Biotechnokraten einst und jetzt

Zuletzt aktualisiert am 24. Oktober 2021.

Von den Biotechnokraten einst und jetzt handelt ein Artikel von Augusto Zimmermann und Aramis C. DeBarros im australischen Magazin Quadrant. Er wird hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion in deutscher Übersetzung veröffentlicht.

Biotechnokraten einst und jetzt

Bildschirmfoto Magazin Quadrant

Biotechnokraten einst und jetzt

Das 20. Jahrhundert hat mit Schrecken beobachtet, wie diktatorische Regime die Form totalitärer Technokratien annahmen. Technokratie ist Gesellschaftsmanipulation, ein Regime der umfassenden Kontrolle über die Bevölkerung, das im Schatten der Macht und unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen »Konsenses« alles überwuchert. In Technokratien wird der demokratische Prozess irrelevant, da die Entscheidungsfindung in den Händen nicht gewählter Bürokraten und privilegierter Berater liegt. Die öffentliche Debatte wird zum homogenen Diskurs, der die Diktate einer herrschenden Elite begünstigt, die von so genannten »Experten« ausgebrütet werden – Experten, die den heilsbringenden Status der ultimativen Verteidiger des menschlichen Lebens und der Hüter der »Wissenschaft« beanspruchen.[1]

Seit der Ausbreitung des Wuhan-Virus zu Beginn des Jahres 2020 kann man in der Welt, besonders aber im Westen, befremdliche Entwicklungen beobachten. Diejenigen, die der allgegenwärtigen Hypnose der Medien widerstehen, erkennen die besorgniserregenden Symptome der beschleunigten Konsolidierung einer technokratischen Agenda auf globaler Ebene – einer Agenda, deren Stärke die politischen, rechtlichen und theologischen Strukturen weit zu übertreffen scheint, die sich in konfliktreichen Jahrhunderten herausgebildet und bisher das Gebäude der westlichen Zivilisation getragen haben.

Der Nationalsozialismus und der Kommunismus bieten klassische Beispiele für Gräueltaten, die von einer technokratischen Macht verübt werden können, die bis zur äußersten Konsequenz angewendet wird. Es liegt nahe, das Beispiel des Nationalsozialismus näher zu betrachten, dessen schändliche Geschichte besonders lehrreich ist, wenn man durchschauen will, wie technokratische Macht gefördert und gefestigt werden kann.

Phillip Collins bezeichnet in seinem Artikel Darwinism and the Rise of Gnosticism das nationalsozialistische Deutschland als »Paradebeispiel einer gnostischen, vom Darwinismus errichteten Wissenschaftsdiktatur«.[2] Die von der Evolutionsbiologie inspirierte »Wissenschaft des Darwinismus«, die von den Nazis in den 1930er Jahren adaptiert wurde, wuchs sich unter ihrer Herrschaft zu einem gesellschaftspolitischen Modell aus, das die völkermörderischen Maßnahmen rechtfertigte, die später die Welt in Schrecken versetzen sollten.

Der rassistische Totalitarismus, der sich im Nationalsozialismus manifestierte, wirkte sich in einer unsäglichen Gesundheitspolitik aus, die auf einigen absonderlichen Formen pseudowissenschaftlicher und technokratischer Voreingenommenheit beruhte. Im Namen der darwinistischen Wissenschaft wurde die Idee, dass Rassenmischung verschiedene Formen menschlicher Degeneration hervorbringen könnte, zur absoluten Wahrheit erklärt. Auf ihrer Grundlage wurde die eugenische Politik von SS-Mitgliedern in Deutschland und in den besetzten Gebieten umgesetzt, indem sie zum Beispiel die als »gesund« und »rassenrein« identifizierten Personen dazu ermutigten, sich auch außerhalb der Ehe fortzupflanzen.

Vernichtung lebensunwerten Lebens

1920 veröffentlichte Karl Binding, ein führender Juraprofessor, zusammen mit einem führenden deutschen Psychiater, Alfred Hoche, ein populäres Buch mit dem Titel Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens. In diesem Buch äußerten die Autoren ihre Besorgnis über die große Zahl »nutzloser Menschen«, die dem Staat »zur Last fallen«. Die Tötung schwer geisteskranker Menschen sei »weder ein Verbrechen, noch eine unmoralische Handlung oder seelische Grausamkeit, sondern ein zulässiger Akt der Gnade«.[3] Um die Idee zu popularisieren, wurde 1937 in allen deutschen Kinos ein Dokumentarfilm mit Bildern behinderter Kinder gezeigt[4], in dem es hieß: »Indem wir ihr elendes und hilfloses Leben auf humane Weise beenden, befolgen wir das Gesetz der natürlichen Auslese und die Ordnung unseres Schöpfers«.[5]

In den letzten Jahren haben Historiker behauptet, das Naziregime habe Pionierarbeit in der experimentellen medizinischen Forschung geleistet und einige Bereiche der Medizin seien unter ihm tatsächlich »aufgeblüht« – zum Beispiel »der Krieg gegen den Krebs, in dem epidemiologische Pionierforschung auf höchstem Niveau betrieben wurde«.[6] Das nationalsozialistische Deutschland war weltweit führend auf dem Gebiet der Epidemiologie. Die nationalsozialistischen Ideologen stellten ihre Vorstellung der Gesundheit als kollektiver Pflicht der Überzeugung gegenüber, dass der Einzelne mit seinem eigenen Körper machen könne, was er wolle. Insgesamt zeigte der Krieg der Nazis gegen Infektionskrankheiten, dass vermeintlich »gute« Wissenschaft »im Namen antidemokratischer Ideale betrieben werden kann. Initiativen im Bereich der öffentlichen Gesundheit wurden nicht nur trotz des Faschismus, sondern auch als Folge des Faschismus ergriffen«.[7]

Laut John Cornwell, dem Autor von Hitler’s Scientists: Science, War and the Devil’s Pact (Wissenschaft, Krieg und Teufelspakt), betrachteten die Nationalsozialisten Politik unter dem Gesichtspunkt von Heilung und Heilmitteln. In diesem Zusammenhang sahen sie die Juden als eine Bedrohung der deutschen Volksgesundheit.

Hitler beklagte 1925, der Staat verfüge noch immer nicht über die Mittel, »der Krankheit Herr zu werden«, die »ungehindert in die Blutbahnen unseres Volkes« eindringe. Solche Vorstellungen sahen die gesamte deutsche Bevölkerung als Patienten des Staates, die Juden als Krankheit und den politischen Führer als wohltätigen Arzt.[8] Das Bild des Juden als Trägers einer potenziell tödlichen Krankheit war der biopolitische Inhalt, der mit der medizinischen Wissenschaft der Nazis verschmolzen wurde. So wurden die Rassengesetze von 1935 durchweg mit Bildern von der Immunität gegen ein tödliches Virus und der Notwendigkeit einer allgemeinen Immunisierung der gesamten Bevölkerung untermauert.

Die nationalsozialistische Führung erklärte von Anfang an die Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten zu einer zentralen öffentlichen Aufgabe, da sie der Überzeugung war, die Ursachen von Epidemien könnten durch Impfkampagnen und Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz verhindert werden. »Unter den Nationalsozialisten wurden diese Initiativen in bemerkenswerter Weise ausgeweitet«.[9] Hitler wurde bereits 1940 als der große »Heiler« angesehen. Die Juden waren nicht nur eine Gefahr für die Volksgesundheit, »sie waren, so wurde behauptet, für die aktuellen Epidemien verantwortlich … was ihre sofortige Isolierung und Quarantäne erforderte – ein verkommener Euphemismus für Ghettos und Lager. Aufgrund des pathologischen Paradoxons, das häufig mit der Vorstellung einhergeht, die Wissenschaft sei ein Instrument der Erlösung, werden die Todesbringer zu Schützern und Bewahrern des menschlichen Lebens umdefiniert.«[10]

Cornwell schreibt:

»Nach Hitlers Machtübernahme wurden in der Presse und im Rundfunk Kampagnen für regelmäßige medizinische Vorsorgeuntersuchungen gestartet. Plakatkampagnen rieten den Männern, ihren Dickdarm so häufig auf Krebs untersuchen zu lassen wie ihre Autos, und den Rauchern, das Rauchen zu unterlassen. In Schulen, bei der Armee, in Fabriken und Betrieben wurden Massen-Röntgenuntersuchungen durchgeführt. Da der Krieg gegen den Krebs von den Nationalsozialisten eher auf der Ebene der Vorbeugung als der Heilung geführt wurde, verlagerte sich ihr Ehrgeiz von der biomedizinischen Forschung auf Kampagnen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, auf die Erhebung und Analyse von Statistiken (Epidemiologie) und auf die Überwachung zur Früherkennung.«[11]

Seltsamerweise wagten es nur wenige deutsche Mediziner, sich diesen »epidemiologischen« Maßnahmen zu widersetzen. Mit Hilfe von Fragebögen versuchte die Regierung 1933 alle Ärzte von der Berufstätigkeit auszuschließen, die mit der Regierungspolitik nicht einverstanden waren. Sie mussten eine Ausnahmegenehmigung beantragen, und bis Anfang 1939 waren »etwa 2.600 Ärzte entlassen und durch Arier ersetzt worden«.[12] Die Angehörigen der Ärzteschaft waren in der NSDAP zahlenmäßig stärker vertreten als alle anderen Berufsgruppen. Die Juristen bildeten die nächstgrößere Unterstützergruppe der NSDAP. In der Reichsärztekammer erreichte die NSDAP-Mitgliedschaft einen Spitzenwert von 44,8 Prozent. Die zwischen 1925 und 1932 zugelassenen Ärzte stellten mit 53,1 Prozent den größten Anteil an Parteimitgliedern unter der Ärzteschaft.[13]

Unter dem Einfluss des nationalsozialistischen Gedankenguts innerhalb des Berufsstandes »begannen die Mediziner, die Bedeutung der Gesundheit des ganzen Volkes gegenüber der Gesundheit des Einzelnen herauszustellen«.[14] Medizinforscher lehnten die Verwendung von Menschen für medizinische Experimente nicht ab. Im Gegenteil, da sowohl das Strafrecht als auch die zivilrechtliche Haftung ausgesetzt waren, wussten diese medizinischen Forscher (die gewillt waren, unethische und gefährliche wissenschaftliche Experimente durchzuführen), dass sie dies völlig ungestraft tun konnten. Einige von ihnen unterwarfen KZ-Häftlinge grausamen Formen »medizinischer« Forschung, ohne Zustimmung und ohne Rücksicht auf Leid und Lebensgefahr. Zu den medizinischen Tätern gehörten etwa 350 qualifizierte Ärzte (darunter Universitätsprofessoren und Dozenten), die an allen Formen von KZ-Experimenten beteiligt waren. Der Punkt ist, dass Böses manchmal unter dem Deckmantel verübt werden kann, »Gutes zu tun«. Weikart zufolge »erklärt die Akzeptanz vieler Elemente von Hitlers Weltanschauung durch Wissenschaftler und Ärzte die bereitwillige Duldung und sogar eifrige Beteiligung vieler hochgebildeter Deutscher an den Gräueltaten der Nazis«.[15]

Euthanasie und Sterilisierung im Dienst der Biotechnokraten

Im Oktober 1938 unterzeichnete Hitler ein berüchtigtes Gesetz, das alle Hebammen verpflichtete, jedes Kind mit verdächtigen Geburtsfehlern an den Reichsausschuss für die wissenschaftliche Erfassung schwerer Erb- und Geburtskrankheiten zu melden. Drei verschiedene Ärzte wurden dann gerufen, um das Kind zu untersuchen und zu entscheiden, ob es leben oder sterben sollte. Die zum Sterben ausgewählten Kinder wurden ihren Eltern weggenommen und in einer der dreißig über das ganze Land verteilten medizinischen Einrichtungen ermordet. Obwohl sich einzelne Ärzte weigern konnten, sich an der Tötung behinderter Kinder zu beteiligen, »gab es nie einen Mangel an medizinischen Fachleuten, die bereit waren, sich an den Morden zu beteiligen«.[16] Erstaunlicherweise unterstützte die große Mehrheit der deutschen Mediziner aktiv Hitlers Wunsch, diejenigen zu sterilisieren, die als »unerwünscht« galten, mit der Begründung, dass dies zur »Verbesserung der germanischen Rasse« geschehen sollte«.[17]

Im Jahr 1942 äußerte der Führer den Wunsch, »jedem Deutschen klarzumachen, dass es eine Schande ist, Jurist zu sein«.[18] Hitler war der Ansicht, dass die einzige legitime Vorgehensweise des Staates diejenige sei, die die deutsche »Volksgesundheit« fördere. Hitler hasste Juristen und sagte einmal, dass »die Volksgesundheit sei wichtiger als der Buchstabe des Gesetzes«.[19] Er glaubte, Juristen seien »von Natur aus unfähig oder durch die Erfahrung deformiert«.[20] Und er stellte fest: »Die Politik ist heute ohne biologische Grundlage und ohne biologische Ziele völlig blind.«[21] Folglich wurden Gesetze erlassen, die darauf abzielten, geistig Behinderte einzusammeln und in Sterilisierungszentren zu bringen, wo die sogenannten »Sozialschmarotzer« durch Methoden wie Giftinjektionen und Elektroschocks an den Genitalien sterilisiert wurden.[22] Ein weiteres Gesetz sah die Einrichtung von »Gesundheitsgerichten« vor, die sich aus einem geschulten Richter und zwei Gesundheitsberatern zusammensetzten und darüber entschieden, ob eine Person einer »medizinischen« Behandlung unterzogen werden sollte, zu der auch Sterilisierungen und ab 1935 Kastrationen gehörten.

Unter der Anleitung von Gesundheitsbeamten und -organisationen und mit dem Ziel, die nordische Rasse zu retten (die angeblich durch die wachsende Zahl von Mischlingen bedroht war), wurde das Lebensborn-Programm ins Leben gerufen, um »rein arische« Mutterböden für die Erzeugung von »gesäubertem« Nachwuchs zu schaffen. Etwa 8.000 Babys in Deutschland und 12.000 in Norwegen wurden als Ergebnis der Lebensborn-Eugenik geboren, zusätzlich zu den fast 200.000 polnischen Kindern, die durch das Programm aus diesem slawischen Land entführt wurden. Hitlers ultimatives Ziel war es, die gesamte deutsche Bevölkerung zu »immunisieren«, indem eine Million »reine Kinder« erzeugt wurden. Während staatlich kontrollierte Geburtshilfezentren für die »rassische Reinheit« des Kindes sorgten, schritt die finstere Agenda der Nazi-Technokratie im Namen des Schutzes der »Gesundheit« des deutschen Volkes und mit der Komplizenschaft eines Großteils der akademischen und medizinischen Fachwelt unerbittlich voran.

Im Jahr 1933 wurden Gesetze gegen genetisch kranke oder behinderte Kinder erlassen. Damit wurde die Zwangssterilisation von etwa 400.000 Deutschen, die an einer körperlichen oder geistigen Krankheit litten, gesetzlich abgesegnet. Sechs Jahre später begann das rassenhygienische Programm, eine Reihe von Euthanasiemaßnahmen zu fördern. Die anfängliche Zielgruppe waren Kinder, die an einer geistigen Behinderung litten. Nach zwei Jahren erreichte das Programm bereits Kinder im Alter von bis zu 12 Jahren. Die Eltern von geistig behinderten Kindern oder von Kindern, bei denen eine Form von Psychopathologie vermutet wurde, konnten jederzeit von »Gesundheitsbeamten« besucht werden, die befugt waren, sie in »Behandlungszentren« zu bringen, aus denen diese armen Kinder niemals lebend zurückkehren würden.

Biotechnokraten einst und jetztIn diesen düsteren psychiatrischen Anstalten installierten die Nazitechnokraten ab 1941 das Eugenikprogramm T4, das letztlich für die Vernichtung von mindestens 90.000 »Patienten« verantwortlich war; 72.000 von ihnen starben in den Gaskammern der Krankenhäuser nach einem Modell, das sich später in den Vernichtungslagern wiederholen sollte. Man sollte bedenken, dass in vielen dieser Konzentrationslager brutale und unmenschliche medizinische Experimente das endgültige Schicksal von Tausenden von Menschen bedeuteten. Schätzungen zufolge starben mindestens 300 dieser Häftlinge bei medizinischen Experimenten zur Erforschung der Unterkühlung, 200 bei Experimenten mit Unterdruckkammern und weitere 500 bei der Inokulation mit dem Malariaerreger. Dieses morbide Szenario wurde auch von der Ärzteschaft unterstützt, was Robert Kennedy Jr. dazu veranlasste, in seinem Vorwort zu Dr. Joseph Mercolas kürzlich erschienenem Buch über COVID-19 den technokratischen Geist jener Tage aufs Schärfste zu kritisieren, der von denjenigen, die gemäß ihrem Berufseid die moralische Verpflichtung hatten, menschliches Leben zu schützen, auf schmutzige Weise gebilligt und legitimiert wurde.

Kennedy schreibt:

»Die Ärzteschaft hat sich nicht als energischer Verteidiger der demokratischen Institutionen oder der Bürgerrechte erwiesen. Praktisch jeder Arzt in Deutschland übernahm eine führende Rolle im Projekt des Dritten Reichs zur Beseitigung von Geisteskranken, Homosexuellen, Behinderten und Juden. So viele deutsche Ärzte waren an Hitlers schlimmsten Gräueltaten beteiligt – einschließlich der Leitung von Massenmorden und unsäglichen Experimenten in den Todeslagern –, dass die Alliierten in Nürnberg gesonderte ›Ärzteprozesse« abhalten mussten. Kein einziger prominenter Arzt oder Ärzteverband erhob seine Stimme gegen diese Projekte.«[23]

Kennedys Aussage wird durch die historischen Daten gestützt. Neben der aktiven Beteiligung an und Legitimierung der Gesundheitsprogramme des Dritten Reichs durch Zwangssterilisationen und Euthanasie bezeugt die Komplizenschaft der Ärzte bei der Ausgrenzung (und anschließenden Vernichtung) ihrer eigenen jüdischen Kollegen (die einen bedeutenden Prozentsatz der Fachleute im biologischen Bereich ausmachten) anschaulich die Grausamkeit prominenter Mitglieder der Deutschen Ärztekammer.

Propaganda, Unterdrückung der Meinungsfreiheit, Gleichschaltung

Nach einer umfassenden politischen Kampagne, die darauf abzielte, der Bevölkerung in unablässig Angst und Schrecken einzujagen, bereitete eine ausgeklügelte Medienkampagne mit utilitaristischen und wissenschaftlichen Untertönen den Geist des Durchschnittsbürgers bis hin zur Komplizenschaft darauf vor, den Gräueltaten, die in großem Umfang an »Unerwünschten« verübt werden sollten, zuzustimmen. So kann sich allmählich eine Art »neue Normalität« herausbilden, die es ermöglicht, jede Schandtat zu rechtfertigen, die mit der öffentlichen Sicherheit und der Gesundheit des Volkes begründet wird.

Dementsprechend musste im technokratischen Apparat der Nazis jede Form von politischem Dissens akribisch zum Schweigen gebracht werden. Bücher oder Abhandlungen, die dem herrschenden Narrativ der Regierung widersprachen, wurden auf riesigen Scheiterhaufen inmitten malerischer Aufmärsche verbrannt, während die Medien (Zeitungen, Zeitschriften, Kino und Radio) gemäß der von ihrem berüchtigten Propagandaminister, Doktor Joseph Goebbels, ausgeübten Zensur dazu verpflichtet waren, den herrschenden Regierungsdiskurs zu unterstützen.

Was das nationale Bildungssystem betrifft, so wurden Lehrer jüdischer Abstammung ausgesondert, und der Rest des Lehrkörpers unterstützte fast vollständig das NS-Regime. Mehr als 97 Prozent aller deutschen Lehrer traten der Nationalsozialistischen Lehrergewerkschaft bei[24], die obligatorische Lehrbücher einführte, die den Verstand der Kinder mit Fragen wie den folgenden vergiftete:

»Wenn der Bau eines Asyls 6 Millionen Mark kostet, wie viele Häuser zu 15.000 Mark können dann für dieses Geld gebaut werden?«[25]

»Die Juden sind in Deutschland Außenseiter. 1933 gab es 66 Millionen Einwohner im Lande. Von dieser Gesamtzahl sind 499.862 Juden. Wie hoch ist der Anteil der Außenseiter in der deutschen Gesellschaft?«

Pässe und Quarantänelager

Eine Reihe weiterer Kontrollmaßnahmen waren Teil eines umfassenderen Programms der Sozialtechnik, das eine zunehmende Segregation der jüdischen Bevölkerung förderte. Im August 1938 verlangte ein Gesetz, dass bis zum Januar des folgenden Jahres alle Ausweise von Juden, deren Vornamen keine jüdische Herkunft erkennen ließen, mit dem Zusatz »Israel« für Männer bzw. »Sarah« für Frauen versehen werden mussten.

Die deutschen Juden waren gezwungen, diese berüchtigten Transitpässe mit sich zu führen, die ihren Zugang zu verschiedenen öffentlichen und privaten Dienstleistungen und Einrichtungen einschränkten. Am 5. Oktober 1938, einen Monat vor der gewalttätigen Kristallnacht, erklärte der Reichsinnenminister diese Dokumente für ungültig, bis sie auf den neuesten Stand gebracht wurden, so dass sie ein fettes und verdammendes »J« auf dem Umschlag trugen.

Um der Bevölkerung weitere irrationale Ängste einzuflößen, wurde in der NS-Propaganda immer wieder behauptet, Juden seien nicht nur eine »unreine Rasse«, sondern auch unreine Wesen, die Infektionen und ansteckende Krankheiten, darunter den gefürchteten Typhus, verbreiteten. Die Gesundheitsbehörden brachten daraufhin Plakate mit einem Quarantäne-Hinweis am Eingang der Ghettos an, um Neugierige vor den möglichen Gefahren zu warnen, die mit dem Betreten dieser abgesonderten Räume verbunden waren. Da die sanitären Bedingungen in diesen abgesperrten Gebieten völlig unzureichend waren, schuf dies natürlich ein günstiges Umfeld für die rasche Ausbreitung der zuvor angekündigten Krankheiten, wodurch sich die trügerische Warnung der NS-Behörden in eine sich selbst erfüllende Prophezeiung verwandelte. Die Lüge erwies sich als wirksam, um Nicht-Juden von den Ghettos fernzuhalten und Neugierige daran zu hindern, mit eigenen Augen zu sehen, was das Regime dieser unterdrückten Minderheit antat.

Informationstechnologie, Identifizierung und Nachverfolgung

Das technokratische Establishment der Nazis beschränkte sich nicht nur auf die ideologische Rekrutierung von Ärzten und anderen medizinischen Fachkräften sowie die ideologische Indoktrination durch das Bildungssystem und die Kontrolle von Informationen, sondern konnte sich auch immer auf die grundlegende Unterstützung von Ingenieuren und Technikern verlassen, die für die großen Unternehmen arbeiteten. Aufgrund ihrer Hegemonie im »Feld des Informationsmanagements« werden sie in der heutigen Sprache oft als »Big Data« und »Big Tech« bezeichnet. Im Deutschland der 1930er Jahre hätte niemand die Entwicklung mächtiger Unternehmen mit groß angelegten Informationssammlungs- und Datenklassifizierungssystemen voraussehen können. Die Vorstellung, dass derartige technische Ressourcen in den Händen einiger weniger Oligarchen landen würden, die danach streben, absolute Macht und Kontrolle über eine ganze Gesellschaft und ihre Individuen zu erlangen und auszuüben, hätte man als Science Fiction (Fake-Wissenschaft) betrachtet.

Das technokratische Projekt des Naziregimes sah vor, fast 600.000 deutsche Juden zu identifizieren und zu vernichten. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass für Hitler und seine Anhänger ein »Jude« nicht nur derjenige war, der den jüdischen Glauben praktizierte. Ob säkularisiert, skeptisch, patriotisch, ein Kriegsheld oder jemand, der vollständig in die deutsche Mainstream-Kultur assimiliert worden war, »der Jude« musste vor allem als Träger eines giftigen und bedrohlichen Elements gesehen werden: des jüdischen Blutes. »Der Jude« war also ein infektiöser und ansteckender Erreger, der die deutsche Rasse verseuchen würde, wenn er sich ungehindert unter die anderen Bürger mischen könnte. Die »Gefahr« der jüdischen »Ansteckung« beschränkte sich nicht auf die Synagogen und jüdischen Gemeinden, sondern »der Jude« »infizierte« auch Einzelpersonen in deutschen Kirchen, Vereinen, Gerichten, Unternehmen, Universitäten, Krankenhäusern, Streitkräften und Behörden.

Das Aufspüren (tracking) und Identifizieren (identifying) der Verbreiter dieser »ansteckenden Krankheit« durch Erforschung ihrer Abstammungslinien stellte eine Herkulesaufgabe zu einer Zeit dar, als Computer noch ein ferner Traum waren. Das »Dritte Reich« war jedoch in der Lage, Juden aller Gesellschaftsschichten, ob aus Deutschland oder den besetzten Gebieten, effizient zu identifizieren, zu verfolgen und zu klassifizieren.

IBM und IG Farben – Big Data und Big Pharma

Als Vorläufer des heutigen digitalen Universums lieferte die von IBM entwickelte Lochkartentechnologie den Nazis die Mittel zur Datenerfassung, die sie für die weiteren Schritte des Regimes zur Identifizierung, Verfolgung, Inhaftierung, Deportation und schließlich zur Vernichtung der Unerwünschten benötigten. IBM – wie auch andere aktive und bedeutende Unternehmen bis heute – hat Anschuldigungen einer aktiven Beteiligung am Dritten Reich nie bestritten, wie Edwin Black in seinem 2001 erschienenen Buch IBM and the Holocaust ausführlich belegt. Black zufolge wurde die deutsche Volkszählung und Identifizierung der jüdischen Bevölkerung unter der Schirmherrschaft von IBM New York durchgeführt und später von Tochtergesellschaften in Deutschland, Polen, Holland, Frankreich und der Schweiz übernommen.

Im Jahr 2012 erhielt Black außerdem Zugang zu Korrespondenz, die nicht nur die Verwicklung von IBM-Präsident Thomas J. Watson in Hitlers Projekt belegte, sondern auch die enge Abstimmung zwischen dem IBM-Management und der Nazi-Führung aufdeckte.[26] Für die Datenverwaltung in den Konzentrationslagern unterhielt das Unternehmen Gruppen von geschulten Ingenieuren und Technikern, die dort Hollerith-Karten mit Identifizierungscodes und Aufzeichnungen über Häftlinge verarbeiteten.

Homosexuelle, Kriminelle, Zigeuner, Juden und andere Kategorien von Häftlingen wurden nach bestimmten Codenummern klassifiziert. Dieses Datenverwaltungsverfahren diente dazu, die Todesursachen der Häftlinge zu erfassen, während andere Nummern kennzeichneten, ob die Unglücklichen an einem natürlichen Tod, einer Hinrichtung, einem Selbstmord oder der »Sonderbehandlung« in den Gaskammern gestorben waren.

Neben der Kontrolle von Informationen und der Komplizenschaft von Medizinern und Wissenschaftlern sowie der technischen Unterstützung durch die größte Big-Tech-Firma der damaligen Zeit wurde das NS-Regime auch vom mächtigsten Big-Pharma-Unternehmen, dem Pharmakonzern IG Farben, unterstützt. Der 1925 aus der Fusion mehrerer Chemie- und Pharmaunternehmen hervorgegangene IG-Farben-Konzern besaß eine Niederlassung in Monowitz, dem Zwangsarbeitslager innerhalb des Auschwitz-Komplexes. Dort setzte der Pharmakonzern Sklavenarbeit für die Herstellung seiner Produkte ein und nutzte das IBM-Datenerfassungssystem zur Identifizierung, Auswahl und Zuteilung von Arbeitskräften mit besonderen Fähigkeiten. Neben der Entwicklung des tödlichen Gases Zyklon-B, das zur Vernichtung von Millionen von Juden in Vernichtungslagern eingesetzt wurde, und anderer verheerender Gase für militärische Zwecke (die im Zweiten Weltkrieg aus Angst vor einer entsprechenden Reaktion der Alliierten nie eingesetzt wurden), testeten die Chemiker und Pharmakologen des Konzerns ein Medikament namens Pervitin (ein Methamphetamin in Form von Kügelchen und Kristallen, das auch als D-IX bekannt ist) an Häftlingen des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Ziel war es, die Einsatzfähigkeit der Wehrmachtssoldaten zu erhöhen, insbesondere derjenigen, die an der russischen Front kämpften, wo es darauf ankam, der extremen Kälte zu widerstehen. Berichte überlebender Soldaten besagen, dass Pervitin es ihnen ermöglichte, bis zu 50 Stunden lang wach und einsatzbereit zu bleiben![27] Man schätzt, dass zwischen 1939 und 1945 etwa 200 Millionen Dosen Pervitin hergestellt wurden.

Nürnberger Ärzteprozess 1946

Ende 1946 wurden der Nationalsozialismus und viele seiner völkermordenden Führer von einem eigens zu diesem Zweck geschaffenen internationalen Gerichtshof verurteilt, der in dem einzigen öffentlichen Gebäude residierte, das in dem von Bomben zerstörten Nürnberg noch stand, der bayerischen Stadt, in der die Nazis halbreligiöse Paraden und Zeremonien abgehalten hatten, bei denen auch die Rassengesetze des Reiches verkündet wurden, die letztlich die oben erwähnten berüchtigten wissenschaftlichen Experimente legitimierten. Die begeisterte Teilnahme von Medizinern und Wissenschaftlern an der totalitären Erfahrung des Nationalsozialismus führte in Nürnberg zu einem besonderen Urteil über die Abscheulichkeiten, die von diesen »Henkern im weißen Kittel« begangen wurden. Am 9. Dezember 1946 standen zwanzig Ärzte vor Gericht, um sich für ihre Kriegsverbrechen zu verantworten. Sieben von ihnen endeten am Galgen, sieben weitere wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Der wichtigste Aspekt dieser Episode ist die Tatsache, dass aus den Ärzteprozessen der Nürnberger Kodex hervorging, ein Dokument mit zehn Grundsätzen, die nach der Erklärung von Helsinki 1964 in die Arzt-Patienten-Beziehung aufgenommen wurden. In diesem Dokument geht es um die Notwendigkeit einer informierten Zustimmung und das Recht auf Entscheidungsfreiheit bei allen medizinischen Maßnahmen am Menschen, womit jede Form von Zwang oder Restriktion gegenüber den Patienten verurteilt wird. Darüber hinaus unterstreicht der Kodex die Bedeutung der Aufklärung über alle Risiken, einschließlich der Unannehmlichkeiten oder unerwünschten Wirkungen, die im Verlauf der pharmazeutischen oder medizinischen Behandlung auftreten können. Das Dokument unterstreicht die volle persönliche Verantwortung des Arztes für die verabreichte Behandlung und schließt mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit, jede Medikation in jeder Phase zu unterbrechen, wenn es begründete Hinweise auf mögliche unmittelbare Schäden oder langfristige Auswirkungen des medizinischen oder pharmazeutischen Experiments gibt.

Alter Wein in neuen Schläuchen

Leider scheint die bekannte Aussage Ronald Reagans, wonach die Freiheit immer nur eine Generation von ihrer Abschaffung entfernt ist, genau das zu erklären, was derzeit mit den in Nürnberg verankerten medizinischen Leitlinien geschieht. In der Tat scheint in diesen Zeiten des Coronavirus, die Patrick Wood, ein maßgeblicher Analytiker der Technokratie, als »die große Panik des Jahres 2020« bezeichnet, der einstige wissenschaftliche Totalitarismus der Vergangenheit aus den Nebeln wieder aufzutauchen, die ihn nur dürftig vor uns verborgen haben. Das schreckliche Beispiel der Geschichte lädt uns zu einer unausweichlichen Frage ein: Wie weit sind wir von der Entfesselung einer neuen und verheerenden totalitären Technokratie entfernt, nach dem Vorbild jenes Wissenschaftsdogmatismus, der von den unvorsichtigen und unkritischen Deutschen der 1920er und 1930er Jahre verherrlicht wurde?

Natürlich kann in diesem neuen technokratischen Zeitalter die Angst vor dem Wiederaufleben des rassistischen Elements als unbegründet zurückgewiesen werden.[28] Die Frage bezieht sich jedoch auf den gesundheitlichen (oder epidemiologischen) Aspekt der totalitären sozialen Kontrolle. Ronnie Cummins stellt in seinem Kapitel How the Pandemic Plans Unfolded (das das Buch von Dr. Joseph Mercola einleitet) fest, dass

»abgesehen von seinen Auswirkungen auf die Gesundheit und die Gesundheitsindustrie COVID-19 die globale Elite mehr denn je dazu befähigt, Lügen und Halbwahrheiten zu fabrizieren. Den übermächtigen Silicon Valley Big-Tech-Konzernen (Facebook, Google, Microsoft und Amazon), Big Pharma, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem philanthropischen Riesen Bill Gates stehen Politiker und Wissenschaftler aus dem gesamten politischen Spektrum als Leibeigene zu Diensten.«

Cummins kommt zu dem traurigen Schluss, dass »das Ergebnis Panikmache, politische Polarisierung und Social Engineering ist – alles verpackt in einen Deckmantel des Schutzes.« Mit dem Auftauchen des Wuhan-Virus – das unter dem Verdacht steht, das Ergebnis von Experimenten zur »Funktionssteigerung« zu sein – wird in der Tat erkennbar, dass die westlichen Gesellschaften als Ganzes nun eine Art Aktionsplan in Gang setzen, der auf ihre Auslöschung abzielt; ein Ziel, das durch die Kombination der folgenden Faktoren durchaus erreichbar ist:

  • die Zensur problematischer Personen durch soziale Netzwerke, wobei das Verbot von Donald Trump durch Twitter und Facebook nur das augenfälligste Beispiel ist;
  • die konsequente Aushöhlung unserer Grundfreiheiten. Hätten Sie jemals in Ihren kühnsten Träumen gedacht, dass Sie eine staatliche Erlaubnis benötigen würden, um das Land zu verlassen, wie es im heutigen Australien der Fall ist?
  • die von den Mainstream-Medien verbreitete homogene Erzählung. Sehen Sie sich die Anprangerung von Craig Kelly, Senator Malcolm Roberts und anderen an, die das Glaubensbekenntnis der Klimaapokalyptiker anzweifeln;
  • die Verhängung endloser Quarantänen, die auf der Grundlage zweifelhafter und noch nicht veröffentlichter medizinischen Empfehlungen eingeführt werden und in der Einschränkung der Bewegungsfreiheit, der Vereinigungsfreiheit und der Gewerbefreiheit gipfeln;
  • die öffentliche Anathematisierung abweichender Stimmen. Man denke nur an die australischen Ärzte, Professoren und Chemiker, die den Einsatz von Ivermectin gegen das Coronavirus für sinnvoll halten, aber nie und nimmer in der Öffentlichkeit zu Wort kommen, außer als Zielscheibe von Häme;
  • die offene und unerbittliche Verfolgung von Ärzten, die sich nicht an das Narrativ des Status quo halten. Schockierenderweise wurden australische Ärzte gewarnt, dass sie mit ihren Patienten nicht über andere COVID-Behandlungen sprechen dürfen, sondern ihnen erzählen sollen, dass nur eine Impfung hilft;
  • die obligatorische Verwendung von Gesichtsmasken, auch wenn deren Einsatz in bestimmten Situationen – an einem leeren Strand oder allein auf einem Traktor in einer riesigen Pferdekoppel – keinen anderen Sinn hat, als die Unterwerfung des Trägers unter den staatlichen Erlass zu signalisieren;
  • die massenhafte und wahllose Verteilung experimenteller Impfstoffe, die im Namen des medizinischen Notfalls per Express von den Big-Pharma-Labors in Ihren Arm transportiert werden;
  • all dies wird durch eine unerbittliche Medienkampagne der Angst verstärkt.

Was den letzten Punkt anbelangt: Hat irgendjemand in den Mainstream-Medien Einspruch erhoben, als die Polizei von Victoria alte Damen verprügelte und mit Tränengas quälte, Köpfe von harmlosen Demonstranten auf den Bürgersteig schlug, Menschen in ihren Häusern wegen Facebook-Posts verhaftete und Protestierende mit einem panzerähnlichen Fahrzeug, das mit einer Dachkanone ausgestattet war, um »Hooligan-Elemente«, wie die Sowjets sie genannt hätten, mit Plastikkugeln und Blendgranaten zu beschießen, die Elizabeth Street hinunter verfolgte? Nein, kein einziges Wort der Besorgnis.

»Ernsthaft, noch eine Bemerkung zu den Menschenrechten … es geht um Menschenleben«[29], beschwerte sich Daniel Andrews, der Premierminister von Victoria, über Journalisten, die es wagten, die Auswirkungen von Quarantänemaßnahmen auf die Menschenrechte in Frage zu stellen. Auch Hitlers Vorstellung der Volksgesundheit führte dazu, dass er jeden verachtete, der die Menschenrechte verteidigte. Er wies das gesamte Konzept der Menschenrechte mit Verachtung von sich, da er glaubte, dass es die biologische Vitalität der germanischen Rasse zerstören könnte. Für Hitler und gleichgesinnte Diktatoren übertrumpft die »Gesundheit« nicht nur die Menschenrechte, sondern rechtfertigt auch, das zu tun, was im Sinne der Erhaltung der Volksgesundheit vorteilhaft sein könnte.[30]

Diabolische Konditionierung

Letztendlich scheint das Hauptziel eine diabolische Konditionierung des einfachen Bürgers darauf zu sein, dass er all seine grundlegenden Rechte und Freiheiten aufgibt, eine Konditionierung, die im Namen eines überfürsorglichen und vorgeblich wohlwollenden Staates geschieht. Die Parallelen zu dem, was mit den Deutschen in der Vergangenheit geschah, können nur ignoriert werden, wenn man sich bewusst entschließt, sie zu übersehen. – Es lässt sich nicht leugnen, dass die Menschen in der einstmals »freien Welt«, in der sie lebten, eine vergiftete Luft des Social Engineering einzuatmen begannen, die der ähnelt, die andere unglückliche Nationen in der Vergangenheit umnebelte. Die noch gar nicht so lange zurückliegende Vergangenheit des Nationalsozialismus hat der Nachwelt die inzwischen offenbar vergessene Warnung hinterlassen, dass Technokraten im Namen der Wissenschaft und der »Volksgesundheit« mit Freuden die unvorstellbarsten und pedantischsten Perversionen umsetzen können.

Leider tritt einmal mehr in der Geschichte ein bedeutender Teil der Ärzteschaft und anderer Wissenschaftler aus dem Bereich der Biologie nicht für die Verteidigung grundlegender Menschenrechte ein. Bemerkenswert sind einige offensichtliche Ausnahmen: einige französische Ärzte und Krankenschwestern, die aus Protest gegen die gegenwärtige Gesundheitstyrannei öffentlich ihre Diplome verbrannten, und eine kleine Gruppe amerikanischer Mediziner, die sich aus demselben Grund entschlossen, ihren Beruf aufzugeben. Mit Ausnahme dieser und einiger anderer lobenswerter Fälle von Widerstand – darunter mutige brasilianische Ärzte und Wissenschaftler – hat sich ein erheblicher Teil des Berufsstandes dem hegemonialen politischen Diskurs unterworfen, der die notwendigen wissenschaftlichen Debatten, die durch die Pandemie ausgelöst wurden, einschränkt und unterdrückt.

Unter Hitler riskierte der nicht konforme Wissenschaftler Gefängnis und Tod. Heutige Dissidenten riskieren nicht den Tod, aber mit Sicherheit den Verlust der Berufszulassung und, obwohl wir noch keinen Fall gesehen haben, sogar eine Gefängnisstrafe. Werden sich Mediziner, die in hohem Maße von staatlichen Zahlungen abhängig sind, um ihren Beruf auszuüben, wie die Mitläufer des Nationalsozialismus verhalten – indem sie von der Regierung profitieren und gleichzeitig behaupten, dass sie als Individuen in keiner Weise für die diktierte Politik verantwortlich sind, die sie dennoch umsetzen?

Ein guter Mediziner lehnt es ab, den Einzelnen als Instrument, als Mittel zum Zweck zu benutzen.[31] Es besteht heute ein dringender Bedarf an Medizinern und Pharmakologen, die nicht nur erfahrene Praktiker in ihren Disziplinen sind, sondern auch ein hohes Maß an moralischer Verantwortung besitzen, um die Trends der staatlich dominierten Wissenschaft zu hinterfragen und zu kritisieren. Die beste Verteidigung gegen die Prostitution und den Missbrauch der Wissenschaft besteht darin, dass sich die Wissenschaftler in kleinen und großen Verbänden zusammenschließen, um unabhängige Gemeinschaften von Personen zu bilden, die in erster Linie Menschen und in zweiter Linie Wissenschaftler sind. Diese Gruppen werden die pluralistische Kontrolle gewährleisten, die die Öffentlichkeit auf die unverantwortliche Ausbeutung der medizinischen Wissenschaft aufmerksam macht, die nicht nur eine Bedrohung für die persönliche Freiheit und die Rechtsstaatlichkeit, sondern auch für die Gesundheit des Durchschnittsbürgers darstellt.

Wenn Sie diesen Artikel lesen, werden Sie vielleicht überrascht sein, dass sich so viele Ähnlichkeiten zwischen damals und heute vor unseren Augen auftun. Ja, Nazi-Deutschland könnte uns tatsächlich einige Lektionen erteilen. Die große Gefahr besteht darin, dass der Staat und seine Apparatschiks sich die falschen zu eigen gemacht haben.

Die Autoren: Augusto Zimmermann LLB, LLM, PhD, CIArb, DipEd, ist Professor und Leiter der Rechtsabteilung am Sheridan Institute of Higher Education in Perth, WA. Von 2012 bis 2017 war er Law Reform Commissioner in Westaustralien. Er ist außerdem Präsident der Western Australian Legal Theory Association (WALTA) und ehemaliger Rechtswissenschaftler und Forschungsdekan an der Murdoch University, School of Law, in Perth, WA. Siehe auch seinen Artikel Darwinian Roots of Nazi Legal System. – Zimmermann ist Kreationist, was seinen Blick für die katastrophischen Nebenwirkungen des biotechnokratischen Projekts jedoch nur schärfen dürfte. Weitere Artikel von ihm in Quadrant.

Aramis C. DeBarros ist Grafiker und Fachübersetzer mit über 20 Jahren Erfahrung in der Herstellung christlicher Literatur für Missionszwecke. Er ist außerdem Fellow am Burke Instituto Conservador, einem Institut mit Sitz in São José dos Campos, São Paulo, Brasilien. – Er ist Revivalist.

Originalveröffentlichung


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Anmerkungen:


  1. Ryan McMaken, ›America is a Technocracy, Not a Democracy‹, Mises Institute, 1. Mai 2020, unter https://mises.org/wire/america-technocracy-not-democracy
  2. Phillip Collins, Darwinism & the Rise of Gnosticism, NewsWithViews.com, 2. Juni 2005, unter https://newswithviews.com/guest_opinion/guest59.htm
  3. Karl Binding und Alfred Hoche, Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens (Leipzig, 1920), 56f. Zitiert in Laurence Rees, The Dark Charisma of Adolf Hitler: Leading Millions into the Abyss (Croydon/UK: Ebury Press, 2013), 180.
  4. Opfer der Vergangenheit.
  5. Welsh, Propaganda, 123 Zitiert in Rees, oben n.3, 181.
  6. John Cornwell, Hitler’s Scientists: Science, War and the Devil’s Pact (London: Penguin Books, 2004), 11.
  7. Ebd., 173.
  8. Ebd., 24.
  9. Ebd., 168.
  10. Ebd., 25.
  11. Ebd., 168.
  12. Ebd., 155.
  13. Ebd., 152.
  14. Ebd., 154.
  15. Richard Weikart, Hitler’s Ethics: The Pursuit of Evolutionary Progress (New York/NY: Palgrave Macmillan, 2009), 203.
  16. Rees, oben n.1, 185.
  17. Ebd., 178.
  18. Kenneth C. H. Willig, The Bar in the Thirdish Reich (1976) 20 American Journal of Legal History 13, 14.
  19. Martin Broszat, The Hitler State: The Foundation and Development of the Internal Structure of the Third Reich (New York, Longman, 1981), 293.
  20. Paul Johnson, Modern Times: The World from the Twenties to the Nineties (New York/NY: HarperCollins Publishers, 1991), 290.
  21. Zitiert in Richard Overy, Dictators: Hitlers Deutschland und Stalins Russland (London: Allen Lane, 2004), 244-45.
  22. Kenneth Ludmerer, Medizinhistoriker an der Universität Washington, stellt fest, dass die Idee der Eugenik so alt ist wie Platons Republik. Er fügt jedoch hinzu, dass der Darwinismus der Hauptgrund für das wachsende Interesse an dieser Idee im 19. Jahrhundert war: »Der moderne Eugenik-Gedanke entstand erst im neunzehnten Jahrhundert. Das Aufkommen des Interesses an der Eugenik in jenem Jahrhundert hatte mehrere Wurzeln. Die wichtigste war die Evolutionstheorie, denn Francis Galtons Ideen zur Eugenik – und er war es, der den Begriff ›Eugenik‹ schuf – waren eine direkte logische Folge der wissenschaftlichen Doktrin, die von seinem Cousin Charles Darwin entwickelt worden war.« – K. Ludmerer, ›Eugenics‹ in M. Lappe (ed), Encyclopedia of Bioethics (New York/NY: Free Press-MacMillan, 1978), 457.
  23. Robert F. Kennedy Jr., Preface, in Dr. Joseph Mercola et al, The Truth About COVID-19: Exposing the Great Reset, Lockdowns, Vaccine Passports, and the New Normal (Chelsea Green Publishing, 2021).
  24. Erwin W. Lutzer, When a Nation Forgets God – 7 Lessons We Must Learn From Nazi Germany (Chicago/IL: Moody Publishers, 2010), 101.
  25. Ebd., 104.
  26. Edwin Black, IBM’s Role in the Holocaust – What the New Documents Reveal (Huffpost, aktualisiert am 17. März 2015)
  27. Kaushik Patowary, Pervitin: The Wonder Drug that Fueled Nazi Germany (amusingplanet.com, 25. Mai 2020)
  28. Ich bin anderer Auffassung. Siehe dazu: Die vier neuen Hauptrassen.
  29. Janine Graham, The Informer: »Seriously, One More Comment About Human Rights …«, Says Daniel Andrews, The Canberra Times, 27. Juli 2020, unter https://www.canberratimes.com.au/story/6851881/seriously-one-more-comment-about- human-rights/
  30. Richard Weikart, Hitler’s Ethics: The Pursuit of Evolutionary Progress (Palgrave Macmillan, 2009), 6.
  31. Cornwell, oben n.6, 462.

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