Ein streitbarer Professor

Zuletzt aktualisiert am 20. Juli 2021.

Harald Walach ist ein streitbarer Professor, der für seine Sache, eine Sache, die er des Streites Wert hält, eintritt. Walach ist ein Professor mit einem weiten Horizont, einem Horizont, der jedenfalls weiter ist, als der eines auf seine Nanopartikel fixierten Virologen. Walach ist (oder war, siehe die Hinweise am Ende des Beitrags!) Professor an der Medizinischen Universität Posen (Poznań), an der Abteilung für gastroenterologische Pädiatrie und Stoffwechselkrankheiten, und er ist Gastprofessor an der Universität Witten/Herdecke für die philosophischen Grundlagen der Psychologie.

Sein Horizont umspannt sowohl naturwissenschaftliche Disziplinen, als auch psychologische und geisteswissenschaftliche. Walach war bis 2016 Professor für Forschungsmethodik an der Viadrina und publizierte eine Vielzahl von Büchern, Buchbeiträgen und Artikeln in Fachzeitschriften. Er ist außerdem Gründer des Change Health Instituts, das versucht, eine Erweiterung des Gesundheitsbegriffs und der Gesundheitsforschung im Sinne des Holismus voranzutreiben. Er blickt, wie er schreibt, »auf eine 30jährige Laufbahn in der Evaluation komplementärmedizinischer Verfahren« zurück. Auch dies ein Ausweis eines erweiterten Horizontes: er interessiert sich nicht nur für etablierte Verfahren der Schulmedizin, sondern auch für komplementäre – manche würden sagen »exotische« – Verfahren.

Ein streitbarer Professor

Screenshot Health Change Institut

Es überrascht daher nicht, dass ein Forschungsschwerpunkt Walachs die Beziehung zwischen Gesundheit und Bewusstsein, Heilung und Seele ist, man könnte auch sagen die Frage der Psychosomatik. Welchen Einfluss hat unsere Seelenverfassung auf Gesundheit oder Krankheit, welchen Einfluss haben möglicherweise unsere moralischen Einstellungen oder unsere Denkweisen auf die Zustände unseres Körpers?

Eine Frage, die ihn seit seinem Studium beschäftigt, ist die Frage: Was ist »Heilung«? »Die Frage nach Heilung und wie sie zustande kommt hat mich relativ rasch zur Homöopathie und später im weiteren Sinne zur Komplementärmedizin geführt«, schreibt Walach in seiner Selbstauskunft. »Denn hier wird Heilung vor allem als Selbstheilung verstanden, also als Anstoß, der dem Organismus helfen soll, sich selber zu heilen. Das habe ich immer sehr spannend gefunden, sowohl vom wissenschaftlichen, als auch vom gesellschaftlich-ökonomischen Standpunkt aus.«

Wer sich auf diese Weise ganzheitlich mit dem Menschen und seinen Zuständen befasst, wird früher oder später auch auf seine Spiritualität stoßen, ist sie doch eine nicht wegzuleugnende Tatsache der Erfahrung. Immerhin gibt es Mönche, Priester, aber auch jede Menge Menschen, die sich in spirituellen Praktiken wie Gebet, Meditation, Versenkung usw. üben. Und die, auch wenn sie sich nicht einer verfassten Religionsgemeinschaft anschließen, sich nichtsdestotrotz als religiös bezeichnen würden.

Zählt man all diese Menschen zusammen: diejenigen, die sich zu einer religiösen Gemeinschaft bekennen und all die anderen, die von solchen Affiliationen unabhängig nach spirituellen Erfahrungen suchen, dürfte man schnell zur Einsicht kommen, dass die Zahl der Menschen, für die Spiritualität ein wesentlicher Faktor in ihrem Leben ist, jene, bei welchen dies nicht der Fall ist, weit übertrifft. Die Atheisten oder Agnostiker, auch wenn sie sich besonders lautstark zu Wort melden, sind in der Minderzahl.[1]

Leider sind es aber gerade diese Minderheiten, die den Wissenschaftsbetrieb dominieren und damit auch die Definition dessen, was als wissenschaftlich gilt. Daher ist dieser Wissenschaftsbetrieb von einer Ablehnung dessen geprägt, was für die meisten Menschen wesentlich ist und zu den grundlegenden Erfahrungen ihrer Existenz gehört. Wie soll ein solcher Wissenschaftsbetrieb den Bedürfnissen dieser Mehrzahl gerecht werden? Immerhin ist es diese Mehrzahl, die eine kleine Minderheit mit ihren in Wahrheit exotischen Ansichten und Vorlieben finanziert, eine Minderheit, die alles leugnet, was jener Mehrheit lieb und teuer ist.

Walach gehört zu einer winzigen Minderheit innerhalb dieser Minderheit[2], die einen weiteren Horizont hat, als jene lärmenden Atheisten und Agnostiker, die glauben, sie könnten dem Rest der Menschheit ihr beschränktes Weltbild aufzwingen, indem sie es für den Inbegriff der Wissenschaftlichkeit erklären, obwohl es doch nur einen kleinen Ausschnitt der menschlichen Welterfahrung repräsentiert und dadurch nahe an die Unwahrheit grenzt. Denn wie kann ein beschränktes Bild der Welt, das zentrale menschliche Erfahrungen in ihrer nicht reduzierbaren Authentizität schlichtweg ignoriert, beanspruchen, die Wirklichkeit zu repräsentieren? Die Atheisten und Agnostiker im Wissenschaftsbetrieb sind es auch, die sich allein auf Labormesswerte und sonstige physikalische Parameter stützen und den Einfluss des Bewusstseins, der Seele, auf Gesundheit und Krankheit leugnen. Hier sitzen die wahren Leugner: die Leugner der Seele und des Geistes, die Leugner der integralen Wirklichkeit. Aber sie üben die Macht aus. Und sie treiben systematisch all jene aus dem Wissenschaftsbetrieb aus, die ihre eigene Beschränktheit nicht teilen, bzw. sie als das erkennen, was sie ist und infolgedessen zu kritisieren wagen. Vertretern des Holismus, einer integralen Weltsicht, wird Unwissenschaftlichkeit vorgeworfen, Quacksalberei, Hokuspokus und mehr.

Seit Jahren beobachten wir schon, mit welchem fanatischen Eifer z.B. die Homöopathie von Kampagnen überzogen wird, die ihr die Wissenschaftlichkeit absprechen und darauf abzielen, sie zu vernichten. Denn bekanntlich ist, was »nicht wissenschaftlich« ist, der Menschheit nicht zumutbar, es muss aus dem Repertoire der legitimen Methoden ausgeschlossen und darf auch nicht vom öffentlichen Gesundheitswesen finanziert werden. Und dies obwohl ein großer Teil der Bevölkerung Naturheilkunde und alternative Heilmethoden bevorzugt, nicht etwa nur die Ungebildeten und Dummköpfe. Eine Umfrage der Max Grundig Klinik unter Managern, auf deren Behandlung sie spezialisiert ist, förderte Ende 2019 zutage, dass 22% von ihnen nur geringes oder gar kein Vertrauen in die Schulmedizin haben und 36% die Homöopathie als wirksam betrachten. Für grundsätzlich und nachhaltig erfolgreich hielten sogar 69% alternative Heilmethoden wie eben die Homöopathie, Akupunktur, traditionelle chinesische Medizin, Osteopathie, Ayurveda und Pflanzenheilkunde. Diesem Trend widersetzen sich Skeptiker und Antiglobulisten: Sie wollen die Entscheidungsträger von der Unwissenschaftlichkeit der Homöopathie, der Alternativmedizin überzeugen, sie aus der öffentlichen Finanzierung ausschließen, sie wirtschaftlich zunichte machen, auslöschen, von der Erde vertilgen – dann erst haben sie ihren Frieden. Bei ihrem Kampf erweisen sich die Fetischisten des Positivismus als nützliche Idioten einer Industrie, die im Hintergrund die Puppen tanzen lässt. Erst wenn die Alternativen, die Andersdenkenden, -fühlenden und -wollenden vom Markt verdrängt sind, kann sie allein auf die Geldtöpfe zugreifen, die die Gesundheitsbürokratie verwaltet, die Geldtöpfe der Steuer- und Beitragszahler, die die Gesundheitssysteme finanzieren, von welchen ein Großteil eben keine Atheisten und Agnostiker sind, sondern Menschen, die durchaus an die Existenz einer Seele oder auch an ein Leben nach dem Tod glauben.

Dies ist der Hintergrund der weltanschaulichen Gigantomachie, die derzeit um Corona, um die Viren und die Impfungen tobt. Machen wir uns keine Illusionen: Was wir nunmehr seit anderthalb Jahren erleben, ist die letzte große Schlacht, die in dieser Auseinandersetzung ausgefochten wird, einer Auseinandersetzung, in der es nicht nur um die Bekämpfung eines Virus oder einer Epidemie geht, sondern um die Essenz des Menschseins. Daher auch die Unerbittlichkeit des Lagers, das in die Entscheidungsschlacht gezogen ist: des medizinisch-industriellen Komplexes, ausgestattet mit unbegrenzten Geldmitteln und Heerscharen von Lohnschreibern, der jene kleine Minderheit aus dem Wissenschafts- und Medizinbetrieb ein für allemal zu eliminieren versucht, die ein Verständnis von Wissenschaft propagiert, das den Bedürfnissen der Mehrheit der Menschen entspricht. Eine globale Koalition, in der sich Regierungen, nationale und internationale Gesundheitsbehörden, Pharmaunternehmen, Medien und sogar Sicherheitsdienste gegen den kleinen David zusammengeschlossen haben, der nach wie vor an seinen angeblich irrationalen Überzeugungen festhält, solchen Überzeugungen, wie der Existenz einer Seele oder der Wirksamkeit von Selbstheilungskräften, zu welchen auch das natürliche menschliche Immunsystem gehört, ohne irgendwelche gentechnischen »Enhancements«. Und welche Geschütze werden in dieser Auseinandersetzung aufgefahren! Eine wahrhaftig gigantische Propagandamaschinerie, die alle Kanäle 24/7 überzieht, sogar die staatlichen Sicherheitsapparate, die mittlerweile Vertreter der Alternativmedizin zu Staatsfeinden erklären, die von Geheimdiensten beobachtet werden müssen, Staatsanwaltschaften, die Hausdurchsuchungen bei Gutachtern durchführen, die das offizielle Narrativ der Gesundheitstechnokraten in Zweifel ziehen und so weiter und so fort.

Wie passt so jemand wie Walach in dieses System? Überhaupt nicht. Jemand, der von sich sagt: »… mich hat, ausgehend von meiner Grundfrage, die Frage nach dem Leib-Seele Problem beschäftigt, die Frage, wie man innere Erfahrung verstehen muss. Eine bestimmte Sparte innerer Erfahrungen sind spirituelle oder mystische Erfahrungen, die ich ebenfalls extrem interessant finde. Auf diesem Hintergrund ist meine historische Arbeit und die Übersetzung des Kartäusermystikers Hugo de Balma zu verstehen, meine zweite Doktorarbeit im Fachbereich Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte.«

Entsprechend wird mit ihm verfahren. Das jüngste Beispiel für diesen Aussonderungsprozess dessen, »was nicht in die Wissenschaft gehört«, stellt eine Mitteilung des Multidisciplinary Digital Publishing Institute dar, einer Plattform mit Sitz in Basel, auf der die Zeitschrift Vaccines erscheint. In dieser Zeitschrift ist am 24. Juni ein Artikel erschienen, den Walach mitverfasst hat. Weitere Autoren waren: Rainer J. Klement von der radioonkologischen Abteilung des Leopoldina Krankenhauses Schweinfurt und der unabhängige Datenanalyst Wouter Aukema aus Holland. Der Titel des Aufsatzes lautete: »Die Sicherheit von COVID-19-Impfungen – Wir sollten die Politik überdenken«.[3] Er wurde seit seinem Erscheinen (zwischen dem 24. Juni und dem 3. Juli) rund 410.000mal aufgerufen.

Bereits vier Tage nach der Publikation des Artikels (am 28. Juni) veröffentlichte der Herausgeber eine »Expression of Concern« (eine Äußerung der Beunruhigung oder der Sorge) zu diesem Artikel. Vier Tage später wurde er vom Herausgeber zurückgezogen.

In der Expression of Concern konnte man lesen: »Die Zeitschrift veröffentlicht diese Bekundung der Besorgnis, um die Leser auf erhebliche Bedenken bezüglich der oben zitierten Arbeit hinzuweisen.

Es wurden ernsthafte Bedenken bezüglich einer Fehlinterpretation von Daten und der Schlussfolgerungen geäußert.

Die größte Sorge ist die falsche Darstellung der COVID-19-Impfunternehmung und die falsche Darstellung der Daten, z.B. im Abstract: ›Für drei durch Impfung verhinderte Todesfälle müssen wir zwei durch Impfung verursachte Todesfälle akzeptieren‹. Die Behauptung, dass diese Todesfälle mit den Impfunternehmungen zusammenhängen, ist falsch und verzerrt. Wir werden nach Abschluss unserer Untersuchung ein Update zur Verfügung stellen. Die Autoren wurden über diese ›Expression of Concern‹ informiert.«

Aus diesen wenigen Sätzen ist auch gleich ersichtlich, worum es geht: die Autoren zweifelten die Sicherheit und den Nutzen der COVID-19-Impfungen von Grund auf an und stützten sich dabei auf die Auswertung offizieller Daten der holländischen Arzneimittel-Aufsichtsbehörde Lareb. Dabei dürften diese Daten noch zu den verlässlichsten im Vergleich zu den übrigen Ländern im europäischen Wirtschafstraum (EWR) gehören. Aber es geht nicht um die Daten als solche, sondern um deren Interpretation.

Aufschlussreich in Bezug auf die Meldemoral der nationalen Aufsichtsbehörden ist diese Grafik, die den Stand der Meldungen von Nebenwirkungen der COVID-19-Impfungen in den nationalen Registern im Vergleich zur gesamteuropäischen Datenbank der EMA (Stand 25.6.2021) zeigt.[4]

Meldeverzüge

Abbildung Meldeverzüge 25.6.2021. Blau sind die Meldungen in den nationalen Registern, orange jene in der Datenbank der EMA.

Außerdem stützten sich die Autoren der Analyse auf eine Impfstudie aus Israel, die einzige, wirklich umfassende Feldstudie zu Massenimpfungen. Nebenbei bemerkt: Gilad Atzmon macht auf seiner Netzseite darauf aufmerksam, dass die Israelis mittlerweile von einer epidemischen Impfmüdigkeit heimgesucht werden, nachdem etwa 60% der Bevölkerung geimpft wurde.

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Atzmon kommentiert diese Grafik wie folgt:

Die Grafik zeigt, dass die Israelis seit Ende März das Interesse an der Impfung verloren haben. Etwa 40% der Israelis sind nicht geimpft und zeigen keine Anzeichen von Begeisterung für die Impfung. Die Grafik zeigt auch, dass satte 4% der Israelis, die die erste Pfizer-Dosis genommen haben, zögern, die zweite zu nehmen. Dies mag auf das wachsende Bewusstsein der Israelis für die schweren Nebenwirkungen der Impfstoffe zurückzuführen sein, sowie auf die intensive Arbeit der mutigen israelischen Querdenker.

Kehren wir zu den Querelen um Vaccines zurück. Walach nahm kurz nach der Veröffentlichung der Besorgnisbekundung Stellung. Erbeten wurde die Stellungnahme von Michael Klein, der den Blog sciencefiles betreibt, der sie am 1. Juli dankenswerterweise veröffentlicht hat. Was brachte Walach zu seiner Verteidigung angesichts der zu erwartenden »Retraction« vor?

Unsere Impfstudie – einige Klarstellungen, Erläuterungen und weiterführende Gedanken

Harald Walach

Unsere Impfstudie in ›Vaccines‹ hat einige Aufregung erzeugt. Das ist gut so. Denn das war ihr Zweck. Viele haben diese Publikation dazu verwendet, um zu sagen, es sei bewiesen, dass… oder nun wisse man, dass … Nein, nichts ist bewiesen und nichts wissen wir. Wir haben vielmehr darauf aufmerksam gemacht, dass wir derzeit, mit den besten verfügbaren Daten, die immer noch extrem schlecht sind, fürchten müssen, dass der Nutzen der COVID-19 Impfstoffe den Schaden nicht aufwiegt.

Das Journal ›Vaccines‹ hat einen ›Expression of Concern‹ publiziert, also einen Vorbehalt, was die Gültigkeit der Aussagen in dieser Publikation angeht. Dieser ›Expression of Concern‹ geht zurück auf eine Mail des Leiters der Abteilung Medizinprodukte der holländischen Behörde LAREB, Prof. van Puijenbroek, deren Daten wir verwendet haben. Er hat das Journal über eine Email, die wir vom Journal weitergeleitet erhalten haben, davon informiert, dass er schwere Probleme sieht. Wir haben auf diese Vorwürfe geantwortet und im Moment liegen beide Texte im Editionsbüro, offenkundig um sie zu überprüfen, jedenfalls vermute ich, dass es dies ist, was passiert, weil wir keine weitere Information darüber haben, was jetzt geschieht. Hätten wir es mit einer ›normalen‹ Publikation zu tun, dann hätte uns das Journal die Vorwürfe geschickt, um Stellungnahme gebeten und alles miteinander publiziert. So ist es z.B. geschehen bei einem Artikel, den ich vor einiger Zeit mit einem Kollegen im Journal of Clinical Epidemiology publiziert habe, bei dem wir die Gültigkeit und Nützlichkeit des hierarchischen Modells der Evidence Based Medicine hinterfragt haben[5]. Ich war ziemlich stolz darauf, gleich drei Kommentare zu erhalten, auf die ich dann entsprechend geantwortet habe [[6], [7], [8]]. Das ist auch die normale Prozedur.

Die hier gewählte Form ist eigentlich ungewöhnlich und wird dann gewählt, wenn man einen möglichen Rückzug der Publikation antizipieren (oder verhindern) will. Das würde z.B. nötig werden, wenn jemand ein Plagiat, also eine ungebührliche Doppelung eigener oder unzitierte Übernahme anderer Texte, begangen hat; haben wir definitiv nicht. Das wäre auch der Fall, wenn jemand Daten gefälscht hat; haben wir definitiv nicht. Das könnte man auch überlegen, wenn jemand grob fahrlässig Daten falsch ausgewertet und verwendet hat. Das ist wohl in unserem Fall der implizite Vorwurf. Er stimmt aus meiner Sicht nicht, denn würde er stimmen, wäre ich nie auf die Idee gekommen, diese Publikation anzustreben, weil ich ja kein wissenschaftlicher Reputationsselbstmörder bin.

Im Wesentlichen wirft uns Prof. van Puijenbroek vor, dass wir die Lareb-Daten für diese Zwecke gar nicht hätten verwenden dürfen, weil sie nämlich nicht kausal daraufhin überprüft sind, ob die Nebenwirkungen bzw. die Todesfälle von der Impfung verursacht wurden [kursiv L.R.]. Der zweite Vorwurf ist im Prinzip der, dass man die Daten aus der israelischen Impfstudie nicht verwenden kann, um den Effekt der Impfung zu berechnen; aber der wird eher im Netz oder von anderen Kommentatoren erhoben.

Wir weisen in unserer Replik auf den Vorwurf darauf hin, dass sich van Puijenbroek in gewisser Weise selbst widerspricht. Denn in seinem ›Expression of Concern‹ sagt er, dass die Daten, die in der Nebenwirkungsdatenbank enthalten seien, lediglich unsystematische Sammlungen aller möglicher Angaben von Bürgern und Ärzten seien. In einem Beitrag für ›Regulatory Science‹ 2021 (Zugriff 29. Juni 2021) sagt er:

›Das niederländische Pharmakovigilanz-Zentrum Lareb hat im Jahr 2019 34.000 Berichte über unerwünschte Arzneimittelwirkungen gesammelt, von denen 14.000 Berichte von Angehörigen der Gesundheitsberufe und Patienten direkt an Lareb übermittelt und mehr als 20.000 von den Zulassungsinhabern [Pharmafirmen] weitergeleitet wurden. Diese Berichte werden bewertet und analysiert, was zu Sicherheitssignalen über unerwünschte Arzneimittelwirkungen führen kann. Diese werden an das Medicines Evaluation Board (MEB) gemeldet und von diesem überprüft, um das MEB bei seinen Entscheidungen in der Pharmakovigilanz in den Niederlanden und Europa zu unterstützen.‹

In 2019 waren also knapp 60% aller Daten von den Firmen eingebracht worden, die die Lizenzen für die Produkte haben; sie sind ja auch von Gesetzes wegen dazu verpflichtet. Und das ist jetzt plötzlich bei den Nebenwirkungen der Covid-19 Impfstoffe ganz anders? Hier sollen nun plötzlich völlig willkürliche Meldungen gesammelt werden?

Wir haben außerdem in unserem Aufsatz darauf hingewiesen, dass wir die Lareb-Daten aus zwei Gründen verwendet haben:

  1. Ist Holland das Land in der EU, das die meisten Nebenwirkungsmeldungen in die EMA-Nebenwirkungsdatenbank der Covid-19-Impfstoffe meldet. Da wir davon ausgehen, dass dies nicht damit zusammenhängt, dass die Holländer besonders empfindlich oder neurotisch sind, sondern einfach eine andere Berichtsmoral herrscht, deswegen scheint uns diese Datenbank diejenige zu sein, die die Wirklichkeit noch am besten spiegelt.
  2. Lareb sagt auf ihrer Webseite – wir zitieren das in unserer Arbeit – dass sie die Fälle, die gemeldet werden, von geschultem Personal (›investigators‹) überprüft und nicht ungeprüft zur Verfügung stellt.

Man muss sich also fragen: Was stimmt jetzt? Sind die Daten einfach nur wilde Sammlungen von Meldungen, wie von Puijenbroeks ›Expression of Concern‹ suggeriert? Oder kommen die Meldungen mehrheitlich von den ›market authorization holders‹, also den Firmen, die ihrerseits natürlich die Meldungen prüfen müssen und prüfen, bevor sie sie weitergeben. Denn keine Firma wäre so töricht und würde willkürlich Meldungen, die die Sicherheit ihres Produktes in Zweifel zieht, an eine Behörde melden ohne guten Grund.

Wir halten also an dieser Stelle fest: Wir haben Lareb beim Wort genommen. Aber Lareb ist sich anscheinend nicht so sicher, welche Worte es spricht.

Ich möchte allerdings Herrn van Puijenbroek durchaus zugestehen, dass unsere Arbeit ungeeignet ist, definitive Urteile zu sprechen und endgültige Kosten-Nutzen-Rechnungen vorzulegen. Das haben wir auch nie behauptet. Wir haben scharf formuliert und Ursächlichkeit suggeriert zwischen Impfungen und Todesfällen, wo Ursächlichkeit schwer zu belegen ist. Wir haben aber auch die Grenzen der Daten und unserer Analyse benannt. Andere Gemüter hätten vielleicht in vorauseilendem Gehorsam ihre Aussagen in ausreichend viel Watte verpackt. Das haben wir absichtlich nicht getan, weil wir auch aufrütteln wollten. Das hat offenbar funktioniert. Ein Kollege hat mich drauf aufmerksam gemacht, dass unter meinem Namen bereits ein Hashtag existiert, unter dem geschimpft und gewütet wird. Ich bin nicht auf Twitter und schau mir derlei Sachen nicht an. Hätte man Trump Twitter weggenommen, wäre uns manches erspart gewesen, und ›Politics by Twittering‹ ist eine extrem gefährliche Sache, finde ich.

Aber viele Aufgeregte weisen natürlich zu Recht auch auf die Grenzen unserer Studie hin. Diese Grenzen oder Probleme seien hier gerne nochmals benannt. Sie stehen zwar auch in der Diskussion unserer Publikation, aber so weit lesen Aufgeregte meistens gar nicht.

Wir haben, zugegebenermaßen, eine relativ kurze Zeitperiode, nämlich 4 Wochen, dazu verwendet, um den Nutzen der Impfung abzuschätzen, die Number Needed To Vaccinate (NNTV) [die Anzahl derjenigen, die geimpft werden müssen, um eine einzelne Person vor der Ansteckung und ihren Folgen durch den Erreger zu schützen, gegen den geimpft wird, L.R.]. Viele haben protestiert und gemeint: das ist ja viel zu kurz; Impfungen zeigen ihren Nutzen erst über lange Zeit und erst dann könne man den wirklichen Nutzen bestimmen. Das stimmt. Nur das Problem ist: es gibt keine saubere Studie mit entsprechender Kontrollgruppe, mit der man das tun kann. Und eine unbehandelte Kontrollgruppe braucht man, um die Number Needed to Vaccinate (NNTV) abzuschätzen. Denn diese errechnet sich aus dem reziproken Wert der absoluten Risikodifferenz. Die absolute Risikodifferenz ist der Unterschied zwischen – in dem Fall – der Anzahl der Todesfälle in der Kontrollgruppe standardisiert auf alle Personen in der Gruppe minus der Anzahl der Todesfälle in der Impfgruppe gerechnet auf alle Personen in der Impfgruppe. Und diese Risikodifferenz ist extrem klein, nämlich 0,00006, weil eben in den 4 Wochen relativ wenig Personen in der Kontrollgruppe sterben und dadurch der Vorteil, den die Geimpften erleben nicht stark sichtbar wird. Der könnte größer werden, wenn man länger beobachtet und damit in der Kontrollgruppe, die ja theoretisch ein stärkeres Risiko hat, mehr Leute sterben.

Aber leider haben wir diese Daten nicht.[9]

Die, die wir haben und verwendeten zeigen eben eine relativ kleine Risikodifferenz. Deshalb ist der reziproke Wert, die NNTV, eben auch so hoch, nämlich derzeit etwa 16.000 geimpfte Personen, um einen Todesfall zu verhindern. Idealerweise hätten wir eine Studie mit einer Kontrollgruppe und ausreichend vielen Menschen, die länger gelaufen wäre, vielleicht drei Monate oder noch länger, um den Unterschied deutlicher zu sehen. Dann wäre die Risiko-Nutzen-Bewertung vermutlich besser ausgefallen, aber auch das ist nur eine Vermutung, weil wir eben die Daten nicht haben. Wäre es besser, überhaupt nicht auf die niedrige klinische Wirksamkeit hinzuweisen und einfach der Wirksamkeit des postmodernen Sakramentes zu vertrauen? Also doch lieber Religion statt Wissenschaft?

Viele haben angemerkt – zu Recht –, dass die Nebenwirkungsdatenbanken nie kausale Schlüsse zulassen, da die Fälle nicht sorgfältig auf Kausalität untersucht werden. Das stimmt zwar, ist aber ein Argument, das in diesem Falle schlecht ist, und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Es wird sehr selten die kausale Ursache des Todes eines ›an oder mit Corona‹ gestorbenen Menschen untersucht. Aber genau diese – angeblich horrend hohe Zahl – wird als Argument dafür ins Feld geführt, dass man unbedingt einen Impfstoff braucht und dass es gerechtfertigt ist, diesen ohne entsprechende Sicherheitsprüfung an die gesamte Bevölkerung zu verteilen. Wären all die Coronatoten tatsächlich kausal auf die Erkrankung zurückzuführen, könnte ich dem Argument ja noch einigen Charme abgewinnen. Aber hier wird mit zweierlei Standards gemessen: ›Coronatote‹ dürfen leger definiert sein, ›Tote im Zusammenhang mit der Impfung‹ müssen hieb- und stichfest dokumentiert sein. Ist dies saubere Logik? Ist es fair?
  2. In allen anderen möglichen Fällen – nehmen wir den Vioxx-Skandal [[10], [11]] – war es nicht anders. Vioxx, ich erinnere daran, wurde als der Durchbruch in der Therapie rheumatischer Schmerzsyndrome gepriesen, weil es die Prostaglandinsynthese und damit die Entzündung gezielt bremst. Kausal und theoretisch sehr einleuchtend. Im Tierversuch erprobt. Wirksam in Phase-3 Studien. Von vielen Patienten gelobt. Bis Todesfälle ›assoziiert‹ mit Vioxx-Gabe auffällig wurden. Wenn ich recht entsinne, waren dies Herzinfarkte und andere gefäßassoziierte Probleme. Man konnte das über vielerlei Ecken durchaus mit der Hemmung von Prostaglandinen in Verbindung bringen, aber zunächst war es eine Assoziation. Erst als einige Hundert Todesfälle offenkundig waren, begannen genauere Nachforschungen und die Kausalität wurde offensichtlich. Im Fall des Pandemrix-Skandals, einem Impfstoff gegen die Grippe, bei dem etwa 1300 Kinder Narkolepsie entwickelten [[12]], dauerte die Aufdeckung der Kausalität mehrere Jahre und langwierige Gerichtsprozesse. Denn es handelte sich um eine komplexe Autoimmunreaktion gegen Neuronen im Hypothalamus, die man nicht auf den ersten Blick mit dem Impfstoff in Verbindung bringen konnte. Daher muss uns am Anfang immer, sowohl qualitativ als auch quantitativ, die Assoziation genügen. Und was wir verwendet haben ist eine solche Assoziation.
  3. In vielen Fällen genügen sehr wenige, sehr zweifelhafte Assoziationen, um Medikamente vom Markt zu nehmen. Das phytotherapeutische Arzneimittel Kava-Kava, das lange bekannt ist als angstlösend und relativ gute Wirksamkeitsdaten aufweist und in Meta-Analysen wenig Nebenwirkungen zeigte [[13]], wurde wegen insgesamt 7 Fällen, bei denen Lebertoxizität festgestellt wurde [[14]], vom Markt genommen. Ich war bei einer offiziellen Sitzung am Bundesinstitut für Arzneimittel dabei, als dieses Verfahren kurz erläutert wurde und die zugrundeliegenden Daten zur Verfügung gestellt wurden. Ich habe mir alle 7 Fälle angesehen: bei allen war schwere Politoxikomanie im Spiel, d.h. die Leute haben alles mögliche Zeugs geschluckt, von Alkohol bis harte Drogen, andere Arzneimittel bis hin zu Diazepinen, und eben auch Kava. Die Lebertoxizität auf Kava zu schieben war aus meiner Sicht willkürlich. Dennoch geschah es. Wegen 7 Fällen. Und das Arzneimittel war vom Markt. Kann man machen. Ist es nachvollziehbar? Warum also sind im Falle von Covid-19 Impfstoffen Assoziationen und kausale Vermutungen verboten?

Das Ziel unserer Publikation war kein ›Beweis‹. Denn das geht mit solchen sekundären Daten gar nicht. Das Ziel war, ausreichend große Aufregung zu erzeugen in einer anscheinend völlig klaren Situation, um genau diese vermeintliche Klarheit genauer zu hinterfragen und dann entsprechend gute Daten zu erzeugen. Das ist offenbar gelungen. Man kann hoffen, dass die Behörden sich bemüßigt fühlen, endlich zu reagieren.

Ich hatte in einem meiner Blogs darauf hingewiesen: Ich hatte nach der Zulassungsstudie des BioNTech-Impfstoffes [[15]] im September vergangenen Jahres Judith Absalon von Pfizer angeschrieben, ob sie denn Sicherheitsdaten hätte. Sie schrieb freundlicherweise sofort zurück und sagte: ›Not yet – noch nicht‹. Und haben wir sie jetzt, ein knappes Jahr später? Haben wir die Daten, die wir brauchen würden, nämlich zum Beispiel eine wirklich systematische Beobachtung der ersten Million geimpfter Patienten? Ich sehe nicht, dass es sie gibt. Das ist der eigentliche Skandal [kursiv L.R.].

Bei einer solchen Studie müsste eine vorher fest definierte Kohorte von vielleicht 1 Million frisch Geimpfter, die vorher sorgfältig untersucht worden sind, nach der Impfung engmaschig beobachtet werden. Bei allen Menschen, bei denen einigermaßen ernst zu nehmende Probleme auftauchen, müsste dann sehr sorgfältig überprüft werden, ob diese Probleme bereits vorher bestanden. Wenn ja, ob sie sich durch die Impfung verschlimmert haben oder nicht, ob diese Probleme kausal, also über theoretisch bekannte Mechanismen vermittelt, auf die Impfung zurückzuführen sind. Dies müsste vermutlich mit wöchentlichen Kontrollbesuchen oder Telefonanrufen von geschultem Personal zunächst vorgeprüft und von unabhängigen Ärzten, idealerweise einem Team, bei denen genauer untersucht werden, bei denen ein Verdacht auf Nebenwirkung vorliegt. Die Todesfälle müssten obduziert werden, um die Todesursachen zu eruieren. Wenn wir dann an einer solchen großen Kohorte von Geimpften genau sehen, wie viele Nebenwirkungen aufgetreten sind, wie viele Todesfälle und wie viele mit nur leichten Irritationen davonkommen, dann haben wir die Sicherheitsdaten, die wir brauchen. Finanziert müsste das aus meiner Sicht von der Industrie werden, die ja finanziell davon profitiert, dass die ganze Welt geimpft wird. Und organisiert müsste diese Studie von unabhängigen Forschern an Instituten werden, die mit genau dieser Industrie keinerlei Verbindungen haben. Die sind selten. Aber es gibt sie.

Um genügend Aufregung zu provozieren, damit eine solche Studie möglich wird, genau deswegen habe ich diese Publikation vorangetrieben. In jedem anderen Zulassungsfall wäre so etwas schon längst passiert. Nach einer Zulassung werden in der Regel Marketing Surveillance Studien eingefordert, wenn komplett neue Wirkprinzipien angewandt werden, wie hier. Ich bin nicht informiert, ob die Behörden dies in diesem Falle gemacht haben, und mir ist nicht bekannt, dass eine solche Studie vorliegt. Wenn ja, dann bin ich sehr interessiert, davon zu hören. Wenn eine solche Auflage nicht ausgesprochen wurde, dann wird es höchste Zeit, dass sich unsere Behörden drum kümmern: Das Bundesinstitut für Arzneimittel als deutsche Oberbehörde und die European Medicine Agency als europäische Aufsichtsbehörde. Und mich erstaunt sehr, dass Frau von der Leyen als Ärztin anscheinend nicht selbst auf diese Idee gekommen ist, jedenfalls nicht, dass man davon gehört hätte.

Am 2. Juli erfolgte, wie bereits erwähnt, die Retraction. Sie wurde mit folgender Mitteilung begründet:

»Die Zeitschrift zieht den oben zitierten Artikel, The Safety of COVID-19 Vaccinations-We Should Rethink the Policy, zurück.

Dem Herausgeber wurden schwerwiegende Bedenken hinsichtlich der Fehlinterpretation von Daten vorgetragen, die zu falschen und verzerrten Schlussfolgerungen führten.

Der Artikel wurde vom Chefredakteur mit Unterstützung mehrerer Mitglieder des Redaktionsbeirats bewertet. Sie stellten fest, dass der Artikel mehrere Fehler enthält, die die Interpretation der Ergebnisse grundlegend beeinflussen.

Dazu gehören unter anderem:

Für die Berechnung der Anzahl schwerer und tödlicher Nebenwirkungen pro 100.000 Impfungen wurden die Daten aus dem Lareb-Report in den Niederlanden verwendet. Leider wurden diese Daten in dem Manuskript von Harald Walach et al. falsch interpretiert, was zu falschen Schlussfolgerungen führte. Die Daten wurden von den Autoren als kausaler Zusammenhang mit den Nebenwirkungen dargestellt [kursiv L.R.]. Dies ist unzutreffend. In den Niederlanden sind Angehörige der Gesundheitsberufe und Patienten aufgefordert, Verdachtsfälle von unerwünschten Ereignissen zu melden, die mit der Impfung in Zusammenhang stehen könnten. Für diese Art der Meldung ist ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Ereignis und dem Impfstoff nicht erforderlich, daher ist ein gemeldetes Ereignis, das nach der Impfung aufgetreten ist, nicht unbedingt auf die Impfung zurückzuführen. Die Meldung eines Todesfalls nach einer Impfung impliziert also nicht, dass es sich um ein impfbedingtes Ereignis handelt. [kursiv L.R.] Es gibt mehrere andere Ungenauigkeiten in der Arbeit von Harald Walach et al. Eine davon ist, dass die Todesfälle von Fachärzten bescheinigt wurden. Es sollte bekannt sein, dass selbst diese falsche Behauptung nicht die Kausalität impliziert, die die Autoren unterstellen. Außerdem haben die Autoren die Ereignisse als ›Wirkungen‹ und ›Reaktionen‹ bezeichnet, obwohl dies nicht nachgewiesen ist, und solange die Kausalität nicht nachgewiesen ist, handelt es sich um ›Vorkommnisse‹, die durch die Exposition gegenüber einem Impfstoff verursacht werden können oder auch nicht. Es spielt keine Rolle, welche Statistiken man anwendet, dies ist falsch und irreführend.

Die Autoren wurden gebeten, auf die Behauptungen zu antworten, waren aber nicht in der Lage, dies in zufriedenstellender Weise zu tun. Die Autoren wurden über den Rückzug informiert und stimmten nicht zu.«

Kommt Ihnen diese Begründung auch merkwürdig vor? Meldungen in einer eigens zu diesem Zweck etablierten Datenbank, in der Impfnebenwirkungen gesammelt werden, dürfen auf keinen Fall als »Impfnebenwirkungen«, »Reaktionen« oder schlicht »Wirkungen« bezeichnet werden, sondern höchstens als Vorkommnisse? Auch die Bescheinigungen von Fachärzten über mögliche Todesursachen sind wertlos? Wozu dann diese ganzen Datenbanken? Wozu macht man sich die Mühe, all diese Daten zu sammeln, wenn sie keinerlei Aussage über mögliche kausale Zusammenhänge erlauben? Sollte man sich da nicht lieber die Mühe und das Geld sparen und die Daten einstampfen? – Nebenbei bemerkt: normalerweise sind es die Autoren von Studien, die eine Veröffentlichung zurückziehen (»retract«), nicht die Herausgeber. Herausgeber können Studien nicht »zurückziehen«, da sie sie nicht verfasst haben. Vor allem dann nicht, wenn die Autoren an ihrer Auffassung festhalten oder nicht von den (nachträglichen) Einwänden des Herausgebers oder hinzutretender Dritter überzeugt sind, wie in diesem Fall. Die Lösung bei einem solchen Konflikt wäre die offene Diskussion, bis die Autoren ihren Irrtum einsehen und die Studie verbessern oder von sich aus zurückziehen, weil sie nicht zu retten ist. Der richtige Ausdruck im vorliegenden Fall, der »Retraction« durch den Herausgeber, wäre daher: »Censorship« (Zensur).

Nun, Walach und Aukema haben auf die »Retraction« geantwortet. Ihre Antwort lautet[16]:

»Wir sind Prof. van Puijenbroek dankbar, dass er seine Bedenken geäußert hat. Dies ist der Beginn einer längst überfälligen Debatte darüber, wie die Sicherheit von COVID-19-Impfstoffen zu bewerten ist. Wir möchten Prof. van Puijenbroek und alle Leser daran erinnern: Diese Impfstoffe haben eine Notfallzulassung ohne die notwendigen Sicherheitsdaten erhalten. Obwohl wir Prof. van Puijenbroek zustimmen würden, dass das System der Selbstanzeige von Nebenwirkungen bei Impfstoffen und anderen Medikamenten alles andere als narrensicher ist, sind es die einzigen Daten, die wir haben. Warum sollte es also nicht genutzt werden?

Es ist interessant, dass Prof. Puijenbroek in seinem Anliegen die Lareb-ADR-Daten als ›Spontanmeldung‹ bezeichnet. In einem Statement in Regulatory Science 2021 (Zugriff am 29. Juni 2021) sagt er:

›Das niederländische Pharmakovigilanz-Zentrum Lareb hat im Jahr 2019 34.000 Berichte über unerwünschte Arzneimittelwirkungen gesammelt, von denen 14.000 Berichte von Angehörigen der Gesundheitsberufe und Patienten direkt an Lareb übermittelt wurden und mehr als 20.000 von den Zulassungsinhabern weitergeleitet wurden. Diese Berichte werden bewertet und analysiert, was zu Sicherheitssignalen über unerwünschte Arzneimittelwirkungen führen kann. Diese werden dem Medicines Evaluation Board (MEB) gemeldet und von diesem überprüft, wodurch das MEB bei seinen Entscheidungen im Bereich der Pharmakovigilanz in den Niederlanden und Europa unterstützt wird.‹

Was stimmt also wirklich und woran sollten wir uns orientieren: Stimmt es, dass ca. 60% der Daten zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) von den Inhabern der Marktzulassung stammen, die per Gesetz zur Meldung verpflichtet sind, und stimmt es, dass die Daten überprüft werden, wie auf der Website und in diesem Artikel angegeben, oder stimmen diese Angaben nur in allen anderen Fällen, aber nicht im Fall der COVID-19-Impfstoffe? Es wäre gut, in diesem Punkt Klarheit zu haben. Wir sind davon ausgegangen, dass das, was Lareb über alle anderen UAW-Berichte sagt, auch für COVID-19-UAW-Berichte gilt. Wenn wir uns in dieser Annahme geirrt haben, sollte Lareb vielleicht klar sagen: ›ADR-Berichte werden in allen Fällen von ADR-Meldungen überprüft und ausgewertet, jedoch nicht bei COVID-19-Impfstoffen.‹ Und idealerweise sollte es auch eine Begründung geben, warum das so ist, wenn es so ist.

Idealerweise ist die Konsequenz aus dieser Debatte, dass jemand eine systematische, beobachtende Post-Marketing-Surveillance-Studie an einer großen Zahl von Geimpften unter öffentlicher Beobachtung einrichtet, um wirklich die Nebenwirkungen zu dokumentieren, die kausal mit dem Impfstoff in Verbindung gebracht werden können. Derzeit haben wir nur die Assoziation, darüber sind wir uns einig, und wir haben nie etwas anderes gesagt. Das Gleiche gilt aber auch für Todesfälle als Folge von SARS-CoV2-Infektionen. Die Fälle, die hier als Todesfälle gezählt werden, sind selten durch Autopsie oder Zweitmeinung überprüft, werden aber trotzdem als Todesfälle aufgrund von COVID-19 gezählt. Und genau diese vermeintlich hohe Zahl von COVID-19-bedingten Todesfällen war der Anlass für einen beispiellos schlampigen Regulierungsprozess, der es ermöglichte, dass neuartige Impfstoffe, die einen noch nie am Menschen getesteten Mechanismus verwenden, in der Bevölkerung weit verbreitet werden konnten. Prof. Puijenbroek argumentiert im Grunde, dass das größte Impfexperiment in der Geschichte der Medizin nicht auf Sicherheit und unvorhersehbare Toxizitäten bewertet werden kann, weil wir die UAW-Daten nicht für solche Rückschlüsse verwenden sollten. Im Gegensatz dazu argumentieren wir, dass es zwingend erforderlich ist, die Daten, die zur Verfügung stehen, zur Beurteilung der Sicherheit zu verwenden, und das haben wir getan.

Wir geben gerne zu, dass diese Daten bei weitem nicht perfekt sind. Aber wir wiederholen: Es sind die einzigen, die verfügbar sind.

Wir haben das LAREB selbst zitiert, das auf seiner Website zu dem Zeitpunkt, als wir die Daten überprüften, angab:

›Alle eingegangenen Meldungen werden auf Vollständigkeit und mögliche Unklarheiten geprüft. Falls erforderlich, werden zusätzliche Informationen von der meldenden Partei und/oder dem behandelnden Arzt angefordert. Falls erforderlich, werden zusätzliche Informationen vom Meldepflichtigen und/oder dem behandelnden Arzt angefordert. Der Bericht wird mit allen notwendigen Informationen in die Datenbank eingegeben. Nebenwirkungen werden nach den geltenden (internationalen) Standards kodiert. Anschließend erfolgt eine individuelle Bewertung der Meldung. Die Meldungen werden an die europäische Datenbank (Eudravigilance) und an die Datenbank des WHO Collaborating Centre for International Drug Monitoring in Uppsala weitergeleitet. Die Zulassungsinhaber werden über die ihr Produkt betreffenden Berichte informiert.‹.

Wir haben diese Aussage so verstanden, dass die Berichte, die offensichtlich jeder Grundlage entbehren, herausgenommen werden, sodass die endgültige Datenbank zumindest einigermaßen zuverlässig ist. Wäre es nicht so, warum sonst würde man diese Daten überhaupt sammeln und veröffentlichen wollen?

Wir räumen gerne ein, dass die Daten, die wir verwendet haben – die große israelische Feldstudie, um die Anzahl der benötigten Impfungen zu ermitteln, und die LAREB-Daten, um die Nebenwirkungen und Schäden abzuschätzen – bei weitem nicht perfekt sind, und wir haben das in unserem Papier gesagt. Aber wir haben sie nicht falsch verwendet. Wir haben unvollkommene Daten korrekt verwendet. Wir sind nicht für die Gültigkeit und Korrektheit der Daten verantwortlich, sondern für die Korrektheit der Analyse. Wir behaupten, dass unsere Analyse korrekt war. Wir stimmen mit LAREB überein, dass ihre Daten nicht gut genug sind. Aber das ist weder unser Fehler, noch kann man daraus eine falsche Verwendung der Daten oder eine falsche Analyse ableiten.

Und wir hoffen, dass dies Regierungen oder Universitätskonsortien dazu anregt, valide Daten zu sammeln, um uns das Gegenteil zu beweisen. Wir wären die ersten, die sich darüber freuen würden. Aber die Herausforderung ist da: Beweisen Sie, dass die Impfstoffe sicher sind! Niemand hat das getan. Wir sagen, sie sind es nicht, und wir haben die besten Daten verwendet, die uns derzeit zur Verfügung stehen. Unsere Verwendung war korrekt. Wenn die Daten nicht korrekt waren, wessen Schuld ist das dann?«

In der Tat stellt sich die Frage: Warum ist keine Behörde an einer systematischen Auswertung der Sicherheit der Impfungen interessiert? Hat man uns dies vor deren Einführung nicht versprochen? Wie kann man einen experimentellen Impfstoff millionenfach verimpfen, ohne dieses Echtzeitexperiment wenigstens so wissenschaftlich zu begleiten, wie man es schon von der Enwicklungsphase hätte erwarten dürfen? Wenn schon die Bevölkerung sich für dieses Echtzeitexperiment hergibt, hat sie nicht wenigstens ein Recht darauf, verlässliche Informationen über die Sicherheit dieser Impfstoffe zu erhalten? Ist es nicht das, was unentwegt verkündet wird? Sich nur auf wissenschaftliche Evidenz zu verlassen, auf keinen Fall auf Falsch- oder Fehlinformation? Als was aber muss man das Fehlen oder den mangelnden Ehrgeiz zur Erlangung verlässlicher Informationen seitens verantwortlicher Behörden und Hersteller bezeichnen?

Hinweis: Harald Walach und Rainer J. Klement am 2. Juli 2021 im Corona-Ausschuss.

Hinweis vom 9.6.21: Walachs Beschäftigung in Poznań scheint suspendiert oder beendet worden zu sein. Bei archiv.org findet sich ein Screenshot der Universitätswebseite vom 30. Juni 2021, in welchem er (mit Datum vom 26. Mai 2021) als »Full Professor« aufgeführt wird. In der aktuellen Version dieser Seite (mit Datum vom 6. Juli 2021) wird er nicht mehr erwähnt. (Dieser Blogbeitrag wurde ursprünglich am 5. Juli 2021 veröffentlicht). Laut Auskunft von Harald Walach vom 8. Juli war er »bis vor kurzem« noch Professor in Posen. Eine offizielle Nachricht der Universität, dass dies nicht mehr der Fall sei, habe er bis dato noch nicht erhalten. Hier ein Screenshot der Mitteilung der Universität vom 22. Oktober 2017 über den Beginn seiner Dozententätigkeit im Fachbereich für Pädiatrische Gastroenterologie und Stoffwechselkrankheiten.

Hinweis vom 20.7.21: Am 19. Juli 2021 teilt Harald Walach in seinem Blog mit: »Die Medizinische Universität in Poznan hat meinen Vertrag, der am 30.6.21 ausgelaufen ist, nicht mehr verlängert – und die Universität Witten/Herdecke hat meine Gastprofessur auf Eis gelegt und wird sie nicht mehr verlängern. Meine Publikationen solle ich doch in Zukunft besser ohne Nennung der Universität verbreiten.« Der zitierte Blogbeitrag enthält auch Stellungnahmen zu den Retractions der Impf- und der Kindermaskenstudie. Mehr zu diesen Retractions auf Retraction Watch.


Verwandte Beiträge: Kinder, Impfungen und Masken | Wenn sich der Nebel lichtet | Die Wahrheit lässt sich nicht löschen | Im Schatten der Pandemie | Das Scheitern der Institutionen | Das Wahrheitsministerium in Aktion | Müssen Kinder gegen COVID-19 geimpft werden?Über den Ursprung des Corona-Virus (2) | Über den Ursprung des Corona-Virus (1) | Rassismus eine Konsequenz des Hygienestaats | Unerwünschte Nebenwirkungen (2) | Unerwünschte Nebenwirkungen (1)Staatsmacht und Massenhysterie in Coronazeiten | Das Corona-Regime und seine historischen Parallelen | Was wir brauchen ist Mut, nicht noch mehr Angst | Geheimdienste gegen Pharmakritiker | Die Große Voreinstellung – Nachdenken über Verschwörung | Die Murksverschwörung. COvid-19 und Polis-20 | Der Streit um die Herdenimmunität | Plädoyer für eine evidenzbasierte Pandemie-Politik | Wem gehört der Leib? Nachdenken über das Gesundheitsregime | Täuschung durch Weglassen und Zwang zur Gesundheit | Von todbringenden Minimonstern. Der Viruswahn | Tödliche Medikamente – organisierte Kriminalität | Wer kontrolliert die Gesundheits-Regime? | Freiheit schadet der Gesundheit | Auf dem Weg in eine Hygiene-Diktatur? | Über das geborgte Leben der Untoten


Anmerkungen:


  1. Laut einer Untersuchung des Gallup-Instituts im Jahr 2017 bezeichneten sich 62% der Menschen auf der Welt als religiös. 74% waren davon überzeugt, dass der Mensch eine Seele habe, 71% glaubten an Gott, 56% an den Himmel, 54% an ein Leben nach dem Tod und 49% an die Existenz einer Hölle. Lediglich 9% bezeichneten sich als überzeugte Atheisten. | https://www.gallup-international.bg/en/36009/religion-prevails-in-the-world/
  2. Lesenswert ist ein Artikel, den Walach am 7. Mai 2021 in seinem Blog veröffentlicht hat: Offenkundige und tiefe Fakten. Warum der Begriff Verschwörungstheorie in der Corona-Krise Konjunktur hat und doch nur zur Vernebelung beiträgt, sowie einige neue Entdeckungen.
  3. Harald Walach, Rainer J. Klement, Wouter Aukema, The Safety of COVID-19-Vaccinations – We Should Rethink the Policy. | https://www.mdpi.com/2076-393X/9/7/693.
  4. Die Quelle dieser Grafik kann hier heruntergeladen werden.
  5. Walach H, Loef M. Using a matrix-analytical approach to synthesizing evidence solved incompatibility problem in the hierarchy of evidence. Journal of Clinical Epidemiology. 2015;68:1251-60. doi: 10.1016/j.jclinepi.2015.03.027.
  6. Walach H. There is no hierarchy in the first place – A comment on Jürgen Windeler. Journal of Clinical Epidemiology. 2016;75:128-9. doi: 10.1016/j.jclinepi.2016.01.025.
  7. Walach H. Old habits die hard – a reply to Adam La Caze. Journal of Clinical Epidemiology. 2016;72:7-9. doi: 10.1016/j.jclinepi.2016.01.024.
  8. Walach H. Lacking portability of therapeutic effects: the hierarchy of internal validity is insufficient: A response to Hans J. Trampisch. Journal of Clinical Epidemiology. 2016;75:129-31. doi: 10.1016/j.jclinepi.2016.02.029.
  9. Anmerkung L.R.: Inzwischen sind die Placebo-Gruppen der Trials für die COVID-19-Ipfstoffe mit Notfallzulassung aufgelöst worden, was eine Kontrolle der Wirksamkeit der Impfstoffe verunmöglicht: »Im Dezember kündigte Moderna an, dass es Placebo-Teilnehmern die Möglichkeit bieten würde, den Impfstoff zu erhalten. Anfang dieses Monats [Januar 2021] gaben Pfizer und BioNTech bekannt, dass sie ihren Impfstoff allen Studienteilnehmern, die dies wünschen, am 1. März anbieten werden. In beiden Fällen wird die Entscheidung dem einzelnen Teilnehmer überlassen.« The debate about ending the placebo in COVID-19 vaccine trials, explained, Vox, https://www.vox.com/22202902/covid-vaccine-pfizer-moderna-clinical-trial-placebo (Zugriff 5.6.2021). Mitteilung von Pfizer/Biontech vom 1. März 2021: »Impfstoff-Übergangsoption. Bis Mittwoch, den 24. Februar, haben 16.904 der [rund 18.000] Teilnehmer, die Placebo erhielten, ihre erste Dosis erhalten und 11.807 haben die zweite Dosis erhalten.« Mitteilung von Moderna vom 13. April: »Mit Stand vom 13. April wurde allen Placebo-Teilnehmern der Moderna COVID-19-Impfstoff angeboten und 98 % von ihnen haben den Impfstoff erhalten.« 
  10. Psaty BM, Kronmal RA. Reporting mortality findings in trials of rofecoxib for Alzheimer disease or cognitive impairment. Journal of the American Medical Association. 2008;299:1813-7.
  11. Topol EJ. Failing the public health – rofecoxib, Merck, and the FDA. New England Journal of Medicine. 2004;351:1707-9.
  12. Doshi P. Pandemrix vaccine: why was the public not told of early warning signs? BMJ. 2018;362:k3948. doi: 10.1136/bmj.k3948.
  13. Pittler MH, Ernst E. Kava for treating anxiety – a meta-analysis of randomized trials. Perfusion. 2002;15:474-81.
  14. Escher M, Desmeules J, Giostra E, Mentha G. Hepatitis associated with Kava, a herbal remedy for anxiety. British Medical Journal. 2001;322:139.
  15. Walsh EE, Frenck RW, Falsey AR, Kitchin N, Absalon J, Gurtman A, et al. Safety and Immunogenicity of Two RNA-Based Covid-19 Vaccine Candidates. New England Journal of Medicine. 2020;383:2493-50. doi: 10.1056/NEJMoa2027906.
  16. Die Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden. In einer Ergänzung heißt es: »Unbekannt für uns, aber offensichtlich für andere, war ein wesentlicher Grund für die Rückzugsentscheidung die Tatsache, dass sechs Herausgeber des Journals (Florian Krammer von der Icahn School of Medicine am Mount Sinai, Katie Ewer aus Oxford, Diane Harper von der University of Michigan, Paul Licciardi aus Australien, Andrew Pekosz von der Bloomberg School of Public Health an der Johns Hopkins und Helen Petousis-Harris von der University of Auckland) ihren Rücktritt erklärten oder mit Rücktritt drohten, falls das Journal unsere Arbeit nicht zurückziehen würde. Die Rücktritte wurden zuerst in den sozialen Medien bekannt gegeben und fanden große Beachtung durch einen Artikel von Meredith Wadman in Science, veröffentlicht am 1. Juli, 4:00 pm EST, d.h. 22:00 CET. [Erg. L.R.: Die COVID-19-Berichterstattung der von der American Association for the Advancement of Science herausgegebenen Zeitschrift Science wird von der Heising-Simons-Stiftung »unterstützt«.]
    Meredith Wadman hat vor der Veröffentlichung ihres Artikels einen von uns (H.W.) zu diesem Thema interviewt, aber in diesem Gespräch keine Informationen über die Rücktritte der Herausgeber preisgegeben.
    Ob im Hintergrund Interessenkonflikte eine Rolle spielten, darüber mögen die Leser urteilen: Katie Ewer war Teil des Teams, das den Vektorimpfstoff in Oxford entwickelt hat, andere wie Florian Krammer haben Zuwendungen von der Industrie, die an der Impfstoffproduktion beteiligt ist oder von der Bill & Melinda Gates Stiftung erhalten, die eine klar formulierte Agenda in Bezug auf diese Impfstoffe hat (siehe z.B. hier). Die Bill & Melinda Gates Stiftung sponsert auch den Herausgeber der Zeitschrift, und im Sponsoring-Vertrag steht nicht nur, dass Autoren, deren Projekt von der BMGF finanziert wird, kostenlos publizieren können, sondern auch, dass die Stiftung Zugang zum Einreichungssystem hat und somit sehen kann, was eingereicht wird.«

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