle, über die kein anderes der bekannten SARS-verwandten Beta-Coronaviren verfügt, und diese Stelle enthielt ein doppeltes Arginin-Codon, das ebenfalls bei Beta-Coronaviren unbekannt ist.

Die These der natürlichen Emergenz hingegen beruht Wade zufolge auf einer ganzen Reihe unbewiesener Annahmen. Sie geht von der Parallele zwischen der Entstehung von SARS-CoV-2 und jener von SARS1 und MERS aus. Für diese Parallele gibt es aber bisher keine Beweise. Eine Fledermauspopulation, die die Quelle von SARS-CoV-2 sein könnte, wurde bisher nicht gefunden. Auch die Suche nach einem Zwischenwirt, bei der 80.000 Tiere untersucht wurden, erbrachte kein Ergebnis. Es gibt keinerlei klinische Aufzeichnungen einer allmählichen Ausbreitung in Menschen. Es gibt keine Erklärung dafür, warum die Epidemie, wäre sie natürlichen Ursprungs, ausgerechnet in Wuhan ausgebrochen ist und nicht an einem anderen Ort. Es gibt keine überzeugende Erklärung für die Entstehung seiner Furin-Spaltstelle, die kein anderes SARS-verwandtes Beta-Coronavirus besitzt, und auch nicht, warum diese Stelle aus vom Menschen bevorzugten Codons besteht.

Die Frage der Verantwortung

Im letzten Teil seines Essays wendet sich Wade der Frage der Verantwortung zu. Selbst wenn nicht abschließend geklärt sei, ob das Virus Experimenten zur Funktionserweiterung entstamme oder nicht, müsse diese Forschung insgesamt problematisiert werden. Für sie verantwortlich seien Menschen: die Virologen in Wuhan, die chinesischen Behörden, die Virologengilde weltweit, schließlich auch Beteiligte in den USA.

Chinesische Virologen trügen die Verantwortung dafür, dass sie unter unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen Experimente zur Funktionserweiterung durchgeführt hätten, die darauf abzielten, Viren mit hoher Infektiosität zu erzeugen. Zhengli-li Shi sei von französischen Virologen ausgebildet worden und habe eng mit amerikanischen Virologen zusammengearbeitet. Sie habe sich zwar an die internationalen Regeln für die Eindämmung von Coronaviren gehalten, aber die Risiken ihrer Experimente falsch eingeschätzt.

Die chinesischen Behörden hätten das SARS-2-Virus zwar nicht erzeugt, aber alles getan, um die Tragweite des Ausbruchs und ihren eigenen Anteil an der Forschung zu verschleiern. Sie hätten den Zugriff auf die Aufzeichnungen des Instituts für Virologie in Wuhan und auf dessen Virendatenbanken verhindert und spärliche Informationen veröffentlicht, die entweder falsch waren oder dazu dienten, in die Irre zu führen. Sie hätten außerdem die Untersuchung der WHO über die Herkunft des Virus manipuliert bzw. behindert.

Virologen weltweit wiederum seien mit den Risiken von Experimenten zur Funktionserweiterung bestens vertraut. Sie hätten sich jedoch von der Aussicht auf Forschungsgelder und möglichen Ruhm dazu verleiten lassen, an gefährlichen Viren herumzuexperimentieren. Sie hätten das Moratorium der amerikanischen Regierung gegen die Gain-of-Function-Forschung aus dem Jahr 2014 untergraben, das aufgrund ihrer Lobbyarbeit 2017 wieder aufgehoben worden sei. Sie hätten Warnungen wie jene der Cambridge Working Group ignoriert, die 2014 schrieb: »Die Unfallrisiken mit neu geschaffenen ›potenziellen Pandemie-Erregern‹ geben Anlass zu ernsten Sorgen […] Die Erzeugung von hoch übertragbaren, neuartigen Stämmen gefährlicher Viren im Labor, insbesondere, aber nicht ausschließlich, der Influenza, birgt erheblich erhöhte Risiken. Eine versehentliche Infektion in einer solchen Umgebung könnte Ausbrüche auslösen, die nur schwer oder gar nicht zu kontrollieren wären.«[6]

Selbst die SARS-CoV-2-Pandemie bringe sie offenbar nicht dazu, ihr eigenes Verhalten zu überdenken. Einige beteiligten sich an der Diffamierung der These eines Laborausbruchs als Verschwörungstheorie, während andere es vorzögen, sich wegzuducken. Die Virologen hätten sich, so Wade »hinter einer chinesischen Mauer des Schweigens verbarrikadiert, die bisher gut funktioniert, um die Neugier der Journalisten und den Zorn der Öffentlichkeit zu besänftigen oder zumindest aufzuschieben.«

Schließlich die amerikanische Verstrickung: Die EcoHealth Alliance unter Peter Daszak erhielt von Juni 2014 bis Mai 2019 Gelder vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), das den National Institutes of Health (NIH) untersteht, die es ermöglichten, Forschung zur Funktionserweiterung mit Coronaviren am Institut für Virologie in Wuhan zu betreiben. Wade hält es für »fragwürdig«, »hochriskante Forschung an unsichere ausländische Labore mit minimalen Sicherheitsvorkehrungen zu vergeben«.

Noch fragwürdiger wird das Verhalten des NIAID und der NIH durch die Tatsache, dass in den ersten drei Jahren, als diese Gelder gewährt wurden, ein Moratorium für die Finanzierung von Gain-of-Function-Forschung bestand. Offensichtlich zielte die Finanzierung auf dem Umweg über die EcoHealth Alliance darauf ab, dieses Moratorium zu umgehen. Das Moratorium verbot ausdrücklich die Finanzierung jeglicher Gain-of-Function-Forschung, die die Pathogenität der Grippe-, MERS- oder SARS-Viren erhöht. In einer Fußnote auf S. 2 des Moratoriums hieß es allerdings: »Eine Ausnahme vom Forschungsmoratorium kann erwirkt werden, wenn der Leiter der finanzierenden Agentur der US-Regierung feststellt, dass die Forschung zum Schutz der öffentlichen Gesundheit oder der nationalen Sicherheit dringend notwendig ist.«[7]

Diese Fußnote eröffnete den Direktoren des NIAID, Anthony Fauci und des NIH, Francis Collins, offenbar ein Schlupfloch für die Finanzierung der Gain-of-Function-Forschung in China. Richard Ebright vertrat in einem Interview mit Independent Science News diese Auffassung: »Leider haben der NIAID-Direktor und der NIH-Direktor dieses Schlupfloch ausgenutzt, um Ausnahmegenehmigungen für Projekte zu erteilen, die dem Moratorium unterlagen – mit der absurden Behauptung, die ausgenommene Forschung sei ›dringend notwendig, um die öffentliche Gesundheit oder die nationale Sicherheit zu schützen‹ …«.[8]

An die Stelle des 2017 aufgehobenen Moratoriums trat ein Berichtssystem, das Potential Pandemic Pathogens Control and Oversight (P3CO) Framework, das von staatlichen Agenturen verlangte, jede gefährliche Gain-of-Function Arbeit, die sie finanzieren wollten, zu melden. Laut Richard Ebright haben sowohl Collins als auch Fauci »es abgelehnt, Vorschläge für eine Risiko-Nutzen-Überprüfung zu kennzeichnen und weiterzuleiten und damit das P3CO-Framework zunichte gemacht.« Die beiden Beamten hätten im Umgang mit dem Moratorium und dem darauffolgenden Berichtssystem »systematisch die Bemühungen des Weißen Hauses, des Kongresses, der Wissenschaftler und der Fachleute für Wissenschaftspolitik unterminiert, die Gain-of-Function-Forschung, die Anlass zur Sorge gibt, zu regulieren.«

Einen Aspekt der amerikanischen Verantwortung bzw. der Finanzierung der Gain-of-Function-Forschung in China, der im ersten Teil dieses Beitrags angesprochen wurde, thematisiert Wade nicht: die Tatsache, dass der größte Geldgeber dieser Forschung das amerikanische Verteidigungsministerium war (siehe Teil 1)[9] und dass diese Finanzierung möglicherweise Teil einer weit umfassenderen Strategieplanung zur biologischen Kriegsführung ist. Bereits im Jahr 2000 verfassten Donald Kagan, Gary Schmitt und Thomas Donnelly unter Beteiligung von Fred Kagan, Paul Wolfowitz und William Kristol für das Project for the New American Century ein Dokument mit dem Titel Rebuilding America’s Defenses (RAD), in dem erklärt wurde, die militärischen Auseinandersetzungen in diesem »neuen Jahrhundert«, würden »wahrscheinlich in neuen Dimensionen stattfinden«: »Im Weltraum, im Cyberspace und vielleicht in der Welt der Mikroben … fortgeschrittene Formen der biologischen Kriegsführung, die auf bestimmte Genotypen ›zielen‹, könnten die biologische Kriegsführung aus dem Reich des Terrors zu einem politisch nützlichen Werkzeug machen.«[10]

Im Jahr 2018 dokumentierte die investigative Journalistin Dilyana Gaytandzhieva ein Multimilliarden-Dollar-Programm der amerikanischen Regierung, das unter dem Dach der Defense Threat Reduction Agency (DTRA)[11] Biowaffen-Labore in 25 Nationen (11 innerhalb der USA) unterhält, das seit den Milzbrandanschlägen im Dezember 2001 von 5 Milliarden Dollar – als Cheneys Bioshield Act 2004 verabschiedet wurde[12] – auf heute über 50 Milliarden Dollar angestiegen ist.[13]

Wie viele Labore es genau sind, ist schwer abzuschätzen, wie Alexei Mukhin, der Generaldirektor des russischen Zentrums für politische Information in einem Interview im Mai 2020 erklärte: »Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind im postsowjetischen Raum 65 geheime amerikanische Bio-Labore tätig: 15 davon in der Ukraine, 12 in Armenien, 15 in Georgien, 4 in Kasachstan.«[14]

All diese Hinweise leuchten ein wenig den Hintergrund von Virologie und Biosecurity-Forschung aus.[15] Natürlich sind bulgarische Investigativjournalisten oder russische Spezialisten für Information War und Geheimdienste wie Mukhin[16], auch wenn sie regelmäßig am World Economic Forum teilnehmen, leicht diskreditierbare Quellen, aber die Aspekte von Desinformation und Gegendesinformation muss stets bedenken, wer den Nebel lichten will, der Waffenforschung, Gentechnologie und Geopolitik umhüllt. Man vergegenwärtige sich nur die amerikanisch-britische Regierungsverschwörung zur Rechtfertigung des Irakkriegs.[17]

Möglicherweise weiß Wade auch mehr als er schreibt. Was er zu diesem Thema ausführt, ist dies: »Möglicherweise mussten die beiden Beamten [Fauci und Collins] Dinge berücksichtigen, die in den öffentlichen Aufzeichnungen nicht ersichtlich sind, wie etwa Fragen der nationalen Sicherheit. Vielleicht bot die Finanzierung des Instituts für Virologie in Wuhan, von dem man annimmt, dass es Verbindungen zu chinesischen Militär-Virologen hat, einen Einblick in die chinesische Biowaffenforschung.«

Am Ende seines Essays zerbricht sich Wade den Kopf darüber, warum die These vom Laborausbruch des Corona-Virus so wenig Interesse finde. Offensichtlich gebe es viele, die Gründe hätten, »nicht darüber zu sprechen«, angefangen von den chinesischen Behörden über Virologen in den Vereinigten Staaten und Europa bis hin zu Wissenschaftsfunktionären oder Regierungsstellen in den USA.

Dass auch andere Wissenschaftler das Thema nicht ansprechen, liegt seiner Auffassung nach an der Korruption der Wissenschaften durch den Staat. »Staatliche Forschungsgelder werden auf Anraten von Gremien wissenschaftlicher Experten aus den Universitäten verteilt. Jeder, der das Boot zum Wackeln bringt, indem er unangenehme politische Fragen aufwirft, läuft Gefahr, dass sein Zuschuss nicht verlängert und seine Forschungskarriere beendet wird. Vielleicht wird gutes Verhalten mit den vielen Vergünstigungen belohnt, die im Verteilungssystem herumschwappen.« Weder Andersen noch Daszak hätten trotz ihrer »parteiischen Angriffe« auf das Szenario eines Labor-Ausbruchs »ihren Ruf für wissenschaftliche Objektivität« verloren, wie der Blick auf ein 82-Millionen-Dollar-Subventionsprogramm zeige, das vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases im August 2020 veröffentlicht worden sei.[18]

Außerdem teile die US-Regierung mit den chinesischen Behörden ein gemeinsames Interesse, die Aufmerksamkeit von den Forschungen am Institut für Virologie in Wuhan abzulenken: »Man kann sich das Gespräch hinter den Kulissen vorstellen, in dem die chinesische Regierung sagt: ›Wenn diese Forschung so gefährlich war, warum haben Sie sie dann finanziert, und das auch noch auf unserem Territorium?‹ Worauf die US-amerikanische Seite antworten könnte: ›Sieht so aus, als ob Sie es waren, die das Virus entkommen ließen. Aber müssen wir diese Diskussion wirklich in der Öffentlichkeit führen?‹«

Fauci habe bereits unter Trump gedient und in der Biden-Administration die Führung im Umgang mit der COVID-Epidemie übernommen. Der US-Kongress habe daher ebensowenig ein Interesse daran, ihn »für die offensichtliche Fehleinschätzung bei der Finanzierung der Gain-of-Function-Forschung in Wuhan« zu grillen.

Wade gibt auch das merkwürdige Desinteresse der »Mainstream-Medien« zu denken. Keine große Zeitung und kein Fernsehsender habe bisher »einen ausführlichen Bericht über das Szenario eines Laborausbruchs geliefert«. Dass mittlerweile Teile des Etats mancher dieser »Mainstream-Medien« von Stiftungen finanziert werden[19], die eine ausgesprochen einseitige Gesundheitspolitik propagieren, scheint ihm unbekannt, ebenso wie die Tatsache, dass dieselben Stiftungen auch die Politik der WHO diktieren. Hinzu kommt, dass ihm als ehemaligem Mitarbeiter der New York Times klar sein dürfte, dass Geheimdienste in Zeitungen mitschreiben[20] oder sie gleich selbst herausgeben. Berühmt ist der Ausspruch des Herausgebers des Mirror aus dem Jahr 1991: »Die meisten Boulevardzeitungen – oder sogar Zeitungen im Allgemeinen – sind Spielbälle des MI5«, den der Professor für Journalismus an der Universität Lincoln, Richard Lance Keeble, in einem Text mit dem Titel The Media and the Secret State zitierte.[21] Dass »die Presse« – in Großbritannien! – weder frei noch unabhängig ist, diese Behauptung vertreten mittlerweile sogar von Soros finanzierte Portale.[22] Erst recht spielt in Wades Überlegungen die Beobachtung keine Rolle, dass »die Presse« (sowie der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk) zu einer gigantischen Propagandamaschinerie mutiert ist, die vorwiegend von Grundrechteleugnern und Tatsachenverneblern dazu benutzt wird, offizielle Narrative zu verbreiten und selbständig Denkende zu verfemen.[23]

Passend zum Thema: Laura Dodsworth, A State of Fear

Wade sieht indessen eher die Virologen mit ihrer »Omertà« in der Verantwortung. Wissenschaftsjournalisten, so fährt er fort, verfügten – im Unterschied zu politischen Reportern –, über wenig »angeborene Skepsis gegenüber den Motiven ihrer Quellen«, sie sähen ihre Rolle vor allem darin, »die Weisheit der Wissenschaftler« an die ungebildete Masse weiterzugeben. Wenn schon ihre Quellen keine Kritik äußerten, sei sie noch weniger von solchen Journalisten zu erwarten.

Zudem habe ein großer Teil der Presse eine linke Schlagseite. Der Behauptung Trumps Anfang 2020, das Virus sei aus einem Labor in Wuhan entkommen, schenkten die Zeitungen daher wenig Glauben. Solange Trump regierte, vermochten sie diese Behauptung leicht als rechte Verschwörungstheorie ins Abseits zu befördern. Als aber Avril Haines, Präsident Bidens Direktorin für die Nationalen Geheimdienste, praktisch dasselbe sagte[24], zog sie zwar keinen Shitstorm auf sich, sei aber weitgehend ignoriert worden.

Wades Essay endet mit einem Abschnitt der hier wörtlich zitiert sei: »Die Menschen auf der ganzen Welt, die im letzten Jahr so gut wie zu Hause eingesperrt waren, hätten vielleicht gerne eine bessere Antwort als die, die ihnen ihre Medien geben. Vielleicht wird eine solche mit der Zeit durchdringen. Denn je mehr Monate vergehen, ohne dass die natürliche Emergenztheorie auch nur den Hauch eines Beweises erhält, desto weniger plausibel erscheint sie. Vielleicht wird sich die internationale Gemeinschaft der Virologen als falscher und eigennütziger Ratgeber erweisen. Die Erkenntnis des gesunden Menschenverstandes, dass eine in Wuhan ausbrechende Pandemie etwas mit einem Labor in Wuhan zu tun haben könnte, das unter unsicheren Bedingungen neuartige, maximal gefährliche Viren ausbrütet, könnte schließlich das ideologische Beharren darauf verdrängen, dass das, was Trump gesagt hat, nicht wahr sein kann.

Und dann möge die Abrechnung beginnen.«

Vierzehn Monate nach der fragwürdigen WHO-Mission in China scheint sich das wissenschaftliche Establishment auf sein Handwerkszeug und sein Ethos zu besinnen. In der von der Amerikanischen Vereinigung zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) herausgegebenen Zeitschrift Science erschien am 14. Mai 2021 ein Brief mit dem Titel Investigate the origins of COVID-19, den 18 Spezialisten für das Fachgebiet unterzeichneten. Darin heißt es: »Als Wissenschaftler mit einschlägigem Fachwissen stimmen wir mit dem Generaldirektor der WHO, den Vereinigten Staaten und 13 weiteren Ländern sowie der Europäischen Union darin überein, dass mehr Klarheit über die Ursprünge dieser Pandemie notwendig und erreichbar ist. Wir müssen Hypothesen sowohl über natürliche als auch über Laborübertragungen ernst nehmen, bis wir genügend Daten haben. Eine ordnungsgemäße Untersuchung sollte transparent, objektiv, datengestützt, unter Einbezug eines breiten Fachwissens, unter unabhängiger Aufsicht und verantwortungsbewusst durchgeführt werden, um die Auswirkungen von Interessenkonflikten zu minimieren. Sowohl die Gesundheitsbehörden als auch die Forschungslabore müssen ihre Unterlagen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Forscher sollten den Wahrheitsgehalt und die Herkunft der Daten dokumentieren, auf deren Grundlage Analysen durchgeführt und Schlussfolgerungen gezogen werden, damit die Analysen von unabhängigen Experten reproduziert werden können.«

Werden in 14 Monaten Vertreter des medizinischen Establishments Analoges in Bezug auf nicht-therapeutische Maßnahmen und Impfungen gegen COVID-19 fordern?


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Anmerkungen:


  1. Biao Kan et al., Molecular Evolution Analysis and Geographic Investigation of Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus-Like Virus in Palm Civets at an Animal Market and on Farms, Journal of Virology 8/2005, https://jvi.asm.org/content/79/18/11892.short
  2. Shing Hei Zhan et al., SARS-CoV-2 is well adapted for humans. What does this mean for re-emergence? bioRxiv, 2.5.2020, https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.05.01.073262v1
  3. Ralph S. Baric, Emergence of a Highly Fit SARS-CoV-2 variant, NEJM, 31.12.2020, https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMcibr2032888
  4. Nicholas Wade, Origin of Covid – Following the Clues, medium, 3.5.2021, https://nicholaswade.medium.com/origin-of-covid-following-the-clues-6f03564c038
  5. David L. Robertson, Natural selection in the evolution of SARS-CoV-2 in bats created a generalist virus and highly capable human pathogen, PLOS Biology, 12.3.2021, https://journals.plos.org/plosbiology/article?id=10.1371/journal.pbio.3001115
  6. Cambridge Working Group Consensus Statement on the Creation of Potential Pandemic Pathogens (PPPs), 14.7.2014, http://www.cambridgeworkinggroup.org/
  7. https://www.phe.gov/s3/dualuse/documents/gain-of-function.pdf
  8. The WHO Investigation Members Were ›participants in disinformation‹, 24.3.2021, https://www.independentsciencenews.org/commentaries/an-interview-with-richard-ebright-anthony-fauci-francis-collins-systematically-thwarted/
  9. https://www.independentsciencenews.org/news/peter-daszaks-ecohealth-alliance-has-hidden-almost-40-million-in-pentagon-funding/
  10. Donald Kagan, Gary Schmitt, Thomas Donnelly, Rebuilding Americas Defenses, Forces and Resources for a New Century, Washington 2000, S. 60.
  11. Siehe den Bericht des Congressional Research Service The Evolution of Cooperative Threat Reduction: Issues for Congress vom 23.11.2015: »Das Programm des Verteidigungsministeriums zur Kooperativen Reduktion von Bedrohungen (CTR)« im Bereich biologischer Waffen »hat sich in den letzten 20 Jahren ausgeweitet. Es hat sich finanziell erweitert und ist von weniger als 10 % des CTR-Budgets in den späten 1990er Jahren auf über 60 % im Antrag für das Haushaltsjahr 2016 angewachsen. Es hat sich auch geografisch erweitert. Es begann als ein Programm, das sich auf den Abbau des riesigen biologischen Waffenkomplexes konzentrierte, den Russland von der Sowjetunion geerbt hatte, aber jetzt ist es zu einem Werkzeug geworden, das die Vereinigten Staaten nutzen, um ›beste Praktiken‹ in der physischen Sicherheit und der Sicherheit in biologischen Laboratorien mit gefährlichen Krankheitserregern zu fördern und um Krankheitsüberwachungssysteme auf mehreren Kontinenten zu entwickeln, insbesondere in Südostasien und Afrika südlich der Sahara. Auch der Name hat sich geändert, von Biological Threat Reduction (BTR) zu Cooperative Biological Engagement (CBE), um die Empfindlichkeit der neuen Partnerländer gegenüber der Bezeichnung ›Bedrohung‹ zu reflektieren. […] Die Obama-Regierung hat erklärt, dass das Ziel des CBE-Programms darin besteht, der ›Bedrohung durch staatliche und nicht-staatliche Akteure entgegenzuwirken, die sich biologische Materialien und Fachkenntnisse aneignen, die zur Entwicklung oder zum Einsatz einer biologischen Waffe verwendet werden könnten.‹ Das Programm tut dies, indem es biologische Agenzien (›Select Agents‹) an ihrer Quelle zerstört oder sichert und die Fähigkeit aufbaut, einen Krankheitsausbruch zu erkennen, zu diagnostizieren und zu melden. Die Nationale Strategie zur Bekämpfung biologischer Bedrohungen aus dem Jahr 2009 betonte den Bedarf an globaler Gesundheitssicherheit und Best Practices. Infolgedessen arbeitet das CTR-Programm des Verteidigungsministeriums mit mehreren Bundesbehörden, anderen Geberländern, internationalen Organisationen und dem privaten Sektor zusammen, um diesen Ansatz umzusetzen.« Dokumentnummer R43143, S. 37, https://fas.org/sgp/crs/nuke/R43143.pdf.
  12. Der Bioshield Act wurde vom US-Kongress im Jahr 2004 verabschiedet. Es sah 5 Milliarden Dollar für den Kauf von Impfstoffen vor, die im Fall eines bioterroristischen Angriffs eingesetzt werden sollten. Es umfasste ein auf zehn Jahre angelegtes Programm »zur Entwicklung medizinischer Gegenmaßnahmen gegen biologische, chemische, radiologische und nukleare Kampfstoffe für den zivilen Gebrauch«. Es erlaubte die Bevorratung und Verteilung von Impfstoffen, die aufgrund ethischer Bedenken nicht auf Sicherheit oder Wirksamkeit am Menschen getestet worden waren. Seit den Terroranschlägen von 2001 hat die Regierung der Vereinigten Staaten fast 50 Milliarden Dollar für die Bekämpfung der Bedrohung durch biologische Waffen bereitgestellt. Die Maßnahmen gegen diese Bedrohung konzentrieren sich angeblich auf die »Erforschung und den Erwerb von Medikamenten für die Verteidigung«, auf die Anschaffung von Schutzausrüstung, die verstärkte Überwachung und Erkennung von biologischen Kampfstoffen sowie die Verbesserung der Abwehrbereitschaft von einzelnen Bundesstaaten und Krankenhäusern. Ein erheblicher Teil der Mittel geht an die Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA), die dem Gesundheitsministerium untersteht. Die Mittel für Aktivitäten, die auf Prävention abzielen, haben sich 2007 mehr als verdoppelt und werden auf 11 Bundesbehörden verteilt. Bemühungen um kooperative internationale Maßnahmen sind Teil des Projekts. Siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Project_Bioshield_Act
  13. http://dilyana.bg/the-pentagon-bio-weapons/
  14. https://fort-russ.com/2020/05/revealed-pentagon-bioweapons-laboratories-detected-in-developing-coronavirus-by-russian-federation/
  15. Zum Thema Biosecurity empfiehlt sich die Lektüre des Buches von Paul Schreyer, Chronik einer angekündigten Krise. Wie ein Virus die Welt verändern konnte, Frankfurt a.M. 2020.
  16. http://www.polit-info.ru/en/about/management/Mukhin/
  17. https://www.dw.com/de/irak-krieg-am-anfang-stand-die-l%C3%BCge/a-43279424
  18. https://www.nih.gov/news-events/news-releases/nih-establishes-centers-research-emerging-infectious-diseases
  19. Darüber berichtete der SPIEGEL freimütig: »Der SPIEGEL hat in den vergangenen Jahren bereits zwei journalistische Projekte mit dem European Journalism Centre (EJC) und der Förderung der Bill & Melinda Gates Foundation umgesetzt: Die ›Expedition Übermorgen‹ über globale Nachhaltigkeitsziele (Laufzeit: 2016-18, Förderung: 250.000 Euro) sowie das journalistische Flüchtlingsprojekt ›The New Arrivals‹, in deren Rahmen mehrere preisgekrönte Multimedia-Reportagen zu den Themen Migration und Flucht entstanden sind (Laufzeit: 2017/18, Förderung: 175.000 Euro) … Große europäische Medien wie The Guardian und El País haben mit ›Global Development‹ beziehungsweise ›Planeta Futuro‹ ähnliche Sektionen auf ihren Nachrichtenseiten mit Unterstützung der Gates-Stiftung aufgebaut. Auch viele weitere internationale Medien sind eine Kooperation mit der BMGF eingegangen, darunter Le Monde, BBC und CNN. Auch in Deutschland werden Redaktionen von Stiftungen unterstützt, etwa die investigativen Teams von ›Correctiv‹ und ›Investigate Europe‹, ebenso die Wissenschaftsredaktion des ›Science Media Center Germany‹ (SMC).« Siehe: Fragen und Antworten zur Förderung durch die Gates-Stiftung, SPIEGEL, 14.5.2020.
  20. Siehe den Artikel des Watergate-Reporters Carl Bernstein, The CIA and the Media, http://www.carlbernstein.com/magazine_cia_and_media.php
  21. Keeble zitiert übrigens auch John Le Carré, der »zwischen 1960 und 1964 für den MI6 arbeitete«, und behauptete, »dass der britische Geheimdienst damals große Teile der Presse kontrollierte – genauso wie er es vielleicht heute tut.« The Media and the Secret State, S. 90. https://www.academia.edu/10766319/THE_MEDIA_AND_THE_SECRET_STATE. – Am 17.5.2021 veröffentlichte das Magazin Newsweek einen Artikel über die »größte jemals bekannte Geheimarmee«, die im letzten Jahrzehnt vom Pentagon aufgebaut worden sei, der um die 60.000 Mitarbeiter angehörten, die weltweit unter Tarnidentitäten aktiv seien, viele von ihnen im Cyberspace (in sozialen Netzwerken und anderswo). Diese Truppe, die zehnmal so groß sei, wie jene der CIA, stehe unter keinerlei Aufsicht, weder durch den Kongress, noch durch irgendwelche Ministerien. Den größten Teil dieser verdeckt operierenden Kräfte bildeten Angehörige der Special Forces, gefolgt von Militärgeheimdienstlern und Cyberkriegern. Sie alle praktizierten Techniken, die als »signature reduction« bekannt seien: Ausgeklügelte Methoden, durch die digitale und analoge Spuren verwischt und erfundene glaubhaft gemacht werden können. »Die Explosion der Cyber-Kriegsführung des Pentagons hat … zu Tausenden von Spionen geführt, die ihre tägliche Arbeit in verschiedenen erfundenen Persönlichkeiten verrichten – genau die Art von ruchlosen Operationen, die die Vereinigten Staaten anprangern, wenn russische und chinesische Spione dasselbe tun.« Siehe: William M. Arkin, Inside the Military’s Secret Undercover Army, Newsweek, 17.5.2021.
  22. Ed Jones, Five Reasons why we don’t have a free and independent press in the UK and what we can do about it, https://www.opendemocracy.net/en/opendemocracyuk/five-reasons-why-we-don-t-have-free-and-independent-press-in-uk-and-what-we-can-do-about/
  23. Dies ist übrigens keine neue Erscheinung. Schon 1903 schrieb Steiner in der Lucifer-Gnosis: ‪»Die Sitten sind heute andere als im siebzehnten Jahrhundert. Die den Sitten zugrunde liegenden Gesinnungen haben sich nicht sonderlich geändert. Im siebzehnten Jahrhundert verfolgte man ketzerische Anschauungen allerdings mit Mitteln, die heute nicht mehr human erscheinen. Man wird die Anthroposophen heute nicht gerade mit dem Feuertode bedrohen: Man begnügt sich damit, sie dadurch unschädlich zu machen, dass man sie für Schwärmer und unklare Köpfe erklärt. Die landläufige Wissenschaft stempelt sie zu Toren. An die Stelle der früheren Hinrichtung durch die Inquisition ist die neue Hinrichtungsart, die journalistische, getreten.« GA 34, S. 68. Siehe auch den Beitrag: Geheimdienste gegen Pharmakritiker.
  24. https://edition.cnn.com/2021/04/14/politics/world-wide-threats-hearing-senate-intelligence-committee/index.html

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